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Sunday, September 27, 2026

Ernährungsinitiative chancenlos: Volk gibt Anliegen klaren Korb

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  • Am Sonntag wurde über die Ernährungsinitiative abgestimmt.
  • Die Schweizer Stimmbevölkerung lehnte die Vorlage mit 72,5 Prozent ab.
  • Für die Befürworter «steht die Schweiz am Abgrund» – für die Gegner zeige das Nein, dass die Schweizer Bevölkerung hinter der Landwirtschaft stehe.

Die Schweizer Stimmbevölkerung stellt sich gegen die Ernährungsinitiative von Franziska Herren und ihrem Verein «Sauberes Wasser für alle». Die Stimmberechtigten schickten das Anliegen mit 72,5 Prozent Nein-Stimmen bachab.

Bereits im Vorfeld war klar, dass ein Sieg für die Initianten schwierig werden würde: Die letzte Umfrage sagte ein deutliches Nein voraus, lediglich die Basis der Grünen unterstützte die Vorlage.

Befürworter: «Wir stehen am Abgrund»

Trotz klarer Schlappe zeigte sich die parteilose Initiantin Franziska Herren nach der ersten Hochrechnung nicht enttäuscht: «Wir haben bisher 28 Prozent. Das ist für uns ein gutes Resultat», sagte sie mit Verweis auf das Parlament, wo die Initiative keine einzige Stimme bekam.

Franziska Herren erklärt im Interview, warum sie trotz der Niederlage nicht enttäuscht ist.20min/Stefan Lanz

«Die Natur spricht für uns und unsere Sprache. Das Parlament und der Bundesrat haben nicht vorgesorgt für unsere Wassersicherheit und Ernährungssicherheit. Wir stehen am Abgrund», sagt Herren im Interview mit 20 Minuten. Es brauche eine effizientere, nachhaltigere Landwirtschaft. Sprich, es müssten mehr pflanzliche Lebensmittel auf der Ackerfläche angebaut werden.

Politologin analysiert

«Die Initiative hatte von Anfang an einen schweren Stand», erklärt Politologin Jenny Roberts von GFS Bern. Die Themen, die die Initiative aufgriff, seien in der Bevölkerung durchaus auf Sympathien gestossen. «Politisch war die Initiative aber von Beginn weg stark isoliert – im Parlament sprach sich kein einziges Mitglied für sie aus.»

«Die Initiative hatte von Anfang an einen schweren Stand», sagt Politologin Jenny Roberts.

«Die Initiative hatte von Anfang an einen schweren Stand», sagt Politologin Jenny Roberts.20min/Thomas Leu

Das sei auch an der Initiantin Franziska Herren gelegen: «Herren hielt an ihrer Lösung fest und zeigte sich wenig kompromissbereit gegenüber potenziellen politischen Partnern.» So habe sie sich politisch in eine Aussenseiterposition gedrängt.

«Die Themen, welche die Initiative aufgeworfen hat, dürften politisch aktuell bleiben.» So etwa in der Debatte um die Agrarpolitik 2030+.

Gegner: «Bevölkerung steht hinter der Landwirtschaft»

Bei den Gegnern der Ernährungsinitiative ist die Freude über das klare Resultat gross: «Es zeigt, dass die Bevölkerung hinter der Landwirtschaft steht», sagt Bauer und SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh im Interview mit 20 Minuten. Das Resultat sei ein Vertrauensbeweis gegenüber den Bauern und Bäuerinnen in der Schweiz.

«Die Landwirtschaft produziert das, was die Konsumenten nachfragen. Dafür braucht es keine Initiative», sagt SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh.20min/Christof Vuille

«Die Schweizer Landwirtschaft wird das produzieren, was die Konsumenten nachfragen. Das war bisher so und wird auch in Zukunft so sein», sagt Wandfluh auf die Frage, ob man den Initianten ein Stück weit entgegenkommen und mehr pflanzliche Lebensmittel anbauen will.

Linke Gegner der Initiative betonen, dass «das Nein keine Absage an eine nachhaltige Landwirtschaft ist»: «Der hohe Selbstversorgungsgrad war unrealistisch», sagte etwa Christine Badertscher, Nationalrätin der Grünen und Bäuerin gegenüber SRF.

Delia Bachmann

Delia Bachmann (dba), Jahrgang 1993, arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Als Redaktorin im Ressort Politik berichtet sie über das Geschehen in Bundesbern.

Christina Pirskanen

Christina Pirskanen (pir) arbeitet seit 2022 für 20 Minuten. Sie ist seit Januar 2026 stv. Leiterin des Ressorts Politik.

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