Gefestigt, aber zu harmlos: Hütters Eintracht sucht nach der richtigen Balance
Sportlich wähnt Eintracht-Trainer Adi Hütter seine Mannschaft trotz der Niederlage in Dortmund auf dem richtigen Weg. Indes rechnet Vorstandsboss Axel Hellmann mit einer schnellen Entscheidung, wer die Nachfolge von Markus Krösche antritt.

Sieht sein Team trotz der Niederlage auf dem richtigen Weg: Eintracht-Coach Adi Hütter. picture alliance / Laci Perenyi
Die bevorstehende englische Woche mit dem Doppelpack gegen den HSV wird mehr Aufschluss darüber liefern, wie weit die Eintracht in ihrer Entwicklung ist. Ein Aus im DFB-Pokal - Frankfurt tritt am Dienstag in Hamburg an (18 Uhr, LIVE! bei kicker) - wäre mehr als nur ein weiterer Stimmungsdämpfer. Kapitän Robin Koch betont: "Der Pokal ist jedes Jahr wichtig, dieses Jahr ohne internationalen Wettbewerb aber noch etwas wichtiger. Es liegt noch mehr Fokus darauf, das ist ein extrem wichtiges Spiel."
Schwächster Start seit fünf Jahren
Fünf Tage später empfangen die Hessen den HSV im Waldstadion zum Bundesliga-Duell. Auch die Bedeutung dieser Partie ist immens, mit nur acht Punkten nach sieben Spielen hinkt die Eintracht den Erwartungen hinterher und muss aufpassen, den Kontakt nach oben nicht schon vor Weihnachten zu verlieren. Letztmals startete die SGE 2021/22 im ersten Jahr unter Oliver Glasner so schwach in eine Saison.
Was Mut macht: Trotz der Niederlage bei der Borussia gab es positive Aspekte. "Ich sehe einen Schritt nach vorn. Gegenüber dem Spiel in Leipzig, wo wir 14 Tage zuvor 0:6 unter die Räder kamen, hat sich die Mannschaft gefestigt und ganz klar verbessert", konstatiert Trainer Adi Hütter. Doch es bleibt ein Balanceakt. In Dortmund kam die Eintracht in der zweiten Hälfte kaum noch gefährlich nach vorn.
Zum Spiel
Auch von der Bank kamen zu wenige Impulse. Die im Sturm eingewechselten Can Uzun und Ansgar Knauff konnten den BVB nicht mehr in Bedrängnis bringen - eine ernst zu nehmende Schlussoffensive blieb nach dem 0:1 aus. "Wir sind noch in der Findung und spielen noch nicht so wie ich mir das wünsche", räumt der Coach ein, betont aber: "In erster Linie geht jetzt darum, dass wir uns hinten stabilisieren, weil wir viel zu viele Gegentore bekommen haben. Ich sehe eine Entwicklung und habe das Gefühl, dass wir auf dem richtigen Weg sind."
Drei Kandidaten für die Krösche-Nachfolge
Auf dem richtigen Weg wähnt sich die Eintracht auch bei der Suche nach einem neuen Sportvorstand. Vorstandsboss Axel Hellmann sagte bei Sky: "Es gibt einen Kreis von drei Kandidaten. Ich bin ziemlich sicher, dass relativ schnell eine Entscheidung fallen wird." Der frühere Eintracht-Kapitän Christoph Spycher (YB Bern) und Marcel Schäfer (Leipzig) erscheinen weiterhin als naheliegende Lösungen.
Wichtig: Der neue starke Mann im Sport muss gut mit Hütter zusammenarbeiten können. Reibung darf es geben, das Grundverständnis von Fußball sollte aber das Gleiche sein. Es wäre sicher hilfreich, wenn auch der Krösche-Nachfolger über den nötigen Stallgeruch verfügt. So wie Spycher oder Schäfer. Überspitzt formuliert: Mit einem Mathematiker, der nur auf Daten schaut, könnte es in der Zusammenarbeit schwierig werden.
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