Keine "Ruine" stehen lassen: Bayern will Hitlers Teehaus wieder aufbauen

Keine "Ruine" stehen lassenBayern will Hitlers Teehaus wieder aufbauen
24.10.2026, 12:54 Uhr

Das für Adolf Hitler erbaute Kehlsteinhaus am Obersalzberg soll wieder aufgebaut werden. Man könne da "kaum eine Ruine stehen lassen", sagt der bayerische Innenminister Herrmann. Er bestätigt auch Berichte über einen Tatverdächtigen.
Nach dem Großbrand des historisch bedeutenden Kehlsteinhauses am Obersalzberg geht Bayerns Innenminister Joachim Herrmann von einem Wiederaufbau aus. "Wir werden da kaum eine Ruine stehen lassen können", sagte er am Rande des CSU-Parteitages.
Das Haus gehört dem Freistaat Bayern in der Zuständigkeit von Herrmanns Ministerium. Die Berchtesgadener Landesstiftung hat das Nießbrauchsrecht übertragen bekommen.
Aus Kreisen der Ermittlungsbehörden war zuvor verlautet, dass der mutmaßliche Verursacher des Großbrandes am Obersalzberg gefasst worden sei. Es gebe deutliche Hinweise, dass ein nach Ausbruch des Feuers im Umfeld des Kehlsteinhauses gefasster Motorradfahrer den Brand gelegt habe, hieß es aus Ermittlerkreisen.
Herrmann sagte, der Mann, der aus der Region komme, sei verletzt worden und befinde sich zunächst im Krankenhaus. Nähere Informationen gab er nicht bekannt. Am Nachmittag wollen er und weitere Behördenvertreter in Berchtesgaden bei einer Pressekonferenz nähere Einzelheiten bekanntgeben.
Gebäude wurde in der NS-Zeit erbaut
Das mehr als 1800 Meter hoch gelegene Kehlsteinhaus war in den 1930er Jahren von den Nationalsozialisten als Teil des von Adolf Hitler genutzten Komplexes am Obersalzberg erbaut worden und wird inzwischen als frei zugängliche Berggaststätte genutzt. International ist das Ausflugsziel als "Eagles Nest" bekannt, was mit "Adlerhorst" übersetzt werden kann.
Das Gebäude ist seit 1952 eine Berggaststätte. Es wurde 1938 fertiggestellt und befand sich in einem damals abgeriegelten und für die Öffentlichkeit gesperrten Wohn- und Regierungsareal der nationalsozialistischen Führung. Es wurde auch als Hitlers Teehaus bezeichnet. Eine Ausstellung dort widmet sich der Geschichte des Gebäudes.
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