Der IC1 könnte schneller sein – diese Punkte bremsen ihn aus

- Die Fahrt mit dem IC1 von St. Gallen nach Genf dauert heute rund vier Stunden zwanzig Minuten – fast gleich lang wie schon 1979.
- ETH-Verkehrsexperte Ulrich Weidmann zeigt in einer Studie, dass allein mit betrieblichen Massnahmen bis zu 43 Minuten eingespart werden könnten.
- Die SBB äussert sich nicht zu den konkreten Vorschlägen und betont, schnellere Verbindungen dürften Pünktlichkeit und Anschlüsse nicht beeinträchtigen.
Die Fahrt mit dem IC1 von St. Gallen nach Genf dauert heute rund vier Stunden und zwanzig Minuten – beinahe gleich lang wie 1979. Dem ETH-Verkehrsexperten Ulrich Weidmann zufolge könnte es jedoch auch schneller gehen, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.
In einer Studie für kantonale Verkehrs- und Baudirektionen kommt der 63-Jährige zum Schluss, dass sich die Fahrzeit auch ohne langjährige Baustellen deutlich reduzieren liesse. Allein mit Änderungen im Betrieb wäre theoretisch eine Ersparnis bis zu 43 Minuten möglich.
Hier könnte es schneller gehen
An folgenden Stellen sieht der Verkehrsexperte laut der «Aargauer Zeitung» grosses Potenzial:
- Erhöhung der Geschwindigkeit auf der Neubaustrecke Mattstetten–Rothrist: vier Minuten Zeitersparnis.
- Moderne Regelungs- und Automationstechnik: neun Minuten Zeitersparnis.
- Betriebliche Massnahmen (Verzicht auf Abwarten von Anschlusszügen, Reduktion der Fahrzeitreserven): bis zu 19 Minuten Zeitersparnis.
- Den IC1 aus dem Knotensystem lösen: elf Minuten Ersparnis.
Bei einer zusätzlichen Begradigung einzelner Streckenabschnitte könnten laut dem Experten insgesamt bis zu eine Stunde Fahrzeit eingespart werden. Mit einer durchgehend ausgebauten Ost-West-Achse sowie neuen Hochgeschwindigkeitsstrecken könnte es sogar zwei Stunden schneller gehen.
Das sagt die SBB
Die SBB wollte sich auf Anfrage der «Aargauer Zeitung» nicht zu den konkreten Vorschlägen äussern. Schnellere Verbindungen seien zwar «grundsätzlich wünschenswert», sie dürften jedoch weder die Pünktlichkeit noch verlässliche Anschlüsse beeinträchtigen. Weil heute deutlich mehr Züge unterwegs sind als vor vier Jahrzehnten, sei ein eng getaktetes Netz mit abgestimmten Verbindungen besonders wichtig – und dieses koste Fahrzeit.
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Eine Million Franken pro Tag für Megaprojekt
Auf der Strecke zwischen Zürich und Winterthur investiert die SBB aktuell rund 3,3 Milliarden Franken für den Ausbau des Bahnnetzes. Die Fahrt zwischen den beiden Städten soll nach dem Projekt bis zu acht Minuten kürzer sein. Das hat einen grossen Effekt auf die gesamte Ostschweiz und auf das nationale Bahnnetz von St. Gallen bis in die Romandie.
Spatenstich zum Megaprojekt war eben erst im Juli – und bereits jetzt stösst es bei Anwohnern auf Kritik. Denn für das Herzstück des Projekts, den Brüttenertunnel, wird ein riesiger Landstrich zwischen drei Dörfern umgegraben und planiert. Mehr dazu liest du hier.
Alessia Rambaldi (ram) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Nach einem Praktikum im Ressort Bern wechselte sie im Mai 2025 an den Newsdesk.
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