Studie: Ablenkung durch Mobiltelefone kann zu mehr Hundekot auf Gehwegen führen
Ein Wissenschaftsteam der University of Surrey hat herausgefunden, dass die Smartphonenutzung und das Hören etwa von Musik mit Kopfhörern bei Hundebesitzern beim Gassigehen mit Hunden in der Natur zu einer Ablenkung führen kann, sodass sie die Hinterlassenschaften ihres Hundes übersehen. Das könne zu einer stärkeren Verschmutzung von Gehwegen insbesondere in der Nähe von Parkplätzen und auf stark frequentierten Wegen führen.
Die Forscher beobachteten 40 Stunden lang Passanten in Puttenham Common, den Chantries, St. Martha’s Hill, im Norbury Park und auf dem Weingut Denbies im Vereinigten Königreich. Die Studie „Love Dogs, Love Nature: Rethinking Environmental Responsibility Through Everyday Dog-Walking Practices“ ist in Society & Natural Resources erschienen.
Im Beobachtungszeitraum konnten die Wissenschaftler elf Fälle dokumentieren, in denen Hinterlassenschaften von Hunden aufgrund von Smartphone- oder Kopfhörernutzung übersehen wurden. Die Hundebesitzer bemerkten dabei nicht, wenn die Hunde ihr Geschäft verrichteten. Auch übersahen sie, wenn ihre Hunde die Wege verließen oder in geschützte Räume für Wildtiere eindrangen. Die Forscher stellten bei ihren Beobachtungen fest, dass Hunde Brutvögel störten und sich etwa unkontrolliert Nutztieren näherten.
Die meisten Hundebesitzer sammelten jedoch die Hinterlassenschaften ihrer Hunde konsequent ein, manche hätten sogar die von fremden Hunden mit entfernt. Auffallend war, dass sich die Hinterlassenschaften der Hunde im Umkreis von 50 m bis 100 m um Parkplätze herum und an stark frequentierten Wegen häuften. Die Forscher schlossen daraus, dass sich die Hunde bereits am Anfang eines Spaziergangs erleichtern.
Unaufmerksamkeit reduziert verantwortungsbewusstes Handeln
Die Wissenschaftler beobachteten, dass die meisten Hundebesitzer verantwortungsbewusst mit ihren Hunden in der Natur umgingen. Ablenkende Faktoren wie Mobiltelefon oder die Nutzung von Kopfhörern können jedoch die Aufmerksamkeit binden und zu unverantwortlichen Verhaltensweisen führen. Hinzu komme, dass Entsorgungsstellen für Hundekot nicht immer dort platziert sind, wo sie benötigt werden.
Das bemängelten auch Hundebesitzer in einem Workshop, den die Forscher zusammen mit 15 Landwirten, Landmanagern, ländlichen Unternehmern und Naturschutzexperten abgehalten haben. Dabei schlugen die Hundebesitzer vor, Entsorgungseinrichtungen nicht nur an Eingängen zu platzieren, sondern auch innerhalb etwa der Parkgelände. Zudem schlugen sie Freilaufzonen für Hunde und eine freundlichere Beschilderung vor, die etwa auf Brutzeiten von bodenbrütenden Vögeln und die damit verbundene Leinenpflicht hinweisen.
Haeyoung Eun, Innovationsleiterin der University of Surrey sagte: „Mehr Regeln allein werden diese Probleme kaum lösen. Naturschutzbehörden müssen die Gewohnheiten, Beziehungen und praktischen Gegebenheiten beim Gassigehen mit Hunden berücksichtigen. Gut platzierte Abfallbehälter, rechtzeitige Hinweise und geeignete Freilaufflächen könnten verantwortungsvolle Entscheidungen deutlich erleichtern.“
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