Italien drohen Engpässe: Leere Regale nach Blockaden
Proteste weiten sich aus:Italien drohen Engpässe: Leere Regale nach Blockaden
Blockierte Autobahnen, leere Regale, kein Sprit: Proteste gegen hohe Preise führen im Süden Italiens zu Versorgungsengpässen. Die Meloni-Regierung steht unter Druck.
Im Süden Italiens weiten sich die Proteste gegen die hohe Inflation aus. Wegen Straßenblockaden durch Lkw-Fahrer können inzwischen in zahlreichen Supermärkten die Regale nicht mehr gefüllt werden. In Regionen wie Apulien oder Kalabrien hat dies bereits zu Versorgungsengpässen geführt. Die Proteste richten sich insbesondere gegen drastisch gestiegene Diesel-Preise, aber auch gegen hohe Mautkosten sowie die verzögerte Auszahlung staatlicher Hilfen.
Auf wichtigen Verkehrsachsen des Landes wie den Autobahnen A1 und A30 kam es durch die Blockaden zu langen Staus. Auch Raffinerien sowie Zufahrten von Häfen wurden blockiert.
In mehreren europäischen Ländern wächst der Protest. In Albanien und Italien gehen Menschen auf die Straße. Gründe wie Korruption, hohe Preise oder Missstände im Bildungssystem treiben die Menschen zu Demonstrationen.
19.10.2026 | 3:06 minLeere Regale und kein Benzin an manchen Tankstellen
Den Protesten haben sich auch Landwirte und Spediteure angeschlossen. Verlangt werden sofortige Steuererleichterungen wie die vollständige Befreiung von Agrardiesel und konkrete Zusagen der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni. Die rechte Regierungschefin hat Gespräche zugesagt.
Betroffen sind hauptsächlich die Regionen Apulien und Kalabrien sowie Italiens größte Mittelmeerinsel Sizilien. An manchen Tankstellen dort sind Benzin und Diesel ausgegangen. Aus Supermärkten gibt es Berichte über komplett leer geräumte Regale. Vor allem frische Produkte wie Obst und Gemüse sind Mangelware, aber auch andere Lebensmittel waren teils nicht mehr zu bekommen.
In Frankreich und Italien eskalieren Proteste, in Portugal demonstrieren Menschen gegen Wohnungsnot. Was treibt vor allem junge Menschen auf die Straße? ZDFheute live analysiert.
19.10.2026 | 18:10 minMeloni steht unter Druck
Die gestiegenen Lebenshaltungskosten - das "caro vita", das teure Leben - sind in Italien bereits seit Monaten landesweit Thema. Im September lag die Inflationsrate bei 4,2 Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland waren es 3,3 Prozent. Demgegenüber sind die Löhne, die im Durchschnitt ohnehin niedriger liegen als in vielen anderen europäischen Ländern, seit Jahren real nicht gestiegen. Auch bei Schülerdemonstrationen am Freitag vergangener Woche, aus denen in einigen Städten Krawalle wurden, ging es um die hohen Preise.
Melonis Regierung aus drei rechten und konservativen Parteien gerät durch die Protestbewegung zunehmend unter Druck. Verkehrsminister Matteo Salvini sagte am Mittwoch im Radio, dass der Staat seit März mehr als eine Milliarde Euro an Hilfen für Lkw-Fahrer freigegeben habe. Ministerpräsidentin Meloni hatte im vergangenen Monat bereits angekündigt, dass der Staat im nächsten Jahr auf die Kfz-Steuer teilweise verzichtet. 2027 wird in Italien gewählt.
In französischen Städten kommt es momentan zu gewalttätigen Ausschreitungen. Jacob Ross von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik erklärt, wer da gerade protestiert.
20.10.2026 | 0:58 minQuelle: dpa
Über das Thema berichtete unter anderem heute in Europa am 19.10.2026 ab 16 Uhr.
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