Mir und Sinató - mehr als tanzen: Alle 13 Minuten wird in Deutschland ein Kind aus seiner Familie geholt

Mir und Sinató - mehr als tanzenAlle 13 Minuten wird in Deutschland ein Kind aus seiner Familie geholt
29.10.2026, 11:56 Uhr
Rebecca Mir und Massimo Sinató haben ein großes Herz für Kinder, deswegen bewegt sie das Schicksal derjenigen besonders, die nicht von Anfang an Glück im Leben hatten: "Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass ihre Zukunft anders aussieht!"
Ein wunderschöner Sommertag, Kinderlachen ist zu hören, ein großer Tisch steht mitten im Grünen. Es wird geknetet, gebaut, gebastelt. Es sind Stunden voller Wärme und Nähe. Gemeinsam wird überlegt, wie eine Farm für Kinder, in der sie Zeit verbringen können, einmal aussehen könnte. Rebecca Mir und Massimo Sinató sitzen mittendrin. Das "Let's Dance"-Traumpaar setzt sich als Projektpaten der "Stiftung RTL - Wir helfen Kindern e.V." dafür ein, dass diese Kinderfarm kein Traum bleibt, sondern Wirklichkeit wird. Das Ehepaar, selbst Eltern eines fünfjährigen Sohnes, lacht und bastelt nicht nur mit den Kindern - es hört ihnen zu und erfährt, dass diese fröhlichen Kinder bereits Schlimmes durchgemacht haben.
Was man in diesen Momenten kaum erahnen kann: Viele der Kinder hier haben bereits Dinge erlebt, die kein Kind erleben sollte: Vernachlässigung, Gewalt, Hunger, Angst und fehlende Geborgenheit. Rein rechnerisch wird in Deutschland alle 13 Minuten ein Kind aus seiner Familie geholt, weil es dort nicht mehr sicher ist. Eines von ihnen ist Mel. Die ersten Jahre seines Lebens waren von Einsamkeit und Vernachlässigung geprägt. Seine Mutter konnte sich nicht um den Jungen kümmern. Der heute Zwölfjährige hatte damals kaum Kontakt zur Außenwelt, Schule machte ihm Angst. Erst als er im Alter von sechs Jahren in eine Pflegefamilie kam, lernte er richtig zu sprechen sowie Verlässlichkeit und Sicherheit kennen. Den ersten Zugang fand Mel über Tiere und erst danach langsam auch zu Menschen. Heute liebt er Natur, Basteln und Gärtnern.
"Reichtum verpflichtet"
Rebecca Mir ist von Mels Geschichte tief berührt: "Vielen Menschen ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, wie viele Kinder unsere Hilfe brauchen. Es ist wahnsinnig traurig, was manche von ihnen schon in so jungen Jahren erleben mussten. Umso wichtiger sind Orte, an denen sie sich sicher fühlen, aufgefangen werden und einfach wieder Kind sein dürfen." Ihr Ehemann Massimo Sinató ergänzt: "Wir können nicht ungeschehen machen, was diese Kinder erlebt haben. Aber wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass ihre Zukunft anders aussieht."
Genau aus diesem Grund wollen die "Stiftung RTL - Wir helfen Kindern e.V." und die "Dietmar Hopp Stiftung" gemeinsam helfen und die Realisierung der Farm für Kinder der "Villa Familia" unterstützen. "Wir kennen die Villa Familia bereits aus früheren Projekten und schätzen ihr Engagement für Kinder sehr. Da wir auch für das neue Projekt großes Potenzial erkennen, freuen wir uns, den RTL-Spendenmarathon für dieses Projekt zu unterstützen", so Isabel Hopp aus der Stifterfamilie, die sich verpflichtet fühlt, zu helfen.
Geprägt durch die Notzeiten und Entbehrungen der Nachkriegsjahre erklärte Dietmar Hopp seiner Mutter schon früh, dass er Millionär werden wolle. Der Weltkonzern SAP, den er 1972 gemeinsam mit Hasso Plattner, Klaus Tschira, Hans-Werner Hector und Claus Wellenreuther gründete, machte ihn schließlich sogar zum Milliardär. 1995 gründete er die gemeinnützige Dietmar Hopp Stiftung GmbH, um seiner Heimatregion, die ihm seine Karriere ermöglicht hat, etwas zurückzugeben.
Ein wichtiges Anliegen war Hopp von Anfang an die Förderung der medizinischen Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Kinder- und der Krebsmedizin. Dass die Stiftung sich der Förderung des Jugendsports annimmt, liegt auch in der Biografie des Stifters begründet: In seiner Kindheit und Jugend spielte er bei seinem Heimatverein in Hoffenheim Fußball, dem er mit seinem Engagement den Aufstieg von der Kreisliga A in die erste Fußballbundesliga ermöglicht hat.
Zugehörigkeit und Halt
Die Farm soll ein inklusiver Lern-, Lebens- und Therapieort werden, an dem Kinder und Jugendliche durch Natur, Tiere, Gemeinschaft und gemeinsames Tun neue Entwicklungsmöglichkeiten entdecken können. Hier sollen jährlich rund 80 bis 100 junge Menschen und Familien Unterstützung und Begleitung erfahren. Vor allem aber sollen sie erleben, dass sie dazugehören, gebraucht werden und selbst etwas bewirken können. Die Villa Familia hat diesem Gedanken und damit auch der Farm den Namen "Wurzelwerk" gegeben: Hier sollen Kinder Zugehörigkeit erleben und neuen Halt finden.
Als Mutter weiß Rebecca Mir, dass dies der richtige Weg ist: "Wir sehen bei unserem eigenen Kind, wie wichtig es ist, draußen zu sein, sich zu bewegen, Natur zu erleben und Kontakt zu Tieren zu haben. Für Kinder, die Schlimmes erlebt haben, kann das noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommen. Tiere urteilen nicht. Natur gibt Ruhe. Und beides kann helfen, wieder Vertrauen zu finden."
Rebecca Mir und Massimo Sinató werden beim RTL-Spendenmarathon am 19. und 20. November 2026 die Zuschauerinnen und Zuschauer aufrufen, für den Bau der Kinderfarm zu spenden. "Uns hat es wirklich erschüttert zu erfahren, wie viele Kinder in Deutschland in einem Zuhause leben, in dem sie nicht sicher sind. Diese Kinder brauchen Menschen, die sie auffangen, ihnen Halt geben und ihnen zeigen: Du kannst trotz allem eine gute Zukunft haben. Genau dafür wird die Kinderfarm ein ganz wichtiger Ort. Bitte helfen Sie und spenden Sie!"
Menschen, die bleiben
Die Villa Familia ist ein gemeinnütziger Träger der Kinder- und Jugendhilfe, der sich dafür einsetzt, dass junge Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihren bisherigen Lebenserfahrungen verlässliche Beziehungen, Zugehörigkeit und echte Entwicklungschancen erfahren können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Kindern und Jugendlichen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können. Dahinter steht die Überzeugung, dass Kinder für eine gesunde Entwicklung mehr benötigen, als professionelle Unterstützung: Sie brauchen Menschen, die bleiben, Gemeinschaften, in denen sie ihren Platz finden, und Erfahrungen, durch die sie Vertrauen in sich selbst und andere entwickeln können.
Die Villa Familia begleitet und qualifiziert Pflegefamilien und unterstützt zugleich die Kinder und Jugendlichen, die in diesen Familien aufwachsen. Weitere Angebote umfassen die Kinderscheune als familienähnliche Wohngruppe mit inklusivem und intensivpädagogischem Konzept sowie Mutter-/Vater-Kind- und Eltern-Kind-Wohngruppen.
Weiterhin begleitet die Villa Familia Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen in Kindergärten, Schulen und in der Freizeit. Wenn eine reguläre Beschulung vorübergehend nicht möglich ist, ermöglichen individuelle Lernangebote neue Entwicklungsperspektiven.
Mit der Farm für Kinder soll deshalb ein inklusiver Lern-, Lebens- und Therapieort entstehen, an dem die Villa Familia diese Ansätze zusammenführt und weiterentwickelt. Hier sollen junge Menschen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen gemeinsam lernen, wachsen und sich entfalten können. Durch die Begegnung mit Tieren, das Erleben von Natur und die Übernahme sinnvoller Aufgaben sollen sie Selbstvertrauen entwickeln, Verantwortung übernehmen und erfahren, dass sie Teil einer Gemeinschaft sind, in der jeder etwas beitragen kann.
Die Farm für Kinder ist als Weiterentwicklung der bestehenden Angebote der Villa Familia gedacht und soll sowohl Kindern und Jugendlichen aus den eigenen Betreuungsangeboten als auch jungen Menschen darüber hinaus offenstehen.
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