RTP DesportoI Liga. Sporting CP - Aroucaוואלהצה"ל חיסל מפקד חמאס שהיה מעורב בכליאתם בשבי של חיילים ואזרחים ישראליםESPN DeportesTigers vs White Sox, la batalla por un boleto a playoffsInquirerProsec to present evidence then decide on calling Duterte to testifyESPNOle Miss vs. LSU rivalry: 160 years of love, hate and the river’s edgeBBC SportWatch Sportscene highlights of day's Premiership actionThe Jerusalem PostCNN, MS NOW reporters blocked from entering White House after Trump ban on 'fake news' - reportFootball ItaliaRuggeri shines on first Premier League start as Tonali fades againVanguardI won’t tolerate attempts to slow AI growth – TrumpХабрСвобода воли или можно ли контролировать искусственный разум. По мотивам взлома Hugging Face агентами чата GPTIl Sole 24 OreItalia Viva all’attacco di Tajani: idea della donna ottocentesca. Il Pd: concentrato dei peggiori stereotipiRMF24Poważny wypadek na S17. Zderzyły się trzy osobówki
The Daily Newsstand · Free, Always
Saturday, September 19, 2026

Foltervorwürfe gegen Israel – «Ich hatte Angst um mein Leben»

Translate

Menschenrechtler werfen Israel systematische Folter palästinensischer Gefangener vor. Ein Betroffener erzählt.

19.09.2026, 18:59

Ahmad Khalifa steht auf dem Balkon seines Büros in Umm al-Fahm und blickt in die Ferne. Der Anwalt und Aktivist wirkt angespannt. Vier Monate hat der palästinensische Israeli in israelischen Gefängnissen verbracht. Die Erinnerungen daran lassen ihn bis heute nicht los.

Mann mit Bart, kariertes Hemd, spricht in ein Mikrofon.
Legende: Ahmad Khalifa verbrachte vier Monate in israelischen Gefängnissen. SRF

«Wenn ich nachts nicht schlafen kann, denke ich immer wieder an die Schreie anderer Gefangener», erzählt er. «Es treibt mich um, dass ich diesen Menschen nicht helfen kann.»

Demütigung und Bestrafung

Khalifa wurde im Oktober 2023, kurz nach dem Hamas-Massaker, nach einer Demonstration gegen Israels Kriegsführung im Gazastreifen verhaftet. Die Behörden warfen ihm danach «Anstiftung zum Terrorismus» vor. Inzwischen wurde er erstinstanzlich verurteilt. Er kämpft jedoch weiter gegen das Urteil.

Die Haftbedingungen beschreibt Khalifa als unmenschlich: «Sie kamen jeden Tag, nahmen uns aus der Zelle und legten uns draussen gefesselt auf den Boden. Es war schmutzig, es regnete, und wir lagen mit dem Gesicht im Dreck.»

Wir sahen Wärter, die auf dem Essen herumgetrampelt sind. Trotzdem mussten wir es essen, weil es nichts anderes gab.

Ob er um sein Leben gefürchtet habe? «Ja», antwortet Khalifa. «Die ganze Zeit.»

Er berichtet von Schlägen, Demütigungen und Bestrafungen. «Wir sahen Wärter, die auf dem Essen herumgetrampelt sind. Trotzdem mussten wir es essen, weil es nichts anderes gab.» Rund 20 Kilogramm habe er während seiner Haft verloren.

Vorwürfe systematischer Folter

Khalifas Schilderungen sind kein Einzelfall. Das sagt auch Sari Bashi, Direktorin der israelischen Menschenrechts­organisation Public Committee Against Torture in Israel.

«Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich die Situation dramatisch verschlechtert», so Bashi. «Folter an palästinensischen Gefangenen wurde systematisch und weitverbreitet.» Betroffen seien Gefangene bei Verhören des Inlandsgeheimdienstes, ebenso wie Menschen in Militär- und Zivilgefängnissen.

Menschenrechts­organisationen dokumentieren seit Beginn des Gaza-Kriegs zahlreiche Fälle mutmasslicher Misshandlungen – und dutzende Todesfälle von Palästinensern in Haft. Das IKRK kritisiert den fehlenden Zugang zu palästinensischen Gefangenen in israelischen Haftanstalten.

Umstrittener Fall in Sde Teiman

Oberster politischer Verantwortlicher ist Israels Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir – seines Zeichens verurteilter Rechtsextremer. Vor kurzem veröffentlichte er ein KI-generiertes Wahlkampf-Video, bei dem Palästinenser in Gefangenenlagern ausgehungert werden.

Für Aufsehen sorgte auch ein Fall auf dem Militärstützpunkt Sde Teiman. Aufnahmen sollen zeigen, wie ein Gefangener aus Gaza von mehreren israelischen Soldaten sexuell missbraucht wird. Doch die Aufarbeitung des Falls stockt.

«Die Militärstaatsanwältin, welche in der Folge Anklage erhoben hatte, wurde entlassen», sagt Menschenrechtsaktivistin Bashi. «Ihr Nachfolger hat die Anklage später fallen gelassen, was sowohl der Ministerpräsident als auch der Verteidigungsminister begrüsst haben.» Für Bashi ist klar: «Das deutet darauf hin, dass es auf höchster Ebene grünes Licht gibt für Folter oder gar Vergewaltigung von Gefangenen.»

Verlorenes Vertrauen

Khalifa verfolgen die Haftbedingungen bis heute. Er kämpft weiter vor Gericht – obwohl er den Glauben an das israelische Justizsystem weitgehend verloren hat.

Die israelischen Behörden haben gegenüber SRF zu den Vorwürfen von Khalifa und den Aussagen der Menschenrechtsaktivisten keine Stellung genommen – trotz mehrerer Anfragen.

View the original on SRF News

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.