Wahllokale geöffnet: Millionen Israelis wählen neues Parlament

- In Israel wählen rund 7,3 Millionen Menschen die 120 Abgeordneten der Knesset.
- Es ist die erste Wahl seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023.
- Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Netanjahus Regierungslager und der Opposition.
Die heutige Parlamentswahl in Israel betrachten viele Menschen im Land als eine Abstimmung über die politische und gesellschaftliche Ausrichtung ihres Landes. In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv berichten Einwohner, dass sie fürchten, ein erneuter Sieg des Regierungslagers um Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu könnte das Ende Israels als liberale Demokratie bedeuten. Bei einem Massenprotest am Wochenende gingen Zehntausende gegen Netanjahus Koalition auf die Strasse.
Mehr zu diesem Thema
Zwischen dem rechtsreligiösen Regierungslager und dem liberaleren Oppositionslager deutet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen an. Zwischen 6 und 21 Uhr MEZ sollen die meisten Wahllokale in Israel geöffnet sein. Rund 7,3 Millionen Menschen sind aufgerufen, die 120 Abgeordneten der Knesset zu bestimmen.
Es ist die erste Wahl nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 in Israel. Der Terrorüberfall war der Auslöser für den verheerenden Gaza-Krieg mit Zehntausenden Toten. Das harte militärische Vorgehen im Gazastreifen hat Israel international isoliert.
Ein von der Regierung vorangetriebener – und äusserst umstrittener – Umbau der Justiz sowie der Streit über die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe haben die israelische Gesellschaft tief gespalten.
Netanjahu schürt vor der Wahl Angst
Netanjahu hat zuletzt mit einer drastischen Illustration, die eine nukleare Explosion über Tel Aviv zeigen soll, Schlagzeilen gemacht. Israels Regierung warnt schon länger davor, dass Irans Führung in den Besitz einer Atomwaffe gelangen könnte. Teheran bestreitet, dies zu wollen.
Netanjahus Hauptrivale, der Ex-Militärchef Gadi Eisenkot von der Mitte-Partei Jaschar, warf dem Regierungschef angesichts des Atompilz-Bildes Angstmache vor. Zudem verwies er darauf, dass Netanjahu seine Ziele im letzten Iran-Krieg vor einigen Monaten nicht erreicht habe. Israels Ministerpräsident hatte neben der Zerstörung des iranischen Atomprogramms auch den Sturz der Führung in Teheran in Aussicht gestellt.
Regierungswechsel ungewiss
Umfragen zufolge könnte es aber sowohl für Netanjahus Lager als auch für das seiner Gegner nach der heutigen Wahl schwierig werden, eine Regierungsmehrheit zu erreichen. Möglich ist deshalb auch, dass sich Parteien aus den gegnerischen Lagern zu einer gemeinsamen Regierung zusammenschliessen oder es eine Minderheitsregierung gibt. So könnte etwa Eisenkot seine Regierung durch die arabischen Parteien dulden lassen.
Scheitert die Regierungsbildung, könnte Netanjahu zunächst an der Spitze einer Übergangsregierung im Amt bleiben.
Bleib über Politikthemen informiert
Interessierst du dich auch über Bundesratswahlen und Abstimmungen hinaus für das Politgeschehen im Land? Liest du gerne spannende Interviews, Analysen, aber auch Lustiges zu aktuellen Politikthemen? Möchtest du über neue Artikel vom Team Politik informiert werden? Abonniere hier den Politik-Push (funktioniert nur in der App)!
So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten auf «Profil», dann aufs «Einstellungen»-Zahnrad und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Politik» an – schon läufts.
Darum wurde das Kommentarfeld deaktiviert
Yasmin Rosner (roy), Jahrgang 1980, arbeitet seit 2017 für 20 Minuten im Newsdesk als Nachtschicht vom Ausland aus.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.
