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Friday, October 2, 2026

Angriff auf Leipziger Flughafen: Oleg L. soll dahinterstecken

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  • Oleg L. soll den Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle vorbereitet und ihn zuvor ausgekundschaftet haben.
  • Der Russe soll Verbindungen zum Militärgeheimdienst GRU haben. Deutschen Behörden waren diese offenbar schon vor dem Angriff bekannt.
  • Für die Ausführung soll L. einen «Wegwerf-Agenten» eingesetzt haben. DNA-Spuren bringen einen Belarussen mit der verwendeten Technik in Verbindung.

Auf den sozialen Medien wirkt Oleg L. zunächst unauffällig. Der Russe zeigt sich beim Angeln, Skifahren oder auf Töfftouren durch Europa. Nach Erkenntnissen deutscher Ermittler soll der Familienvater jedoch ein Doppelleben geführt haben.

Wie die britische Zeitung «The Telegraph» und die deutsche «Welt am Sonntag» in einer gemeinsamen Recherche berichten, soll L. im Sommer über die Türkei nach Deutschland gereist sein. Dort soll er einen Sabotageangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle vorbereitet haben. Die beiden Medien berufen sich auf geheime Dokumente deutscher, polnischer und litauischer Nachrichtendienste sowie auf Gespräche mit hochrangigen westlichen Geheimdienstvertretern.

Olegs GRU-Verbindung war den Behörden bekannt

Eine Woche vor dem Angriff soll L. am Berliner Flughafen ein Mietauto genommen haben und damit mehrere mutmassliche Waffenverstecke aufgesucht haben. Am 31. Juli soll er zudem den Flughafen Leipzig/Halle ausgekundschaftet haben. Standortdaten des Mietwagens sollen zeigen, dass er sich in der Nähe der Terminals aufhielt. Der Flughafen Leipzig/Halle spielt beim Transport von Militärgütern und bei der Unterstützung der Ukraine eine wichtige Rolle.

Fünf Tage nach der mutmasslichen Erkundung traf eine mit Sprengstoff beladene Drohne den Flügel einer abgestellten ukrainischen Antonow An-124 und stürzte auf das Vorfeld. Der Sprengsatz detonierte nicht. Die Maschine hatte laut Ermittlern rund 25'000 Liter Kerosin an Bord.

Die 1,8 Kilogramm Semtex-Sprengstoff sollen über Bulgarien und Serbien nach Deutschland geschmuggelt worden sein. Den deutschen Behörden soll bereits bekannt gewesen sein, dass L. mit dem russischen Militärgeheimdienst GRU in Verbindung gebracht wird. Trotzdem sei er nach seiner Einreise nicht überwacht worden.

L. soll einen «Wegwerf-Agenten» eingesetzt haben

Laut einem vertraulichen Polizeibericht befand sich zudem militärische Munition an Bord eines der Antonow-Frachtflugzeuge, die am Terminal standen. Ermittler fanden nach dem Vorfall auch Überreste zweier weiterer Drohnen und eine improvisierte Antennenanlage an einem Baum, die zur Steuerung gedient haben könnte.

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L. soll den Angriff nicht selbst ausgeführt haben. Deutsche Ermittler verdächtigen den Belarussen Andrei K. Er soll als sogenannter «Wegwerf-Agent» eingesetzt worden sein. An der Antennenanlage fanden sie demnach DNA-Spuren von K. Polnische Ermittler brachten ihn später auch mit einem Brandanschlag aus dem Jahr 2024 in Lodz in Verbindung, der als staatlich gesteuerte Sabotage eingestuft wurde.

Spur führt zum russischen Militärgeheimdienst

Zudem soll L. seit 2007 Kontakt zu Denis S. haben. Ein litauischer Geheimdienstbericht bezeichnet S. als Leiter der Ukraine-Abteilung des GRU und bringt ihn mit verdeckten Sabotageoperationen in Europa in Verbindung.

In den Geheimdienstunterlagen wird auch die GRU-Einheit 29155 genannt. Ihre Mitglieder sollen unter anderem für den Umgang mit Sprengstoff und Waffen ausgebildet sein. Ermittler sehen zudem Ähnlichkeiten zwischen dem Leipziger Sprengsatz und Vorrichtungen aus anderen mutmasslichen russischen Sabotageplänen in Europa.

Die russische Botschaft in Berlin weist die Vorwürfe zurück. Sie spricht von «unbegründeten Anschuldigungen» und einer «antirussischen Hysterie» in Europa.

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Jasmin Steiger

Jasmin Steiger (jst) arbeitet seit 2026 für 20 Minuten. Sie arbeitet am Newsdesk und schreibt über verschiedenste Themen.

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