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Wednesday, September 30, 2026

«Vielleicht gibt es plötzlich einen Slalom in Dubai»

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Marco Odermatts Meinung zu den WM-Plänen der FIS – und sein alternativer Vorschlag.20 Minuten / Sarah Linder

Darum gehts

  • Die FIS-Pläne für eine jährliche Ski-WM stossen bei den Schweizer Ski-Stars auf breite Ablehnung.
  • Loïc Meillard, Corinne Suter und Franjo von Allmen warnen vor einer Entwertung der WM-Medaillen.
  • Marco Odermatt schlägt stattdessen einen neuen Wettbewerb nach dem Vorbild der Leichtathletik-Ultimate-Championships vor – der in Asien stattfinden könnte.

Die Pläne der FIS, in jedem Nicht-Olympia-Jahr eine Ski-WM durchzuführen, sorgten für grosse Diskussionen und Schlagzeilen. Der österreichische Skiverband stellte sich klar gegen die Pläne, Swiss-Ski zeigte sich hingegen offen für Gespräche.

Am Mittwoch standen die Schweizer Top-Shots an der Werbewoche des Verbandes den Medienschaffenden für Fragen zur Verfügung. Ein Thema bei fast allen Athletinnen und Athleten waren auch die WM-Pläne der FIS.

«Finde das einen Scheiss, ehrlich gesagt»

Der Olympiasieger und Slalom-Weltmeister Loïc Meillard äusserte sich wie folgt zu der Thematik: «Aus finanzieller Sicht der FIS verstehe ich den Vorschlag. Das bringt mehr Geld in die Kasse.» Dort hört es für den 29-Jährigen aber auch schon auf mit dem Verständnis. «Aus Sicht der Athletinnen und Athleten wäre dies jedoch schade. Der Stellenwert der WM-Medaillen würde sinken. Jedes Jahr eine WM hätte logischerweise mehr Weltmeister zur Folge.»

Corinne Suter schlug in dieselbe Kerbe. «Meine erste Reaktion darauf war negativ. Das Standing der Weltmeisterschaft würde kleiner werden», so die Speed-Fahrerin.

Franjo von Allmen wählte klare Worte zur WM-Thematik. «Ich persönlich finde das einen Scheiss, ehrlich gesagt. Das minimiert den Wert einer Weltmeisterschaft komplett. Dann könnte es genauso gut ein normales Weltcuprennen sein. Ich finde es gut so, wie es ist, mit dem Rhythmus alle zwei Jahre.»

Odermatt bringt neuen Wettbewerb ins Spiel

Sein Teamkollege und Konkurrent Marco Odermatt vertritt grundsätzlich eine ähnliche Meinung – und hat gleich einen alternativen Vorschlag. «Von den Plänen der FIS halte ich eigentlich nicht sehr viel. Man sieht es beim Radsport oder im Eishockey. Wenn es jedes Jahr eine Weltmeisterschaft gibt, nimmt der Wert ab. Davor habe ich ein wenig Angst.» Die Schneeflocken-Medaille würde er darum nicht jedes Jahr verteilen.

Marco Odermatt schlägt einen Wettbewerb wie die Ultimate Championships in der Leichtathletik vor.

Marco Odermatt schlägt einen Wettbewerb wie die Ultimate Championships in der Leichtathletik vor.Nico Ilic/ freshfocus

Für die Winter zwischen den Weltmeisterschaften würde Odermatt einen neuen Wettbewerb ins Leben rufen. «Vielleicht etwas wie die Ultimate Championships in der Leichtathletik», so der Nidwaldner. Die Ultimate Championships wurden dieses Jahr zum ersten Mal ausgetragen und waren der grosse Schlusspunkt des Leichtathletik-Sommers. Dabei wurde auf ein kompaktes Format gesetzt und ein Rekordpreisgeld von insgesamt zehn Millionen US-Dollar ausgezahlt.

«Man könnte an einen neuen Ort gehen, zum Beispiel China, Japan oder sonst irgendwo in Asien», fügt Odi an. «Vielleicht gibt es plötzlich einen Slalom in Dubai, wenn das die Sponsoren oder Leute sehen wollen. Da sehe ich eher Potenzial, anstatt dass man eine WM in der Schweiz oder Österreich macht.»

Was hältst du von Odermatts Vorschlag für einen Alternativ-Wettbewerb zwischen den WM-Jahren?

Nicht, dass er ein offizielles FIS-Rennen in einer Skihalle in Dubai begrüssen würde. «Aber es ist ein Weltcup und nicht Schweizer oder Alpen-Meisterschaften. Man muss nicht von A nach B ‹seckle› oder noch wahnsinnig viel mehr herumreisen. Aber etwas Neues zu probieren, liegt sicher drin.»

Bevor irgendwelche Pläne für einen Slalom in einer Wüsten-Ski-Halle überhaupt auf den Tisch kommen, geht es für Odermatt nach Sölden, wo am letzten Oktoberwochenende der traditionsreiche Saisonstart mit dem Riesenslalom der Frauen und Männer stattfindet.

Nino Vinzens

Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise verteilt sich hauptsächlich auf die Sportarten Fussball, Ski Alpin und Eishockey.

Sarah Linder

Sarah Linder (lin) arbeitet seit 2025 für 20 Minuten als Social-Media-Managerin mit Fokus auf digitalem Storytelling.

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