Pegelstand bei Kaub erreicht Rekordtief von zwei Zentimetern
Das seit Wochen herrschende Niedrigwasser des Rheins hat ein Rekordtief erreicht. An dem für die Schifffahrt wichtigen "Nadelöhr" in Kaub in Rheinland-Pfalz fiel der Pegelstand auf zwei Zentimeter - das sind fünf Zentimeter unter dem bisherigen Tiefstwert vom 17. August, wie aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein (WSA) hervorgeht. "Die Lage bleibt weiterhin angespannt", sagte ein Sprecher.
Pegelstände sind ein Referenzwert für die Schifffahrt, der Rhein ist in Kaub tatsächlich noch gut einen Meter tiefer.
Besonders bei Niedrigwasser ist es wichtig, dass die Schiffsführer wissen, wie tief die Fahrrinne im Fluss gerade ist. Der Pegel ist damit nicht identisch. Jana Pareigis erklärt mit Grafik.
06.08.2026 | 0:33 minFahrrinne für Schiffe verengt sich weiter
Auch an einigen Messstationen in Nordrhein-Westfalen werden in den nächsten Tagen historische Tiefstände erwartet. So soll der Pegelstand in Düsseldorf laut Prognose am Samstag wieder ins Negative abgleiten und noch unter den August-Wert von minus einem Zentimeter fallen. Auch in Duisburg-Ruhrort könnte der bisherige Tiefststand von 129 Zentimetern am Samstag unterschritten werden.
In Köln betrug der Pegelstand am Freitag 49 Zentimeter. Das bisherige Rekordtief von 45 Zentimetern könnte am Montag wieder erreicht werden.
Laut Deutschem Wetterdienst war dieser Sommer der zweitwärmste, der je in Deutschland gemessen wurde. Vielerorts machte sich das bemerkbar, etwa durch Niedrigwasser oder Waldbrände.
31.08.2026 | 1:23 minDie Pegelstände des Rheins der verschiedenen Messstationen sind nicht direkt miteinander vergleichbar, da es keinen einheitlichen Nullpunkt für alle gibt.
Niedrigwasser als Belastung für die Wirtschaft
Das Niedrigwasser macht der Schifffahrt seit Monaten zu schaffen. Frachtschiffe können nur noch mit deutlich eingeschränkter Ladung fahren.
Die zur Verfügung stehende Fahrrinnentiefe bleibt eingeschränkt und reduziert sich durch die Entwicklung der Pegelstände somit weiter.
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein
"Im Grunde genommen ist für die meisten Transporte der Rhein zweigeteilt", sagte der Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank (HCOB), Cyrus de la Rubia. "Daraus ergeben sich Ineffizienzen im Transport und Lieferkettenprobleme", betonte der Ökonom. Diese bremsten die deutsche Wirtschaft.
Rekordhitze, Waldbrände und Niedrigwasser: Wie teuer der Klimawandel jetzt schon ist und in Zukunft noch werden kann, analysiert ZDFheute live.
06.08.2026 | 12:58 minNachhaltige Entspannung nicht in Sicht
Nach Einschätzung der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) ist eine nachhaltige Entspannung der Niedrigwassersituation aktuell weiterhin nicht in Sicht.
Möglicherweise könnten für die erste Oktober-Woche angesagte Niederschläge vorübergehend etwas Entlastung bringen.
Quelle: dpa, Reuters
Über dieses Thema berichtete heute am 31.08.2026 um 19:00 Uhr.
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