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Sunday, September 20, 2026

Nach 14-Mio.-Sanierung stürzte Decke ein – und nun Pilzbefall

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  • Das Regierungsgebäude «Ochseschüür» in Liestal ist nach dem Deckeneinsturz vom 22. Juni 2026 auch von Echtem Hausschwamm befallen.
  • Der Pilzbefall kam erst durch den Einsturz ans Licht – nicht bei der Sanierung, die vor zwei Jahren 14 Millionen Franken kostete.
  • Die Untersuchungsergebnisse sollen erst in einer Woche vorliegen; politische Vorstösse gibt es bislang keine.

Der Saal des Baselbieter Kantonsparlaments bleibt bis mindestens Ende Jahr gesperrt. Die Politiker müssen im Liestaler Stadtsaal ihre Versammlungen abhalten, nachdem im Juni die Decke herunterkam.

Das ist aber nur das Kleinste aller Übel, das der desolate Zustand des Regierungsgebäudes in Liestal mit sich bringt. Viel schlimmer sind die nicht absehbaren Kosten und das immer grösser werdende Ausmass der Schäden, die laufend ans Licht kommen. Denn nun hat das Regierungsgebäude auch noch einen Pilzbefall, wie die «Basellandschaftliche Zeitung (BZ)» schreibt.

Pilz kam erst nach Deckeneinsturz zum Vorschein

Das Gebäude, das auch «Ochseschüür» genannt wird, ist laut BZ vom Echten Hausschwamm (Serpula lacrymans) befallen. Das kam erst ans Licht, nachdem im Juni die Decke eingestürzt war.

Das ist der Echte Hausschwamm

Der Serpula lacrymans ist ein Schädling. Der Befall des Echten Hausschwamms ist für die Gesundheit der Menschen in der Regel unproblematisch, sofern sie nicht an Asthma oder Allergien leiden. Bei einem geschwächten Immunsystem kann allenfalls ebenso die Befindlichkeit gestört werden.

Kann die Statik ganzer Häuser gefährden: Der Echte Hausschwamm.

Kann die Statik ganzer Häuser gefährden: Der Echte Hausschwamm.imago stock&people

Der Hausschwamm gefährdet aber vor allem die Statik eines Hauses. Besonders heimtückisch: «Der Gebäudeschädling kann im Verborgenen wachsen und sich erst zeigen, wenn er sich stark entwickelt hat», sagte Daniel Bottignole, Inhaber der Sanawall in Affoltern am Albis ZH, der Gebäude bei Pilzbefall saniert, in einem früheren Interview mit 20 Minuten.

«Am 22. Juni 2026 hat sich überraschend die Deckenverkleidung des Regierungszimmers im Regierungsgebäude in Liestal gelöst», hatte die Bau- und Umweltschutzdirektion des Kantons Basel-Land im August mitgeteilt. Peinlich: Das Gebäude wurde eben erst für 14 Millionen Franken saniert. Die Sanierung wurde 2024 beendet.

«Die fragliche Deckenverkleidung im Regierungszimmer wurde erst im Jahr 2002 realisiert und wurde aus diesem Grund bei der letzten Sanierung nicht überprüft. Der Auslöser für das Versagen der Befestigung bleibt unklar», teilte die Baudirektion damals mit.Laut SRF könnte es Baupfusch gewesen sein: Ein Schraubgewinde hatte sich gelöst und die Gipsdecke in einem Sitzungszimmer, in dem 24 Stunden später die fünf Regierungsmitglieder ihre wöchentliche Sitzung abhalten wollten, kam vollflächig herunter.

Auch Feuchtigkeit in den Balken und Mauern

Die Untersuchungen zeigten bald: Auch andere Decken im Gebäude sind einsturzgefährdet, etwa das Foyer und die Cafeteria des Parlamentssaals. Und es kam immer dicker: In den historischen Holzbalken und in den Mauern stellten die Spezialisten bei den Untersuchungen weiter Feuchtigkeitsschäden und Schädlingsbefall fest. Und jetzt auch noch der Pilz.

Der Echte Hausschwamm istlaut der «Basellandschaftlichen Zeitung» in den Holzelementen des Regierungsgebäudes und wurde erst durch den Deckeneinsturz, aber nicht bei der Sanierung vor zwei Jahren entdeckt. Auch wenn die Baselbieter Politiker medial bereits die Frage nach der Gründlichkeit der Sanierung aufgeworfen hätten, gibt es noch keine politischen Vorstösse deswegen. Die abschliessenden Ergebnisse der Untersuchungen nach dem Deckeneinsturz, so die BZ, sollen erst in einer Woche vorliegen.

Was hältst du davon, dass das Liestaler Regierungsgebäude nach der 14-Millionen-Sanierung schon wieder massive Schäden zeigt?

Céline Trachsel

Céline Trachsel (ct), arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Zürich.

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