Teresa Präauer wird Mainzer Stadtschreiberin 2027
Das ZDF, 3sat und die Landeshauptstadt Mainz verleihen den Stadtschreiber Literaturpreis im kommenden Jahr an die in Wien lebende Schriftstellerin Teresa Präauer. Der Preis ist mit 12.500 Euro dotiert. Die Preisträgerin erhält für ein Jahr Wohnrecht in der Stadtschreiberwohnung, die im Herzen der Mainzer Altstadt liegt, sowie das Angebot, gemeinsam mit dem ZDF und 3sat einen Film nach freier Themenwahl zu produzieren.
"Teresa Präauer bereichert die deutschsprachige Literatur mit stilistischer Souveränität und einem unverwechselbaren Ton", so die Jury. "Mit hellwachem Blick auf unsere Gegenwart erzählt sie genau und bilderreich in vielfältigen Genres für ein großes Publikum."
Der Beschleunigung unserer Zeit setzt sie die Kunst der Aufmerksamkeit entgegen und lässt uns Erwartungen und Projektionen erkennen, durch die wir die Welt wahrnehmen.
Begründung der Jury
Weiter heißt es zur Begründung von der Jury: "Große Themen wie Identität, Zugehörigkeit und Erinnerung entfaltet diese originelle Erzählerin der jüngeren Generation mit ebenso viel Leichtigkeit und Humor wie Tiefenschärfe. Immer wieder überrascht ihr Werk durch unerwartete Perspektiven - so auch ihr aktueller Essay 'Nie mehr weinen'."
... wurde 1979 in Linz geboren, studierte in Salzburg, Berlin und Wien Germanistik und Malerei und lebt in Wien. Sie hatte die Mainzer Poetikdozentur 2017 inne, ebenso Gastprofessuren an der FU Berlin, der Universität Zürich und an verschiedenen amerikanischen Universitäten. Ihr vielfältiges Werk umfasst Romane, Essays, sprachphilosophische Kolumnen und Theaterstücke.
Für ihren ersten Roman "Für den Herrscher aus Übersee" erhielt Präauer 2012 den ZDF-"aspekte"-Literaturpreis. Weitere Auszeichnungen folgten, darunter 2017 der Erich-Fried-Preis, 2024 der Bremer Literaturpreis für das Buch "Kochen im falschen Jahrhundert", 2025 der Preis der Stadt Wien für Literatur sowie Nominierungen für den Bachmannpreis, den Deutschen, Bayerischen und Österreichischen Buchpreis. Ihr neuer Roman "Eine Liebe, zehn Tage" erscheint im Frühjahr 2027.
Der Mainzer Stadtschreiber Literaturpreis wird seit 1985 jährlich vergeben.
- 2026: Sven Regener
- 2025: Annett Gröschner ("Drei ostdeutsche Frauen bummeln durchs Land und prüfen die Schwerkraft der Verhältnisse")
- 2024: Julia Schoch ("Bitte um Rückruf - Interview mit einer Schriftstellerin")
- 2023: Alois Hotschnig ("Nach den Kriegen - Eine Spurensuche am Rhein")
- 2022: Dörte Hansen ("Inseln im Regen - Sehnsucht nach den Färöern")
- 2020/2021: Eugen Ruge ("Aussterbende Art")
- 2019: Eva Menasse ("Ich habe kein Talent zum Hassen")
- 2018: Anna Katharina Hahn ("Tauben in den Städten")
- 2017: Abbas Khider (keine Produktion)
Der Jury für die Auszeichnung 2027 gehören an: Dörte Hansen, Julia Schoch, Peter Stamm, Feridun Zaimoglu, ZDF-Programmdirektorin Nadine Bilke, ZDF-Kulturchefin Anne Reidt, 3sat-Senderchefin Natalie Müller-Elmau, 3sat-"Kulturzeit"-Chefin Anja Fix, ZDF-Kulturredakteurin Susanne Becker (Jury-Vorsitzende), der Mainzer Kulturdezernent Ata Delbasteh sowie der aktuelle Stadtschreiber Sven Regener.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.