Daily MaverickAFTER THE BELL: The fall of Numsa’s Irvin Jim — when institutions outgrow their eternal leadersESPNPower Rankings: How did an action-packed Week 8 change the top 25?The Jerusalem PostLikud files police complaint against Eisenkot campaign manager over Polymarket postESPN DeportesA qué hora es la entrega del Balón de Oro 2026The Hollywood ReporterAMC Global Media Chief Communications Officer Georgia Juvelis Exiting Later This Year3DNewsДыры в PHP начали использоваться в реальных атаках — подтверждены успешные взломыDeadlineGeorgia Juvelis Leaving As Chief Communications Officer Of AMC Global Media After 19 Years With CompanyZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioEuronewsAnthropic's IPO filing shows off soaring revenues as the company warns of AI's 'risks to humanity'Wirtualna PolskaZarzuty dla Brauna, Polska komentuje doniesienia ws. Orbana [SKRÓT DNIA]BillboardBeyoncé Explains Why Even People Who ‘Can’t Stand’ Her Music Like Her Hair-Care Productsn-tvRichter entscheidet gegen Trump: Entlassung von Epstein- und "Diddy"-Ermittlerin war unzulässig
The Daily Newsstand · Free, Always
Monday, October 26, 2026

Reisners Blick auf die Front: "Trump kommt zur Überzeugung, dass Krieg gegen Russland nicht zu gewinnen ist"

Translate

Reisners Blick auf die Front"Trump kommt zur Überzeugung, dass Krieg gegen Russland nicht zu gewinnen ist"

Melania Trump vermittelt eine lokale Feuerpause in der Ukraine, auch beim Gefangenenaustausch gibt es mehr Bewegung. Was sich die Kriegsparteien von der Intensivierung der Friedensbemühungen erhoffen und warum die USA Wladimir Putin umgarnen, darüber spricht Oberst Reisner im Interview mit ntv.de.

ntv.de: Ukraine und Russland haben sich vergangene Woche auf Vermittlung von Melania Trump auf eine lokale Feuerpause in der russisch besetzten Stadt Oleschky geeinigt. Warum setzt sich die US-First-Lady dafür ein?

Markus Reisner: Dazu muss man sich kurz die Geografie anschauen. Wir reden hier vom südlichen Abschnitt der Front, bei der Stadt Cherson. Oleschky liegt am südlichen Ufer von Dnjepr, und ist in russischer Hand. Dort sind circa 2000 bis 2500 ukrainische Zivilisten eingeschlossen. Die Ukraine hat immer wieder darauf hingewiesen, dass die Stadt vor einer humanitären Katastrophe steht. Jetzt geht es darum, diese Zivilisten aus der umkämpften Zone herauszubekommen. Und ich denke, man hat jetzt auch vonseiten der USA versucht, ein bisschen Bewegung hineinzubringen, um gute Stimmung zu machen, während man auf der anderen Seite Druck auf die Ukraine ausübt, auf die Forderungen Russlands einzugehen.

Was halten Sie von dieser lokalen Feuerpause? Wird sie halten?

Das wird man sehen. Ich habe in den letzten Wochen immer wieder darauf hingewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit für zumindest eine kleine Pause groß ist. Ich denke, beide Seiten versuchen, die Basis für weitere Verhandlungen zu schaffen. Ob sie von Erfolg gekrönt sind, sei dahingestellt, die Forderungen gehen noch weit auseinander. Aber dieses konkrete Beispiel zeigt zumindest, dass man sich einigen kann. Ein ähnliches Beispiel hat man im Bereich der Gefangenenaustausche: Hier werden fast regelmäßig Gefangene ausgetauscht, in den letzten Wochen sogar mit höherer Intensität. Das ist aus meiner Sicht ebenfalls der Versuch zu zeigen, dass man miteinander redet.

Für November sind neue Gespräche zwischen Russland, der Ukraine und den USA angekündigt. Es wären die ersten direkten Verhandlungen seit Februar. Ziel soll die Vorbereitung eines Treffens auf Spitzenebene sein. Ist da etwas zu erwarten?

Wir sehen jetzt eine Häufung von Signalen von beiden Seiten. Unabhängig davon, ob die USA massiv Druck auf die Ukraine ausüben und ob uns das gefällt oder nicht: Man kann erkennen, dass die USA, der Königsmacher, versuchen, diesen Konflikt in eine gewisse Dynamik zu bringen. Das bedeutet aus meiner Sicht den Versuch, eine Art Waffenstillstand zu erreichen. Zu welchen Konditionen, ist völlig offen. Es gab die Ankündigung, dass sich die Ukraine, Russland und die USA in der ersten Novemberhälfte in Abu Dhabi treffen möchten. Selenskyj setzt große Hoffnung darauf. Er sagte: "Hauptsache, wir bewegen uns vorwärts in der Diplomatie, auf allen Kanälen." Es bleibt zu hoffen, dass am Ende eine Einigung herauskommt, die das Töten zumindest für einen gewissen Zeitraum einfriert.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat Wladimir Putin einen "Humanisten" genannt. Die USA unternehmen nicht nur praktische Schritte zur Unterstützung Russlands, sondern schmeicheln Putin auch noch. Was steckt hinter dieser Charmeoffensive?

Sie haben das richtige Wort gebraucht: Man schmeichelt einander. Auch Präsident Trump ist dafür bekannt, dass er gerne umgarnt, also gerne gelobt wird. Man versucht, gute Stimmung zwischen den wesentlichen Parteien zu schaffen. Wenn jemand Putin einen Humanisten nennt, stößt uns das natürlich vor den Kopf. Aber man darf nicht vergessen: Man versucht, den Weg für mögliche Verhandlungen vorzubereiten, und um das nicht im Keim zu ersticken, spricht man sich gegenseitig Lob aus. Man soll sich aber nicht täuschen: Putin wird mit Maximalforderungen in diese Gespräche gehen, und je unterwürfiger man ihm gegenüber auftritt, desto mehr kann ihn das reizen, seine Forderungen zu erhöhen.

Trotz der Intensivierung der Gespräche bleibt im Kern alles beim Alten: Russland hält an seinen Maximalforderungen fest, die Ukraine lehnt Gebietsabtretungen ab. Was muss passieren, damit wirklich Bewegung in die Friedensverhandlungen kommt?

Entscheidend ist, wie sich beide Parteien gegenübertreten: aus einer Position der Schwäche oder der Stärke? Russland versucht zu vermitteln, dass es den Konflikt aus seiner Sicht gewinnt. Die USA machen den Eindruck, als wollten sie unbedingt aus diesem Konflikt heraus, koste es, was es wolle. Das schafft für die Russen die Möglichkeit, ihre Forderungen noch weiter zu erhöhen. Denn sie wissen, dass Trump möglichst noch vor den Midterms ein Ergebnis auf den Tisch legen möchte. Die Ukraine hat klar signalisiert, dass sie bereit ist, den Konflikt entlang der jetzigen Linien einzufrieren. Aber das scheint den Russen zu wenig, denn sie wollen den Donbass haben.

Was könnte die Ukraine anbieten, wenn sie bereit wäre, noch mehr zu bieten, als die Frontlinie einzufrieren?

Die Ukraine selbst könnte Russland vermutlich wenig anbieten. Sie bieten eine Einstellung der Angriffe auf die Raffinerien an. Im Hintergrund versuchen die USA, über die Ukraine hinweg Optionen für die Russen auf den Tisch zu legen, wie eine Verringerung der Sanktionen und den Zugang zu den Weltmärkten, also wirtschaftliche Verbesserungen, die Russland dringend braucht. Aus Sicht der Russen können die Ukrainer nur territoriale Zugeständnisse anbieten. Aber da sind sie im Moment sehr zurückhaltend. Und man sieht, dass die USA Druck auf die Ukraine ausüben. Man kann aus meiner Sicht sogar sagen, dass Washington den Eindruck macht, als wolle es die Ukraine zur Kapitulation zwingen.

In letzter Zeit gab es immer wieder Probleme mit Starlink. Gibt es Alternativen, mit denen sich Kiew davon unabhängig machen könnte, zum Beispiel europäische?

Es ist sehr schwierig, hier Redundanzen zu schaffen, denn Europa kann das in dieser Qualität und Quantität nicht leisten, nur punktuell. Die Ukraine versucht, sich Redundanzen zu überlegen, zum Teil mit alternativen Kommunikationskanälen an der Front. Aber das ist nicht vergleichbar mit dem, was Starlink kann. Mit den finnischen Firmen Nokia und ICEYE will die Ukraine an einer eigenen, unabhängigen Satellitenkommunikation arbeiten. Ein valider Ansatz, aber zu wenig in der Quantität.

Warum versuchen die USA, die Ukraine zur Kapitulation zu zwingen, statt Putin zu überreden, eine Pause zu machen? Weil es einfacher ist?

Die USA haben das Problem, dass sie zunehmend in mehreren Konflikten gebunden sind, ganz massiv im Iran. Trump verliert aus meiner Sicht zunehmend die Geduld und kommt zur Überzeugung, dass ein Krieg gegen Russland in dieser Form nicht zu gewinnen ist, unabhängig davon, was wir davon halten. Wenn der Konflikt eingefroren wird, wird Trump verkünden, dass er ihn befriedet hat, und sich der nächsten Herausforderung zuwenden. Ob das den Konflikt auf lange Sicht befriedet, sei aber dahingestellt.

Gibt es in Russland überhaupt die grundsätzliche Bereitschaft dazu?

In Anbetracht der Aufrüstung Russlands und der Rhetorik in den dortigen Staatsmedien kann man nicht ableiten, dass das Ganze auf eine Beruhigung hinausläuft. Im Gegenteil: Russland stellt sich darauf ein, diesen Konflikt weiterzuführen, um seine Ziele zu erreichen. Es ist schwierig zu erkennen, dass von russischer Seite ein Beitrag im Sinne der Ukraine, also ein Aufeinanderzugehen, zu erwarten wäre.

Auf dem Schlachtfeld kommen die Russen kaum voran. Nach Angaben des Institute for the Study of War verloren seit Anfang September 241 Quadratkilometer. Kann die Ukraine in naher Zukunft nennenswert Boden gewinnen und die Pattsituation zu ihren Gunsten drehen?

Wir haben keine tatsächliche Front- beziehungsweise Nulllinie wie in der Vergangenheit, wo sich beide Parteien mit einem oft nur wenige hundert Meter breiten Niemandsland gegenüberliegen, sondern eine Grauzone, zum Teil eine sogenannte Todeszone, mit einer Breite von bis zu 50 Kilometern, 25 Kilometer in die eine und 25 in die andere Richtung, entlang einer Mittellinie. Es gibt keine wirkliche Klarheit, welcher Raum im Besitz welcher Partei ist. Beide Seiten versuchen immer wieder, für sich in Anspruch zu nehmen, dass sie Räume zurückerobert haben. Das gelingt auch zum Teil: Denken Sie an das Beispiel nördlich von Lyman, wo die Ukraine die nördliche Zange der Russen eindrücken und die Russen auf den Fluss zurückdrängen konnte.

Und doch bleibt der Eindruck: Viel tut sich nicht.

Das Entscheidende ist, dass beide Seiten sehr große Schwierigkeiten haben, in die Offensive zu gehen. Es gibt punktuelle taktische Einbrüche, aber keine operativen Durchbrüche. Die russische Seite hat es auch dieses Jahr nicht geschafft, einen Durchbruch zu erzwingen, weder mit der Zangenbewegung im Süden des Festungsgürtels bei Kostjantyniwka noch im Norden bei Lyman. Das konnte die Ukraine verhindern.

Das ist aus ukrainischer Sicht doch ein Erfolg.

Korrekt, aber ein großer Trend lässt sich nicht klar erkennen, also ob eine Seite die Oberhand hat. Deshalb eskalieren beide Seiten, weil es dieses Patt auf der taktisch-operativen Ebene gibt, auf der strategischen Ebene: Russland mit seinen enorm gesteigerten Angriffen auf die Tiefe des Landes, die Ukraine mit weitreichenden Drohnenangriffen in Russland. Und hier kommen die USA mit Starlink ins Spiel: Wenn Starlink nicht nutzbar ist, hat die Ukraine große Probleme zurückzuschlagen, weil sie zum Beispiel ihre Mittelstrecken-Drohneneinsätze nicht durchführen kann. Das schwächt ihre Position bei möglichen Verhandlungen und Russland wird dies ausnutzen.

View the original on n-tv →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.