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Thursday, October 1, 2026

Illegale Müll-Entsorgung – Ärger über Abfall: Basler Quartier fühlt sich vernachlässigt

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Nur wenige Schritte entfernt von der beeindruckenden Architektur des Messeplatzes, einer Visitenkarte von Basel, macht die Stadt einen schlechten Eindruck: Müllhaufen sammeln sich an manchen Ecken über Wochen, ramponierte Möbel stehen auf Trottoirs und Krähen rupfen Müllsäcke auf.

Person steht neben einer mit Müll bedeckten Strasse, umgeben von Büschen.
Legende: Mancherorts wachsen Müllhaufen über Wochen, wie hier vor einem Altbau an der Isteinerstrasse hinter der Messe. Das ärgere viele Quartierbewohnerinnen und -bewohner, sagt Anwohnerin Monica Aponte. SRF / Rachelle Strub

Bewohnenden des Rosental-Quartiers zwischen Badischem Bahnhof, Musical-Theater und Messe ist der Kragen geplatzt, weil die Stadt trotz wiederholter Hinweise kaum aufgeräumt habe: In einem Brief an SRF mit zehn Unterschriften schreiben sie von einem «beschämenden Zustand», einer «Zumutung» und einem «klaren Versagen der zuständigen Behörden».

Monica Aponte ist eine der Unzufriedenen. Seit etwa zwei Jahren stelle sie eine Verschlechterung fest. Die Venezolanerin lebt seit über zwanzig Jahren im Kleinbasel; sie arbeitet nach eigenen Angaben in der Immobilienbranche und leiste freiwillige Sozialarbeit.

Es gibt einen Unterschied zwischen ‹Gratis zum Mitnehmen› und etwas gratis entsorgen wollen.

Die Müll-Situation schade ihrem Quartier und der ganzen Stadt sehr, sagt sie bei einem Rundgang mit SRF. Empört ist sie, wenn sie diesen Zustand in der reichen Schweiz mit ihrer alten Heimat vergleicht: Sie wolle hier keine Verhältnisse wie in Venezuela.

Ein grosser Dorn im Auge ist Sperrmüll. Beim Rundgang sind gerade ein ramponiertes Kinderbett und ein versiffter Teppich auf einem Trottoir. «Es gibt einen Unterschied zwischen ‹Gratis zum Mitnehmen› und etwas gratis entsorgen wollen. Das eine kann man immer noch gebrauchen, das andere nicht», ärgert sich Aponte.

Eine andere Quartierbewohnerin, die vorbeikommt, weist auf Müll hinter einem temporären Strassenfussballplatz auf dem Messeplatz hin, der nicht weggeräumt werde.

Beide halten fest, dass eigentlich rücksichtslose Anwohnerinnen und Anwohner die Ursache des Problems seien.

Sanktionen gefordert

Lösen müssten es aber die Behörden, sind sie sich einig: Es brauche Druck auf Fehlbare, und die Stadtreinigung müsse den Müll wegräumen. Ohne Sanktionen höre niemand auf, illegal zu entsorgen, sagt Aponte.

Ihre Quartierkollegin sagt, sie habe selber schon bei den Behörden angerufen, woraufhin geputzt worden sei – doch rasch sei wieder alles beim Alten gewesen. «Das nimmt einem halt den Mut, wieder etwas zu melden.»

Es muss sich niemand vernachlässigt fühlen.

Aponte und andere hätten auch schon mehrmals Mails geschrieben, aber keine Antwort bekommen. Sie fühlten sich von der Stadt darum vernachlässigt.

Das Bau- und Verkehrsdepartement weist die Kritik aus dem Rosental-Quartier zurück: «Wir putzen dort nicht nicht weniger als an allen anderen Orten in der Stadt», sagt Sprecher Daniel Hofer, unter der Woche jeden Tag. «Es muss sich niemand vernachlässigt fühlen.» Die Stadt kontrolliere durchaus und büsse auch.

Die Basler Behörden seien beim Abfall nicht weniger streng als früher, sagt Timo Weber, Leiter Abfall und Rohstoffe beim baselstädtischen Amt für Umwelt und Energie. Es habe heute tendenziell mehr Abfälle als vor zehn Jahren; sie hätten aber auch deutlich mehr Personal.

Meldungen von der Bevölkerung und der Stadtreinigung gingen sie nach und seien so auch fast täglich im Rosental unterwegs. Meldungen zu illegalen Abfällen versuchten sie jeden Tag abzuarbeiten.

1500 Bussen im Jahr

Die Fehlbaren seien leider manchmal nicht zu finden und bestrafen, etwa bei einer Matratze. Aktuell lägen die Abfall-Bussen insgesamt auf Vorjahreslevel – «auf hohem Niveau stabil». Pro Jahr seien es rund 1500 Bussen; auf der Kantons-Webseite seien diese nach Quartier aufgeschlüsselt.

Ab August lösten nationale Littering-Regeln die kantonalen ab, mit Bussen von 80 bis 250 Franken. Wenn die Abfalldetektive Säcke aufschlitzen, führe das neu zu einer Verzeigung, also einem Strafverfahren.

Die Sauberkeit sei im Rosental vergleichbar mit der Altstadt, betont Hofer. Das zeigten die regelmässigen automatisch ausgewerteten Kamera-Messfahrten. «Insgesamt ist das Quartier grundsätzlich sauber.» Aus dem Rosental werde mehr Müll gemeldet, in anderen Quartieren gebe es aber deutlich mehr wilde Deponien als dort.

Auf Privatboden Eigentümer verantwortlich

Die Behörden kümmern sich indes nur um den öffentlichen Raum. Auf privatem Boden räume die Stadtreinigung nicht auf, hält Hofer fest. Dort seien die Eigentümer verantwortlich – auch dafür, die Mieterschaft zu korrektem Verhalten zu bewegen.

Regionaljournal Basel Baselland, 30.9.2026, 17:30 Uhr ;  lanr;ledn;rama

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