The Daily Newsstand · Free, Always
Sunday, September 27, 2026

«Das macht sehr schnell demütig»: Sven Schelker spielt einen Blinden in neuer SRF-Serie

Translate

«Das macht sehr schnell demütig»

Sven Schelker spielt einen Blinden in neuer SRF-Serie

Sven Schelker spielt den blinden Nathaniel in der SRF-Serie «Blind». Die Rolle hat viel Vorbereitung verlangt und seine Sichtweise auf das Leben als Sehender verändert.

Publiziert: vor 21 Minuten

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft

  • Sven Schelker spielt blinden Barkeeper Nathaniel in der Serie «Blind»
  • Schweizer Blindenverband half mit Tipps, wie blinde Menschen ihren Alltag meistern
  • Serie zielt auf Inklusion und das Verständnis für Sehbehinderte ab

TELE: Sie verkörpern in der Serie einen blinden Barkeeper. Was war für Sie bei dieser Rolle grösser: die Neugierde oder der Respekt?
Sven Schelker: Das ist nicht so einfach zu beantworten. Aus schauspielerischer Perspektive ist diese Figur eine wahnsinnig spannende Aufgabe. Nathaniel hat eine unglaublich bewegte Geschichte und eine sehr tiefgründige, vielschichtige Persönlichkeit. Hinzu kommt, dass er mit einer Sehbehinderung lebt. Für mich war es sehr wichtig, zu wissen, ob man beim Casting auch sehbehinderte Menschen gesucht hat, um ihn spielen zu können. Denn das Thema Inklusion und Diversität ist gerade im Filmbusiness wahnsinnig wichtig.

Ein Artikel aus «Tele»

Das ist ein Beitrag aus «Tele». Das Fernsehmagazin der Schweiz taucht für dich nach den TV- und Streamingperlen.

Das ist ein Beitrag aus «Tele». Das Fernsehmagazin der Schweiz taucht für dich nach den TV- und Streamingperlen.

Was gab den Ausschlag, dass Sie für die Rolle zugesagt haben?
Als ich wusste, dass der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband in den ganzen Prozess einbezogen worden war und dass ich in Kontakt sein würde, habe ich mich meiner Arbeit gut hingeben können. Gleichzeitig habe ich mir auch andere Eindrücke geholt: aus der Kunst oder aus Filmen, in denen sehende Menschen blinde Personen gespielt haben. So habe ich mich meinem Nathaniel angenähert.

Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit dem Blindenverband vorstellen?
Am wichtigsten war für mich die Zusammenarbeit mit Daniela Moser. Sie ist eine Mitarbeiterin des Schweizer Blindenverbandes, wir haben uns mehrmals getroffen und uns ausgetauscht. Sie lebt selber mit einer Sehbehinderung und hat mir ganz viele praktische Sachen beigebracht. Ich konnte sie alles fragen, wie sich das fehlende Sehvermögen im Alltag auswirkt.

Zum Beispiel?
Daniela hat mir drei verschiedene Möglichkeiten gezeigt, wie man ein Glas am Hahn mit Wasser füllt: nur über das Gehör, über das Gewicht des Glases und über Geräusche, die sich verändern. Es gibt so unglaublich viele Möglichkeiten, solche Handlungen vorzunehmen, die wir «Nichtwissenden» uns gar nicht ausmalen können.

Wir sind nicht Sehende, sondern Nichtwissende – schön gesagt.
Ja, es ist wirklich eine ganzheitliche Wahrnehmungsverschiebung. Wir stellen uns das Leben von Menschen mit Sehbehinderung automatisch so vor, als würde etwas fehlen.

Ihre blauen Augen sind ein Markenzeichen. War es schwierig, diese nicht wie gewohnt in Ihr Spiel einzubeziehen?
Das hat tatsächlich viel Konzentration erfordert. Entscheidend war nicht nur, wie ich mich in einem Raum bewege oder orientiere, sondern auch, wie ich zuhöre. Mir ist zum ersten Mal aufgefallen, wie sehr ich meinen Augen im Alltag vertraue und wie viel ich von meiner Umgebung durch meinen Sehsinn antizipiere.

Der blinde Nathaniel arbeitet ja als Barkeeper. Wie lange mussten Sie mit Flaschen und Gläsern experimentieren, bis es keine Scherben mehr gab?
(Lacht.) Scherben gab’s keine. Aber die Tatsache, dass man sich fragt, ob es überhaupt einen blinden Barkeeper geben kann, zeigt doch, wie voreingenommen wir sind und wie wir uns von Stereotypen prägen lassen. Als sehende Person hält man so viele Dinge für unmöglich. Doch sobald man sich mit einer blinden Person austauscht, merkt man: Es ist so unglaublich viel mehr möglich, als wir denken. Das macht sehr schnell demütig.

Die Autorin Christine Brand sagt, sie erhoffe sich, «dass die Zuschauer nach dem Anschauen der Serie ein anderes Verständnis für Menschen mit Behinderungen haben und diesen mit mehr Offenheit begegnen». Und Sie?
Falls das mit Leuten geschieht, die diese Serie sehen, wäre das etwas vom Schönsten und Wichtigsten, was passieren kann. Abgesehen davon ist «Blind» ein packender Thriller – eine gescheit aufgezogene Geschichte mit dem Verweben von drei Figuren. Aber eine Sensibilisierung zu erwirken, wäre grossartig. Das ist tatsächlich auch das, was ich aus «Blind» mitnehme: ein tieferes Verständnis für die Lebensrealität.

Externe Inhalte

Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

View the original on Blick →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.