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Sunday, September 27, 2026

Saugroboter Anker Eufy Hydrojet S2 im Test: Saugt stark, wischt stark, ist stark

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Der Eufy Hydrojet S2 kombiniert starke Teppichreinigung, gute Hinderniserkennung und viel Automation. Beim Wischen zeigt er aber Schwächen.

Mit dem Hydrojet S2, international auch als Omni S2 bezeichnet, überarbeitet Eufy sein Spitzenmodell an entscheidenden Stellen. Gegenüber dem S1 Pro steigen die nominelle Saugleistung deutlich und damit zumindest in der Theorie auch die Reinigungsfähigkeiten auf Teppich. Dazu kommen weiterentwickelte Wischwalze, aufwendige Hinderniserkennung und ein anhebbares Fahrwerk. Die Reinigungsstation übernimmt fast alle regelmäßig anfallenden Arbeiten. Gerade die Wischleistung fällt allerdings weniger perfekt aus, als die technischen Daten erwarten lassen.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Eufy Hydrojet S2?

Eufy bleibt beim ungewöhnlichen Grundkonzept des Vorgängers. Statt eines klassischen runden Gehäuses besitzt der Hydrojet S2 eine weitgehend rechteckige Form mit stark abgerundeten Ecken. Das schafft Platz für eine breite Wischwalze und erleichtert theoretisch die Reinigung an geraden Kanten. Gleichzeitig ist diese Bauform weniger wendig als ein runder Roboter. Der S2 misst etwa 36 x 33 x 10 cm. Ein oben feststehender Laserturm fehlt. Dadurch bleibt das Gerät für ein Modell mit Wischwalze vergleichsweise flach und kann unter viele Möbel fahren. Die Station misst rund 39 x 48 x 67 cm. Sie ist damit sehr hoch, benötigt seitlich aber weniger Platz als manche sehr breiten Reinigungsstationen. Zumindest scheint es so, aber seitliche Führungen neben dem Roboter machen den seitlichen Platzbedarf größer als nötig.

Die Verarbeitung hinterlässt im Test einen hochwertigen Eindruck. Eufy setzt zwar überwiegend auf Kunststoff, kombiniert aber unterschiedliche Oberflächen und bronzefarbene Details. Weniger praktisch ist der glänzende schwarze Bereich an der Front. Darauf werden Kratzer relativ schnell sichtbar. Auch Fingerabdrücke fallen auf dieser Oberfläche stärker auf. Unter dem magnetisch befestigten Deckel sitzt der Staubbehälter. Dort befindet sich zusätzlich ein Fach für eine Duftkapsel. Drei Düfte gehören zum Lieferumfang: Zitrus & Basilikum, Bambus & Salbei und Bergamotte & Litschi. Die Geruchsstoffe verteilen sich während der Reinigung im Raum – ob das gefällt, bleibt Geschmackssache, zumal Ersatzkapseln zusätzliche laufende Kosten verursachen.

Auf der Unterseite sitzen die zweigeteilte DuoSpiral-Hauptbürste, zwei Seitenbürsten und die breite Wischwalze. Eine Seitenbürste kann ausfahren, um Schmutz aus Ecken zu holen. Auch die Wischwalze bewegt sich seitlich nach außen. Die Konstruktion soll Aufwickeln langer Haare weitgehend verhindern. Die Station gehört zu den umfangreicheren Lösungen am Markt. Sie leert den Staubbehälter, füllt Frischwasser nach, nimmt Schmutzwasser auf, dosiert Reinigungsmittel, reinigt die Wischwalze mit heißem Wasser und trocknet sie anschließend mit heißer Luft. Außerdem bereitet das System das Wasser elektrolytisch auf. Dabei entstehen laut Eufy unter anderem Ozon und hypochlorige Säure, die die Keimbelastung reduzieren sollen. Ein Display auf der Oberseite zeigt Statusinformationen an. Mehrere Bedienelemente ermöglichen grundlegende Funktionen auch ohne Smartphone.

Eufy nennt für die Station einen Frischwasserbehälter mit 2,5 l und einen Schmutzwasserbehälter mit 1,8 l. Der Staub wird in einem Beutel gesammelt. Trotz der weitgehenden Automatisierung bleibt etwas Pflege notwendig. Schmutzwasser muss regelmäßig entsorgt werden. Ebenso sollten Waschschale, Filter und andere mit Schmutz oder Wasser in Kontakt kommende Komponenten gelegentlich manuell gereinigt werden. Die Waschschale lässt sich dafür gut erreichen und herausnehmen.

Anker Eufy Hydrojet S2 – Bilderstrecke

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Einrichtung: Wie schnell ist der Eufy Hydrojet S2 betriebsbereit?

Die Einrichtung erfolgt über die aktuelle Eufy-App, nicht mehr über die ältere Eufy-Clean-App. Nach der Verbindung mit dem WLAN kann zunächst eine Kartierung gestartet werden. Der Roboter erfasst dabei Räume und erstellt daraus in wenigen Minuten eine Karte. Mehrere Karten lassen sich speichern, sodass auch Wohnungen oder Häuser mit mehreren Etagen verwaltet werden können. Die Karte lässt sich anschließend bearbeiten. So dürfen etwa Räume getrennt, zusammengeführt und benannt werden. Sperrzonen, Teppiche und Möbel lassen sich ebenfalls eintragen. Einzelne Räume oder frei definierte Bereiche können so gezielt gereinigt werden. Das ist inzwischen zwar Standard in der Oberklasse, Eufy setzt die grundlegenden Funktionen aber übersichtlich um.

Für einzelne Räume können unterschiedliche Reinigungsparameter gespeichert werden. Dazu gehören Saugleistung, Wassermenge und Reinigungsintensität. Die Saugleistung ist in vier Stufen einstellbar, der Wasserzufluss bietet drei Stufen. Häufig benötigte Kombinationen können als Aufgaben gespeichert und später direkt gestartet werden. Zeitpläne sind ebenfalls möglich. Etwas überraschend fehlt ein eigenständiger Modus, bei dem ausschließlich gewischt wird. Zur Verfügung stehen Saugen sowie Saugen und Wischen. Wer nur feucht reinigen möchte, bekommt damit weniger Freiheit als bei einigen Konkurrenzprodukten. Auch die Station lässt sich konfigurieren. Die automatische Entleerung kann angepasst werden und für die Reinigung der Wischwalze lässt sich festlegen, wie häufig der Roboter zwischendurch zur Station zurückkehren soll. Die Trocknung kann ebenfalls konfiguriert werden. Automatische Reinigungsmitteldosierung und Wasseraufbereitung lassen sich außerdem ein- oder ausschalten.

Praktisch: Matter wird unterstützt, außerdem lässt sich der S2 mit verbreiteten Sprachassistenten verbinden. Überraschend ist hingegen, dass die Kamera an der Vorderseite ausschließlich der Objekterkennung dient. Eine Funktion zum ferngesteuerten Betrachten eines Kamerabildes bietet Eufy beim S2 nicht an.

Navigation: Wie gut erkennt der Eufy Hydrojet S2 Hindernisse?

Für die Navigation setzt Eufy auf das sogenannte CleanMind-System mit 3D-MatrixEye 2.0. An der Vorderseite sitzen unter anderem ein 3D-ToF-Sensor, eine RGB-Kamera und LED-Beleuchtung. Sie hilft dem Roboter dabei, seine Umgebung auch bei schwachem Licht zu erfassen. Laut Hersteller kann das System mehr als 200 Arten von Hindernissen und Gegenständen unterscheiden. Im Test schnitt der S2 insgesamt tatsächlich sehr gut ab. Er umfuhr alle bis auf ein Objekt und reinigte drumherum, statt sich festzufahren. Selbst kleine Würfel und simulierte Tierhinterlassenschaften wurden erkannt. Damit gehört der S2 beim Thema Objekterkennung zu den besten Modellen auf dem Markt, aber auch er ist noch nicht fehlerfrei.

Der gute Eindruck setzt sich bei der normalen Navigation im Alltag fort. Räume werden systematisch abgefahren, anschließend arbeitet sich der Roboter in parallelen Bahnen über freie Flächen. An Wänden hält er einen geringen Abstand. Die kantige Bauform bringt jedoch Nachteile mit sich. In engen Bereichen, etwa zwischen den Beinen eines Schwingstuhls, kann sich der S2 nicht so frei drehen wie ein runder Roboter. Er muss dann häufiger vor- und zurücksetzen und läuft dabei eher Gefahr, sich festzufahren. In Tests ließ er deshalb vereinzelt schmale Zwischenräume einfach aus, aber auch wenn er anfangs recht ruppig an besagten Schwingstuhlgestellen rum rumpelte, fuhr er sich dort nicht fest.

Hilfreich ist dabei das anhebbare Chassis. Es hilft bei Teppichen und höheren Übergängen wie Türschwellen in einem Altbau. Eufy nennt für entsprechend geeignete Schwellen bis zu 4,2 cm, eine testweise in den Weg gelegte Dachlatte mit 3,2 cm schaffte der Roboter im zweiten Anlauf. Außerdem gab es immer mal wieder kurze Orientierungspausen. Dadurch verliert der Roboter an Geschwindigkeit, er schafft nicht viel mehr als 0,5 Quadratmeter pro Minute.

Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Eufy Hydrojet S2?

Eufy nennt eine maximale Saugleistung von 30.000 Pa oder 100 Airwatt. Gegenüber den 8.000 Pa des S1 Pro ist das auf dem Papier ein großer Sprung. Und tatsächlich: Gerade auf Teppich hat Eufy gegenüber dem Vorgänger deutlich nachgebessert. Im Test hinterließ der Roboter einen guten Eindruck, der Großteil von eingebrachtem Schmutz wurde entfernt. Selbst Tierhaaren ging der S2 gut an den Kragen, auch wenn hier nicht alles restlos entfernt wurde. Ebenfalls positiv: Lange Haare wickelten sich im Test nicht um die Hauptbürste. Da ist es schon etwas überraschend, dass der Eufy-Roboter auf Laminat immer mal wieder einzelne Krümel liegen ließ – das macht die Spitzenkonkurrenz noch etwas besser.

Und auch an anderer Stelle überrascht der Roboter – leider auch hier nicht positiv. Wie bereits der S1 Pro verwendet auch der Hydrojet S2 eine 29 cm breite, kontinuierlich gereinigte Wischwalze. Beim S2 hat Eufy das System unter anderem mit höherem Anpressdruck und größerem Hub weiterentwickelt. Sie wird kontinuierlich mit sauberem Wasser versorgt, Schmutz und gebrauchtes Wasser werden abgestriffen und in einem separaten Behälter gesammelt. Dadurch arbeitet der Roboter nicht über längere Zeit mit derselben verschmutzten Wischfläche. Die Walze wird dabei mit bis zu 15 N auf den Boden gedrückt und für die Reinigung an Wänden kann sie seitlich um bis zu 1,5 cm ausfahren. Auf Teppichen wird die Wischwalze zudem um bis zu 2,8 cm angehoben – das ist deutlich mehr als bei vielen Konkurrenzprodukten.

Das Konzept überzeugt technisch, die gemessene Wischleistung fällt jedoch überraschend uneinheitlich aus. Im Test mit eingetrockneten Flecken blieb der S2 unter dem Durchschnitt und löste nicht alle Flecken restlos. Grund könnte die vergleichsweise geringe Wassermenge auf dem Boden sein – wenig Wasser reduziert zwar die Schlierenbildung, löst eingetrocknete Verschmutzungen aber schlechter. Außerdem kam es im Test einmal vor, dass bei aktivierter Fleckenerkennung Teile des Laminats im Testhaushalt als Hindernis interpretiert und teilweise ausgelassen wurden. Bei Flüssigkeiten und normalem Schmutz schlug sich der S2 hingegen gut und sorgte für gleichmäßige Ergebnisse auf Hartboden.

Nach der Reinigung fährt der Roboter zur Station. Dort wird die Walze mit bis zu 60 °C heißem Wasser gewaschen und anschließend getrocknet – hier waschen andere Spitzenmodelle ebenfalls heißer. Die Walze war nach der automatischen Reinigung sauber. Übrigens: Die verwendeten Düfte sind unaufdringlich und machen sich eher unterschwellig bemerkbar. Ob sie einen kontinuierlichen Nachkauf der Duftkapseln rechtfertigen, dürfte reine Geschmackssache sein. Eins hat uns übrigens im Test nicht gefallen: die überdurchschnittliche Lautstärke beim Saugen und die hohe Lautstärke beim etliche Stunden dauernden Trocknen.

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Eufy Hydrojet S2?

Im Hydrojet S2 steckt ein Lithium-Ionen-Akku mit 4.600 mAh bei 21,6 V. Die tatsächliche Laufzeit hängt stark von Saugleistung, Wischfunktion, Bodenart und Zahl der Rückfahrten zur Station ab. Für den reinen Saugbetrieb nennt Eufy bis zu 260 Minuten in der niedrigsten Leistungsstufe. Im Standardmodus werden 179 Minuten genannt, bei maximaler Saugleistung 130 Minuten. Eine vollständige Ladung dauert laut Hersteller rund vier Stunden. Im Test schaffte der Roboter damit die rund 120 m² des Testhaushalts nicht ganz in einem Durchgang, sondern musste Zwischenladen. Das machen manche Spitzenmodelle der Konkurrenz besser.

Preis

Die offizielle UVP des Anker Eufy Hydrojet S2 beträgt in Deutschland 1.499 Euro. Aktuell bekommt man den Hydrojet S2 für rund 1445 Euro.

Fazit

Der Anker Eufy Hydrojet S2 punktet vor allem beim Saugen. Teppiche reinigt er deutlich besser als der Vorgänger, Haare wickeln sich kaum um die Bürste und die Hinderniserkennung arbeitet zuverlässig. Auch die Station nimmt viel Wartungsarbeit ab. Die Walzentechnik ist insgesamt durchdacht, aber hartnäckige Flecken entfernte sie beim Wischen im Test nicht immer vollständig. Dazu kommen eine teils etwas umständliche Navigation, die sich auch negativ auf die Akkulaufzeit auswirkt.

Unterm Strich ist der Hydrojet S2 ein starker Saugroboter mit sehr guter Automatisierung, erreicht beim Wischen und bei der Geschwindigkeit aber nicht durchgehend Spitzenniveau. Auch seine Temperatur beim Waschvorgang in der Station liegt deutlich hinter der Premium-Konkurrenz. Zusammen mit dem hohen Preis des S2 ist das eher eine schlechte Kombination.

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