Nach Aufholjagd: Huntley führt Ravens zum Sieg gegen Falcons
Die Baltimore Ravens haben sich im Sunday-Night-Football-Game einen dramatischen 30:23-Sieg in der Overtime gegen die Atlanta Falcons gesichert. Ohne Lamar Jackson übernahm Ersatzquarterback Tyler Huntley die Verantwortung und lieferte eine überzeugende Vorstellung ab. Mit 202 Passing Yards und zwei Touchdown-Pässen hielt er Baltimore im Spiel und führte sein Team in den Schlussminuten zum Comeback. In der Verlängerung machte Huntley den Comeback-Sieg schließlich selbst perfekt.

Die Ravens bezwingen die Falcons in Overtime IMAGO/Icon Sportswire
Lange sah es danach aus, als würden die Atlanta Falcons ihren Vorsprung über die Zeit bringen. Baltimore tat sich offensiv schwer, während Atlanta immer wieder die Chance bekam, die Partie zu entscheiden. Doch Huntley ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Der Backup-Quarterback steigerte sich im entscheidenden Moment, führte die Ravens zum Ausgleich und setzte in der Overtime den Schlusspunkt. Für Atlanta blieb am Ende eine bittere Niederlage nach einer lange vielversprechenden Leistung.
Atlanta profitiert von Ravens-Fehlern
Für Baltimore begann der Abend mit einem folgenschweren Fehler. Tight End Mark Andrews verlor den Ball, nachdem er einen Pass gefangen hatte. Jessie Bates III nahm den Fumble auf und trug es ihn über 36 Yards zum Touchdown zurück. Die Falcons gingen damit früh in Führung, obwohl die Ravens den Ball zunächst durchaus bewegen konnten.
Atlanta nutzte den Schwung und kam auch offensiv besser in die Partie. Michael Penix Jr. fand Kyle Pitts mit einem Pass über fünf Yards in der Endzone. Baltimore musste sich dagegen zunächst mit Field Goals zufriedengeben. Tyler Loop verwandelte dreimal vor der Halbzeit, sodass die Ravens trotz guter Phasen offensiv hinterherliefen. Atlanta ging mit einer 14:9-Führung in die Kabine.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie eng. Baltimore bewegte den Ball vor allem am Boden effektiv. Justice Hill sorgte mit einem Lauf über 47 Yards für den entscheidenden Raumgewinn, bevor Huntley mit einem Pass über 18 Yards Derrick Henry in der Endzone fand. Die anschließende Two-Point-Conversion misslang jedoch. Statt die Führung zu übernehmen, verkürzten die Ravens lediglich auf 17:15.
Huntley übernimmt die Verantwortung
Huntley war zunächst nicht fehlerfrei, entwickelte sich im Laufe der Partie aber zum entscheidenden Faktor. Der Ersatz für Lamar Jackson brachte 24 seiner 32 Passversuche an und kam auf 202 Yards sowie zwei Touchdown-Pässe. Besonders bemerkenswert: Seine letzten elf Pässe waren allesamt erfolgreich. Damit fand er genau dann seinen Rhythmus, als Baltimore das Spiel zu entgleiten drohte.
Atlanta hielt den Vorsprung zunächst aufrecht. Die Falcons bewegten den Ball über weite Strecken gut, konnten ihre Drives aber nicht konsequent mit Touchdowns abschließen. Nick Folk baute die Führung mit weiteren Field Goals aus. Als er etwas mehr als zwei Minuten vor Schluss zum 23:15 traf, schien die Partie zugunsten der Gastgeber entschieden.
Huntley bekam jedoch noch eine letzte Chance. Und diesmal spielte er wie ein Quarterback, der die Verantwortung für sein Team übernehmen wollte. Mit schnellen Pässen führte er Baltimore über das Feld. Schließlich fand er Devontez Walker mit einem Touchdown-Pass über sieben Yards. Die Ravens brauchten anschließend zwingend die Two-Point-Conversion, um den Rückstand auszugleichen.
Henry bekam den Ball direkt per Direct Snap und lief in die Endzone. Damit stand es 23:23. Huntley hatte Baltimore mit seinem Touchdown-Pass zurück ins Spiel gebracht, Henry erledigte den Rest. Atlanta konnte in der verbleibenden Zeit keine entscheidende Antwort mehr liefern, sodass die Partie in die Overtime ging.

Henry converted die 2-pt Conversion zum Ausgleich IMAGO/Icon Sportswire
Falcons lassen den Sieg liegen
Für Atlanta war der späte Ausgleich besonders bitter. Die Falcons hatten Baltimore über weite Strecken unter Druck gesetzt und defensiv lange die richtigen Antworten gefunden. Trotzdem gelang es ihnen nicht, den Vorsprung entscheidend auszubauen.
Ein Problem war die mangelnde Effizienz in der Red Zone. Bei drei Besuchen in der gegnerischen Endzone gelang Atlanta lediglich ein offensiver Touchdown. Statt die gute Feldposition in weitere Punkte umzumünzen, musste das Team mehrfach auf Field Goals zurückgreifen. Gegen einen Gegner, der in den Schlussminuten noch einmal einen Gang hochschaltete, rächte sich das.
Hinzu kam der Ausfall von Penix. Der Quarterback musste nach einem harten Treffer im Schlussviertel mit einer Rippenverletzung vom Feld. Damit verlor Atlanta ausgerechnet in der entscheidenden Phase seinen Starting Quarterback. Für die Overtime musste Tua Tagovailoa übernehmen, der bis dahin noch nicht für die Falcons gespielt hatte.
Huntley macht den Sieg perfekt
Baltimore erhielt in der Verlängerung zuerst den Ball und setzte auf eine kontrollierte, physische Angriffsserie. Über 14 Spielzüge und 68 Yards arbeiteten sich die Ravens in mehr als sieben Minuten bis in die Nähe der Endzone vor. Huntley führte den Drive souverän an und setzte mit einem Quarterback Sneak über einen Yard den entscheidenden Touchdown.
Damit lag Baltimore mit 30:23 vorne. Atlanta brauchte seinerseits einen Touchdown, um die Partie weiter am Leben zu halten. Doch Tuas erster entscheidender Fehler beendete das Spiel: Kyle Hamilton fing einen Pass des Ersatzquarterbacks ab und besiegelte den Sieg der Ravens.
Für Baltimore war es ein Erfolg, der weit über das Ergebnis hinausging. Huntley sprang für Jackson ein, übernahm in den entscheidenden Momenten Verantwortung und führte sein Team mit einer starken Leistung zum Comeback. Atlanta dagegen muss sich vorwerfen lassen, die Partie trotz langer Führung nicht zugemacht zu haben.
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