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Saturday, September 19, 2026

LastPass entdeckt neue Infostealer-Variante, die sich als GitHub-Repo tarnt

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LastPass hat in Zusammenarbeit mit Delphos Labs eine neue Infostealer-Variante entdeckt und auf den Namen „Rapuncel“ getauft. Aufgefallen ist die Malware durch ein inoffizielles GitHub-Repository mit dem Namen LastPass Authenticator, dass durch SEO-Optimierung Opfer zum Download eines infizierten Files bewegen sollte. Die Security-Anbieter Trend Micro und Artic Wolf haben bereits vor wenigen Monaten ähnliche Varianten dieses Vorgehens entdeckt.

Auf dem Zielsystem ausgeführt, ist die Malware darauf ausgelegt, 145 bekannte Antiviren-Programme und EDR-Systeme (Endpoint Detection and Response) auszuschalten, bevor der Diebstahl von Anmeldeinformationen aus Browsern, Crypto-Wallets, Steam, Discord, Telegram und Windows beginnt. Der Schadcode kommt dabei über einen Kernel-Treiber, der sich mit einer offiziellen Windows-Signatur per DLL-Sideloading tarnt.

Die gefälschten GitHub-Seiten verwenden offizielle Logos und Marketing-Texte - hier von LastPass. Auffallen könnten die verschleierten Mitwirkenden und wenigen Follower.

Die Verwendung von offiziellen Marken, Visuals und Produktbeschreibungen soll die Opfer täuschen. Auffallen könnten die verschleierten Mitwirkenden und geringe Aufrufzahlen der Repositorys.

(Bild: LastPass)

Im Blogbeitrag zum Infostealer berichtet LastPass, dass mindestens 40 Firmen vom Namensmissbrauch für infizierte GitHub-Repositorys betroffen sind, nennt aber keine Namen. Die Betrüger würden dabei ähnliche SEO-Strategien wie die eigentlichen Anbieter verfolgen, um gute Suchrankings zu erreichen. Der Einsatz von offiziellen Logos und Produktbeschreibungen soll die Opfer zum Klick auf einen Downloadbutton verleiten.

Der Download führt auf eine GitHub-Pages-Seite, auf der Signale wie grüne Tags und Schriftzüge wie "secure", "Verified Access" und "Secure Connection" den Opfern Vertrauenswürdigkeit suggerieren. Dabei werden die Opfer hier über Seiten der Angreifer zu eigentlichen Download-Server mit infizierten ZIP-Files weitergeleitet. Die Transferseiten dienen der Verschleierung und nutzen modifizierte 404.html-Files, um das Error-Handling von GitHub-Pages als versteckte Weiterleitung zu missbrauchen.

Dass gerade LastPass nun Ziel der Search-optimierten Fake-Repositorys ist, ist unglücklich, da der Anbieter des gleichnamigen Passwortmanagers schon häufig mit Sicherheitsvorfällen zu kämpfen hatte. So konnten Hacker 2023 scheinbar Passworttresore entwenden und deren Verschlüsselung aufbrechen. Zuletzt warnte LastPass seine Nutzer Anfang des Jahres vor einer Phishing-Kampagne.

Die heruntergeladenen ZIP-Files enthalten einen vermeintlichen Installer, der nur Microsofts Debugging-Tool vsdbg.exe unter anderem Namen ist. Der lädt automatisch die Begleitdatei vsdbg.dll, in welcher der Schadcode des Infostealers steckt. Von hier aus versucht die Malware, sich Administratorrechte zu verschaffen, den genauen Weg nennt LastPass nicht. Danach installiert die Schadsoftware einen Kernel-Treiber, der sich als Nvidia-Komponente nvfsflt64.sys tarnt. Darin befindet sich eine Liste von 145 bekannten Sicherheitsprogrammen, welche die Malware beim Fund deaktiviert. Da der Befehl vom Kernel-Level ausgeht, sind die Sicherheitssysteme laut LastPass chancenlos. Windows stellt keine Fragen, da der infizierte Treiber eine offizielle Signatur aus Microsofts Hardware-Kompatibilitäts-Programm trägt.

Nach der erfolgreichen Installation sammelt der Infostealer auf dem System gespeicherte Passwörter aus. Für Browser mit App-bound Encryption injiziert die Malware Code, die sich als der entsprechende Browser ausgibt, um die verschlüsselten Daten auszulesen. Neben Passwörtern sammelt die Malware alle Informationen zu Crypto-Wallets, Discord- und Steam-Log-ins, Session-Daten aus Telegram, Windows-Credentials und Dokumente, die die Schlüsselworte Passwort, Seed, Wallet oder Recovery enthalten. Der Infostealer verbleibt als Windows-Service auf dem System und startet beim Booten. Der Kernel-Treiber muss im abgesicherten Modus oder mittels eines externen Recovery-Tools entfernt werden.

LastPass stellt fest, dass der Infostealer gleich vier Vertrauensannahmen ausnutzt: Github als möglichen offiziellen Kanal, die Vertrauenswürdigkeit der Microsoft-Signatur, eine saubere Ausgabe bei VirusTotal, wo das File nicht anschlägt, und dass die offiziellen Blocklisten bösartige Treiber identifizieren. Letzteres folgt aus Frustration mit der Reaktion von Microsoft. Bei der Erstmeldung im August wurden LastPass und Delphos auf das Portal zum Einreichen von Treibern bei Windows Defender Security Intelligence verwiesen. Microsoft selbst sieht bei sich keine Schwachstelle, da der Treiber keine Microsoft-Komponente ist. Zur aktuellen Veröffentlichung der Schwachstelle findet sich das gemeldete File Alinubx.sys bisher nicht auf der Blockliste.

Die am Anfang des Jahres von Trend Micro gefundenen Pakete scheinen sich an Gamer zu richten und nicht an die Interessenten von Security-Anwendungen.

(Bild: TrendMicro)

Sowohl LastPass als auch Arctic Wolf sehen ihre Funde als eine Variante der BoryptGrab-Kampagne, auf die Trend Micro im März aufmerksam machte. Beispiele im Blog von Trend Micro deuten darauf hin, dass der Infostealer hierbei über ZIP-Files mit Verweis auf beliebte PC-Spiele verbreitet wurde. Im Blog beschreibt der Sicherheitsanbieter, dass Kommentare, Log-Messages und IP-Adressen in den von Trend Micro gefundenen Komponenten auf einen russischen Ursprung hinweisen.

Alle Informationen zum Infostealer Rapuncel inklusiver der Namen der Komponenten, Domains und relevanten IP-Adressen sowie der System- und Registry-Artefakte finden sich im Blog von LastPass.

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