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Tuesday, September 1, 2026

Öl-Deal der USA mit Venezuela: Experten bezweifeln Trumps Versprechen

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Donald Trump

US-Deal mit Venezuela Große Zweifel an Trumps Ölversprechen

Stand: 01.09.2026 • 01:43 Uhr

Mit seinem Öl-Deal mit Venezuela will US-Präsident Trump die Engpässe im Nahen Osten ausgleichen und für schnell sinkende Benzinpreise in seinem Land sorgen. Doch damit verspricht er zu viel, sagen Experten.

Samuel Jackisch

Einfach großartig sei dieser Deal mit Venezuela, findet die US-Regierung: Schon bald würden die US-Reserven wieder aufgefüllt mit venezolanischem Öl und der Benzinpreis würde wieder sinken. So stellen es Präsident Trump im Internet und sein Innenminister Doug Burgum im Frühstücksfernsehen dar.

"Das ist nicht weniger als eine geopolitische Verlagerung globaler Energiemärkte: weg von Engpässen im Nahen Osten, zurück in die westliche Hemisphäre", erklärt Burgum. Das sei fantastisch, denn zwischen Venezuela und der US-Golfküste gebe es keine Engpässe. "Das bedeutet zuverlässige, sichere und erschwingliche Energie für kommende Generationen, dank Präsident Trump."

Ölmarktexperten sind skeptisch

Doch so kann das nicht funktionieren, sagen Marktexperten wie David Roche, Chefstratege bei Quantum Strategy, im Interview mit CNBC. Allein der Wiederaufbau der veralteten Ölförderinfrastruktur in Venezuela werde Jahre benötigen, sagt Roche, die Erschließung neuer Ölfelder sogar noch länger.

"Der große Nutzen für das amerikanische Volk kommt also erst lange, nachdem Sie und ich längst unter der Erde liegen", vermutet der Experte.

US-Unternehmen wird zum zweitgrößten Ölreservenhalter

Der Deal zwischen Washington und Caracas sichert der Firma North American Blue Energy Partners die Förderrechte an insgesamt 17 venezolanischen Ölfeldern über 100 Jahre. Damit würde das Unternehmen zum zweitgrößten Halter nachgewiesener Ölreserven weltweit nach dem saudischen Konzern Aramco.

Die USA halten 35 Prozent passiven Unternehmensanteil, verwaltet über das Verteidigungsministerium - ohne, dass die US-Regierung dafür Kapital investieren muss. Zudem erhalten die USA ein Vorzugsrecht über 20 Prozent des künftig geförderten Öls zum Selbstkostenpreis.

Doch selbst das sei noch zu teuer, findet die demokratische Kongressabgeordnete Maggie Goodlander bei MS NOW. "Das amerikanische Volk sollte keinen einzigen Dollar für die Erschließung von Ölfeldern in Venezuela ausgeben", so Goodlander. "Wir brauchen Entlastung von den himmelhohen Benzinpreisen, und ich sehe nicht, was dieser Deal dazu in absehbarer Zeit beiträgt."

Investitionen bergen hohes Risiko

Amerikanische Ölkonzerne wie ExxonMobil hatten zuvor abgelehnt, im großen Stil in Venezuela zu investieren - obwohl sie von der Regierung Trump dazu gedrängt wurden.

Doch der Markt für schweres Öl aus Venezuela ist zu klein, das juristische und politische Risiko in Venezuela hingegen groß, analysiert Rosemary Kelanic. Sie ist Nahost-Expertin der Denkfabrik Defense Priorities. "Venezuela hat Probleme mit Korruption", betont Kelanic. Damit sei das Land kein attraktiver Standort für große Investitionen.

"Ob die Reserven dort den USA gehören oder nicht, spielt keine Rolle: Entscheidend ist, wie viel Öl aus Venezuela tatsächlich in die Weltwirtschaft gelangt", sagt die Nahost-Expertin. In jedem Fall rechne sie nicht damit, dass auf diese Weise ausgeglichen werden kann, was zuvor durch die Straße von Hormus floss.

Konkurrenz unter US-Unternehmen in Venezuela

US-Ölfirmen müssen nun also gegen ein vom US-Staat gefördertes Privatunternehmen in Venezuela konkurrieren. Eine ironische Situation, im Amerika der freien Märkte.

Der ehemalige sozialistische Staatschef Venezuelas, Nicolas Maduro, der vom US-Militär aus Caracas entführt und in den USA angeklagt wurde, postet derweil aus seinem New Yorker Gefängnis ein Foto in den Sozialen Medien - mit breitem, entspanntem Lächeln.

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