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Saturday, September 26, 2026

«Die Strassen sind eine Katastrophe»

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Die legendären «Schlaglöcher» der Stadt Montreal.

Die legendären «Schlaglöcher» der Stadt Montreal.Privat

Darum gehts

  • An der Rad-WM in Montreal sorgt der schlechte Strassenzustand für Diskussionen unter den Fahrerinnen und Fahrern.
  • Marlen Reusser bezeichnete die Strassen als «Katastrophe» und klagte nach der Mixed-Staffel über Schmerzen an der Hand.
  • Für das Strassenrennen der Frauen am Samstag gelten die Strassen laut Trainern als besser befahrbar.

Derzeit läuft in Montreal die Rad-WM. Die Schweiz reüssiert – und wie! Nach der Mixed-Staffel (Bronze) und Marlen Reussers Gold im Zeitfahren holte das Schweizer Radwunder Anja Grossmann im Strassenrennen der Juniorinnen Bronze. Eine famose Bilanz für die Schweiz.

Am Samstag steht nun das Strassenrennen der Frauen an. Krallt sich eine Schweizerin das Regenbogentrikot? Das ist die grosse Frage. Eine grosse Frage ist aber auch, wie die Rad-Stars mit den Strassenverhältnissen umgehen. Diese sorgen nämlich für grosse Diskussionen.

«Die Strassen sind hier wirklich verrottet»

Nach der Mixed-Staffel war Reusser stinksauer. «Die Strassen sind eine Katastrophe», lautete ihr hartes Urteil gegenüber dem SRF. «Es gab viele schlimme Schlaglöcher auf den drei Kilometern in der Stadt», meinte die Zeitfahrspezialistin, die nach der Mixed-Staffel Schmerzen an der Hand hatte. Der Knochen sei «gereizt, er tut ziemlich weh.» Zuvor hatte Reusser den Kurs in Montreal als «abenteuerlich» bezeichnet.

Wie findest du, dass an einer Rad-WM auf so schlechten Strassen gefahren wird?

«Die Strassen sind hier wirklich verrottet und das ist nicht ideal», meinte Stefan Bissegger: «Es schüttelt einen auf dem Zeitfahrvelo stark durch und ist ziemlich gefährlich, wenn man bedenkt, mit welchen Geschwindigkeiten wir fahren. Die Qualität des Belags ist nicht gut. Aber ich wusste das, als ich ankam.»

Noemi Rüegg, die am Samstag eine WM-Medaille holen möchte, meint zu 20 Minuten: «Das war eine echte Herausforderung, denn die Strassenqualität ist ganz anders als bei uns. Beim Einzelzeitfahren waren die Bedingungen nicht ideal. Es war schwierig, sich voll und ganz darauf einzulassen, wenn man nicht genau weiss, was passiert, und man Angst hat, in ein Schlagloch zu fahren.»

Immerhin: Für das Strassenrennen seien die Strassen aber viel besser, was schon sehr positiv sei. «Ich hoffe vor allem, dass es keine Stürze gibt.» Ähnlich äussert sich Trainer Michael Schär: «Die Strasse war für das Einzelzeitfahren etwas knifflig, aber für das Strassenrennen sollte es gehen. Es gibt ein paar Abfahrten und manchmal Löcher in der Strasse, aber mit einem Rennrad ist es einfacher, sie zu umfahren.»

Das sagen die Einheimischen zum Strassenzustand

Doch wie sehen die Einheimischen die Strassen-Kritik? 20 Minuten hört sich in Montreal um.

«Das neue Velowegnetz, das in den letzten Jahren unter der vorherigen Verwaltung eingerichtet wurde, ist meistens okay. Die Oberflächen sind im Allgemeinen in sehr gutem Zustand», erklärte uns Marc-André. Er fährt am Wochenende zum Vergnügen Velo, nutzt es unter der Woche aber vor allem für den Arbeitsweg. «Wenn man hingegen auf Strassen mit bloss aufgemalten Velospuren unterwegs ist, kann es etwas schwieriger werden. Manchmal muss man ein bisschen Slalom fahren können … Aber ich denke, die Stadt macht trotzdem Anstrengungen.»

Kann die aktuelle WM nun dazu beitragen, die Bedingungen für die Velofahrerinnen und Velofahrer in Quebec weiter zu verbessern? «Gute Frage», flüsterte uns Zakary zu, der in einem Velogeschäft unweit der Strecke der kanadischen Radsport-Weltmeisterschaft arbeitet. «Für unsere frühere Bürgermeisterin war es eines ihrer grossen Projekte, die Velowege und die Orte, an denen man sicher Velo fahren kann, auszubauen. Ob das der richtige Weg ist? Ich weiss es nicht. Ich glaube, man sollte vor allem die Zugänglichkeit für das Auto fördern …»

Robin Carrel

Robin Carrel (rca) ist Journalist und Leiter der Sportredaktion bei 20 minutes, wo er seit 2011 tätig ist. Er arbeitet ausserdem für lematin.ch.

Nils Hänggi

Nils Hänggi (nih) ist seit 2019 bei 20 Minuten. Er ist Sportredaktor und Teil des Social Responsibility Boards. Er schreibt oft übers Thema Fussball.

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