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Sunday, November 8, 2026

Marmorbruch – Wenn Tessiner Marmor zum Designobjekt wird

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Der einzige noch aktive Marmorsteinbruch der Schweiz liegt im Tessin. Doch günstige Importe und täuschend echter Keramik-Marmor setzen dem Geschäft zu. Nun will das Tessiner Familienunternehmen den Cristallina-Marmor als exklusive Luxus- und Designmarke positionieren.

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08.11.2026, 18:19

Hoch über Peccia im Maggiatal, auf rund 1200 Metern über Meer, wird der sogenannte Cristallina-Marmor abgebaut und in Biasca verarbeitet.

Grosser roter Lastwagen transportiert grossen Steinblock vor steiniger Felswand.
Legende: Lastwagen bringen die tonnenschweren Marmorblöcke von Peccia nach Biasca zur Vearbeitung. Iwan Santoro/SRF

Das Tessiner Familienunternehmen Maurino Graniti betreibt den Steinbruch seit 2010. Für Firmeninhaber Cesare Maurino ist er weit mehr als nur ein Geschäft.

Dieser Marmor ist unser ganzer Stolz

Gemeinsam mit seiner Frau Natascia führt Maurino das Unternehmen in vierter Generation. Neben dem Marmorbruch betreibt die Familie weitere Steinbrüche im Tessin. Aber so sagt Cesare Maurino: «Dieser Marmorsteinbruch ist unser ganzer Stolz.»

Klein im internationalen Vergleich

Wie viel Marmor derzeit abgebaut wird, kann oder möchte das Unternehmen nicht bekannt geben. Abgebaut werde der Marmor heute hauptsächlich auf Bestellung, sagt Geschäftsinhaber Cesare Maurino. In der Vergangenheit lag die Jahresproduktion bei rund 600 Kubikmetern, was ungefähr dem Volumen eines Einfamilienhauses entspricht.

Im Vergleich zu den weltberühmten Steinbrüchen von Carrara in Italien sind das bescheidene Mengen. Dort wird jährlich ein Vielfaches an Marmor gewonnen.

Trotzdem glaubt die Familie Maurino an das Potenzial des Cristallina-Marmors.

Seine Besonderheit seien die Kristalle im Gestein, die dem Stein einen charakteristischen Glanz verleihen. Cristallina-Marmor gibt es in insgesamt 16 Farbvarianten, von klassischem Weiss-Grau bis zu Grün-, Schwarz- oder Violetttönen.

Konkurrenz durch Keramik-Marmor

Doch die Marktbedingungen haben sich verändert. Besonders stark setzt dem Naturstein die Konkurrenz durch Keramikprodukte zu, die echtem Marmor zum Verwechseln ähnlich sehen.

Moderne Technologien ermöglichen es, Natursteinoberflächen zu fotografieren und digital nachzubilden. Das Ergebnis sind Keramikplatten, die oft deutlich günstiger sind als das Original.

Gerade bei Fassaden, Badezimmern oder Bodenbelägen greifen Bauherren heute häufig auf diese kostengünstigeren Alternativen zurück.

Vom Rohstoff zur Luxusmarke

Anstatt ausschliesslich auf den Verkauf von Rohmaterial zu setzen, verfolgt die Familie Maurino deshalb eine neue Strategie. Unter dem Namen Cristallina Design entstehen Design- und Luxusobjekte aus dem Tessiner Marmor.

Im firmeneigenen Ausstellungsraum in Biasca stehen heute Vasen, Weinhalter, Kerzenständer oder Schmuckobjekte aus Cristallina-Marmor. Besonders stolz ist Natascia Maurino auf ein exklusives Schachspiel, dessen Figuren vollständig aus dem Naturstein gefertigt sind.

Die Entwürfe stammen von Designerinnen und Designern aus der Schweiz, produziert wird hauptsächlich im Tessin.

Luxus für eine internationale Kundschaft

Günstig sind die Designobjekte allerdings nicht. Selbst einfache Kerzen- oder Schmuckständer kosten mehrere tausend Franken. Das handgefertigte Schachspiel bewegt sich gar im fünfstelligen Preisbereich.

Die Zielgruppe ist entsprechend klar definiert: vermögende Kundinnen und Kunden, die Wert auf Exklusivität, Herkunft und Handwerkskunst legen.

Mit dieser Strategie soll Cristallina-Marmor künftig nicht nur als Baumaterial wahrgenommen werden, sondern als Designerprodukte aus der Schweiz. Ob es dafür einen Markt gibt, ist eine andere Frage.

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