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Friday, November 6, 2026

Koch verweigert Ananas auf der Pizza – dann verliert er den Job

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Pizza mit Schinken und Ananas: Das wünschte sich ein Gast für seine Veranstaltung im La Costa in Brisbane. Für den Anlass gab er umgerechnet rund 8500 Franken aus. Küchenchef Davide Tamburella wollte die Pizzen trotzdem nicht machen – und verlor seinen Job.

Dabei versprach das Restaurant selbst ein Stück Italien mitten in Australien. Meergrüne und weisse Einrichtung, Eichenholztische, klassische italienische Gerichte: Im La Costa sollten sich die Gäste wie an der italienischen Riviera fühlen.

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Bei der Pizza verstand Tamburella entsprechend wenig Spass. Für ihn sei der Belag eine «Beleidigung seiner Kultur». Das geht aus der Entscheidung der australischen Fair Work Commission hervor, bei der sich der Koch gegen seine Kündigung wehrte. Anweisungen seines Chefs müsse er nicht befolgen, wenn sie seine Kultur verletzten, erklärte er.

Es war nicht die erste Diskussion über Ananas auf Pizza. Laut dem Bericht räumte Tamburella ein, innerhalb von vier Jahren bereits zum dritten Mal verweigert zu haben, eine Pizza mit der Frucht zu belegen. Seinen Chef hatte er zuvor aufgefordert, sich darüber zu informieren, wie wichtig es Italienern sei, keine Ananas auf Pizza zu legen. Auch auf Linkedin beschäftigt sich Tamburella mit dem Respekt vor Zutaten. In einem Beitrag schrieb er: «Kochen ist Kreativität, aber es ist auch Verantwortung.»

Der Restaurantchef nimmt es weniger streng

Restaurantbetreiber Elliot Ingram sei selbst kein grosser Pizza-Hawaii-Fan, sieht die Sache aber pragmatischer: «Es ist nicht gerade mein absoluter Favorit. Aber ich werde deswegen nicht die Nase rümpfen», sagt er dem «Guardian». Auf der Kinderkarte habe die Kombination früher ohnehin schon gestanden. Nach 17 Jahren in der Gastronomie habe er gelernt, sich seine Kämpfe auszusuchen.

Mit seinem Küchenchef gab es noch andere Konflikte: Bei einem Gespräch kritisierte die Geschäftsleitung neben der verweigerten Pizza auch seine derbe Sprache und zunehmende Frustration bei der Arbeit.

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Zwei Wochen später wurde Tamburella entlassen. Er wehrte sich gegen die Kündigung, reichte seinen Antrag bei der Arbeitskommission aber zu spät ein. Ob die Entlassung gerechtfertigt war, blieb deshalb ungeklärt.

Der Vorfall ereignete sich ausgerechnet in Queensland – den Bundesstaat bezeichnet man als Hochburg der Ananas, weil er die gesamten kommerziell angebauten Ananas des Landes liefert. An der Sunshine Coast knipsen Besucher regelmässig Fotos neben dem Wahrzeichen The Big Pineapple – einer denkmalgeschützten, 16 Meter hohen Ananas und einem lokalen Wahrzeichen.

Ausgerechnet in Queensland, dem Zentrum des australischen Ananasanbaus, kam es zum Streit um den Pizzabelag.

Ausgerechnet in Queensland, dem Zentrum des australischen Ananasanbaus, kam es zum Streit um den Pizzabelag.Getty Images

Wegen Pizza Hawaii ist der Koch nun sein Visum los

Mit dem Job verlor Tamburella auch die Unterstützung für sein Visum. Seit mehr als drei Jahren versuchte er, eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung für Australien zu bekommen – das Restaurant unterstützte ihn dabei.

Sein Chef wollte ihm diese Chance trotz der Kündigung noch lassen. Nach eigenen Angaben wartete Ingram so lange wie erlaubt, bevor er die Entlassung den Behörden meldete. Er hoffte, dass das Visum bis dahin bewilligt wäre. Doch daraus wurde nichts: Tamburella muss das Verfahren von vorne beginnen.

Eine neue Stelle hat der italienische Küchenchef inzwischen: Laut seinem Linkedin-Profil kocht er heute im Restaurant Don Gino in Brisbane. Pizza mit Ananas steht dort nicht auf der Karte.

Was ist die schlimmste Zutat, die du schon auf einer Pizza gesehen oder gar gegessen hast?

Gloria Karthan

Gloria Karthan (glo), arbeitet seit 2019 für 20 Minuten. Sie ist Mitglied der Redaktionsleitung und Leiterin des Lifestyle-Teams.

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