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Friday, November 6, 2026

Mali: Fast 4.000 Vertriebene nach Angriff auf Souleye

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Am 1. und 2. September hatten mehrere hundert dschihadistische Kämpfer auf Pick-ups und Motorrädern die Ortschaft Souleye angegriffen. Es gab zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung, einige Menschen wurden von den Terroristen regelrecht hingerichtet.

Obwohl sich niemand offiziell zu dem Angriff bekannt hat, vermuten lokale Quellen Kämpfer der MLF (Macina-Befreiungsfront) hinter dem Angriff. Sie gehören der Al-Kaida-nahen JNIM (Jama'at Nusrat al-Islam wal-Muslimin, Gruppe für die Unterstützung des Islam und der Muslime) an und sind in diesem Gebiet im Zentrum Malis sehr aktiv.

Die DW konnte mit einem Vertriebenen sprechen, der in Macina Zuflucht gefunden hat. Er stehe noch immer unter dem Schock der Gewalttaten in seinem Dorf, sagte er. "Am 1. September dauerten die Schüsse zwischen 16 und 19 Uhr an. Nach der Feuerpause zählten wir mehrere Tote, mehrere Geschäfte auf dem Markt waren niedergebrannt. Auch der Wasserturm des Dorfes wurde zerstört."

Von Panik erfasst, flohen viele Einwohner mit Einbruch der Dunkelheit. Sie versuchten, mit einfachen Fischerbooten über den Niger zu entkommen, um so die Nachbarorte Macina und Sarro zu erreichen. Ihren Besitz mussten sie zurücklassen.

"Die Angreifer kehrten am nächsten Tag, dem 2. September, zurück", berichtet der Geflüchtete der DW. "Sie forderten die Frauen und Kinder auf, das Dorf zu verlassen. So gingen einige nach Macina und andere nach Sarro."

Aufruf zu humanitärer Hilfe

Dort angekommen, benötigen die Menschen dringend Hilfe - vor Ort organisiert sich aktuell die Solidarität: Ein lokaler Krisenstab unter der Leitung des Kreispräfekten versucht, die Hunderte von Haushalten zu erfassen, die sich in Macina niedergelassen haben, um sie zu registrieren und ihnen den Status als Vertriebene zu gewähren. Aber auch, um die Bereitstellung von Hilfsgütern für die Menschen zu erleichtern.

Mali Faladiè 2025 | Humanitäre Lage der Binnenflüchtlinge fünf Jahre nach dem Putsch
Flüchtlingslager in Faladiè (August 2025): Die humanitäre Lage der Binnenflüchtlinge ist in Mali seit Jahren ein großes ProblemBild: Mahamadou Kane/DW

Die humanitäre Organisation "Aktion gegen den Hunger" (ACF) errichtet Notunterkünfte und Latrinen und stattet Lager für die Vertriebenen aus. Die Ärzte ohne Grenzen (MSF) sind mit einer mobilen Klinik vor Ort, in Zusammenarbeit mit den staatlichen Stellen in Macina. Dominique Kouadio ist Missionsleiter von MSF in Mali. Im DW-Gespräch richtet er einen Appell an andere humanitäre Organisationen:

"Derzeit konzentriert sich unsere Unterstützung bei MSF vor allem auf medizinische Bedürfnisse. Bislang beschränken wir uns darauf, die Teams des Ministeriums für Gesundheit und öffentliche Hygiene zu unterstützen." Die Vertriebenen benötigten aber weitergehende Hilfe, so Kouadio - in Form von Nahrungsmitteln, aber auch in Bezug auf ihre Lebensbedingungen, Hygiene und Unterkünfte.

Denn die humanitäre Lage in Macina ist nach wie vor kritisch. Die provisorischen Unterkünfte, Familienunterkünfte sowie Aufnahmezentren sind mittlerweile völlig überlastet.

JNIM stärkste dschihadistische Kraft im Sahel

Seit Jahren kämpft Mali gegen eine sich ausbreitende dschihadistische Gewalt. Nach dem Abzug französischer Truppen und trotz der engen Zusammenarbeit mit Russland baut die Terrorgruppe JNIM ihren Einfluss weiter aus. Sie wurde 2017 gegründet und vereint mehrere islamistische Gruppen unter dem Banner von Al-Kaida. Inzwischen ist sie in manchen Gebieten des Landes präsenter als der malische Staat.

Die Gruppe möchte eine islamistische Ordnung aufbauen und staatliche Strukturen sowie westliche Einflüsse verdrängen. Nach Angaben des US National Counterterrorism Center war JNIM 2025 für mehr als 1.200 Todesopfer verantwortlich.

JNIM ist nicht nur in Mali, sondern auch in Burkina Faso, Niger und den Küstenstaaten Westafrikas aktiv. Ende Juli 2026 hatte US-Präsident Donald Trump Militärschläge gegen die JNIM erwogen. Doch dazu kam es nicht. Zudem wäre fraglich gewesen, ob sie die Terrorgefahr im Sahel auch tatsächlich mittel- oder gar langfristig eingedämmt hätten.

Mali Bamako 2026 | Denkmal zur Unterstützung der malischen Armee nach Rebellenangriffen
Ein Denkmal zur Unterstützung der malischen Armee in Bamako, MaliBild: AFP
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