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Wednesday, September 30, 2026

Terroralarm bei Luftwaffenbasis: Waren es bloss Benzindiebe?

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  • Nahe der RAF-Basis in Fairford (England) wurden fünf maskierte Verdächtige mit drei weissen Lieferwagen festgenommen.
  • Es kam der Terrorverdacht auf, doch die Männer wurden kurz darauf auf Kaution freigelassen.
  • Was genau vorgefallen ist, ist weiterhin unklar. Im Internet werden Theorien diskutiert.

Ein kurioser Fall in Grossbritannien sorgt für internationale Verwirrung. Dem Anschein nach wurde ein terroristischer Angriff auf eine RAF-Basis in letzter Sekunde abgewendet.

Seither kommunizieren die Behörden jedoch vage. Die Informationen, die es gibt, sind widersprüchlich. Auf Social Media und in den Medien werden bereits verschiedene Theorien diskutiert. Die prominenteste: Waren es einfach nur Benzindiebe?

Das ist über den Fall bekannt

Theorie 1: Ahnungslose Handlanger?

Könnte es sein, dass die fünf Verdächtigen freigelassen wurden, weil sie nicht wussten, dass sie von einem fremden Staat für Terroraktivitäten eingesetzt wurden? «Das klingt nicht sehr wahrscheinlich», sagt Chris Phillips, ehemaliger Leiter des britischen National Counter Terrorism Security Office im «The iPaper». Ihm zufolge wären die Verdächtigen selbst in einem solchen Fall länger festgehalten worden, um ihre Hintergründe zu überprüfen.

Zur Freilassung beigetragen haben könnte auch der Umstand, dass kein Sprengstoff gefunden wurde. Allerdings entlastet das die Verdächtigen nicht vollends. Ein ehemaliger Beamter der Terrorismusbekämpfung erklärte gegenüber «The Telegraph»: «Eine Möglichkeit wäre, dass es sich um eine feindliche Aufklärungsoperation handelte und sie vor der eigentlichen Operation einen Probelauf durchgeführt haben.»

Theorie 2: Wollten sie einfach nur Benzin stehlen?

Die Transporter waren mit Fässern voll Benzin beladen und trugen das Logo sowie den Namen eines vorgetäuschten Kraftstofftransportunternehmens namens «Fuel2You» und eine Telefonnummer. Dies löste Spekulationen aus, es könnte sich um Kraftstoffdiebe handeln.

Was denkst du, ist in Fairford passiert?

In «The iPaper» meint Phillips: «Es gibt viele Gründe, warum sie dort unten im Wald mit verdächtigen Transportern herumgefahren sein könnten, die nichts mit Terrorismus zu tun haben.»

Für die Theorie würde zudem die Freilassung auf Kaution sprechen. «Sie wären nicht freigelassen worden, wenn man etwas bei ihnen gefunden hätte», so Phillips. Dagegen spreche allerdings die Entfernung, die die Verdächtigen zurückgelegt hatten. Warum fuhren sie den ganzen Weg von London bis nach Fairford? Diese Frage kann derzeit nicht beantwortet werden.

Die Verdächtigen stammen alle aus London. Was sie im westlich davon liegenden Fairford gesucht haben, ist nicht klar.

Die Verdächtigen stammen alle aus London. Was sie im westlich davon liegenden Fairford gesucht haben, ist nicht klar.Google Maps

Theorie 3: Zur falschen Zeit am falschen Ort?

Wieso äussert sich Trump zum Fall mit den Worten «Wir wissen alles über sie»? Dies würde ebenfalls gegen die Theorie einfacher Benzindiebe sprechen. Ausser es liegt eine Verwechslung vor. Phillips mutmasste, die Männer könnten sich «zur falschen Zeit am falschen Ort» in der Nähe einer Militäranlage aufgehalten haben, wo eine glaubwürdige Gefahr eines Terroranschlags bestand.

Es könnte also sein, dass britische und US-Geheimdienste von einer konkreten Gefahr gegen den RAF-Stützpunkt wussten. Als die Behörden dann den Anruf der Anwohnerin erhielten, könnten sie gedacht haben, dass die Gefahr nun zur Realität wurde.

Theorie 4: Überwachungsoperation gestört?

Nach Informationen von «The iPaper» standen die gefassten Männer bereits seit einiger Zeit unter Beobachtung. Es könne sein, dass die Anwohnerin diese Überwachungsoperation unwissentlich störte, wie Sir Peter Fahy, ehemaliger Polizeichef der Greater Manchester Police, mutmasst.

Die örtliche Polizei könnte auf den Anruf reagiert haben, ohne zu wissen, dass es sich um eine Überwachungsoperation handelte, und diese dann gestört haben. Im Internet wird gemutmasst, dass die Verdächtigen deshalb so schnell freigelassen wurden, um die Überwachung fortsetzen zu können. Fahy bezweifelt dies jedoch. «Ich denke nicht, dass sie (die Behörden) ein solches Risiko eingehen würden.

Simon Misteli

Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.

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