FAQ: Was ist über die Schüsse in Krakau bekannt?
FAQ
Stand: 07.11.2026 • 20:10 Uhr
Am Nachmittag hat ein Täter im polnischen Krakau aus einem Auto geschossen und mindestens sechs Menschen getötet. Weitere Personen wurden verletzt. Was bislang über die Tat bekannt ist.
Was ist passiert?
Nach Polizeiangaben fuhr ein Mann gegen 15 Uhr mit einem Auto auf den Krakauer Hauptmarkt im Zentrum der polnischen Stadt und schoss wahllos auf Passanten. Demnach wurden vier Frauen und zwei Männer getötet und 15 weitere Menschen verletzt.
Unter den Verletzten sind den Angaben zufolge drei Polizisten. Zwölf der Verletzten seien in einem kritischen oder lebensgefährlichen Zustand, teilte die Woiwodschaft Kleinpolen mit.
Die Nachrichtenagentur PAP berichtete unter Berufung auf einen Fotoreporter, dass der mutmaßliche Täter auf seiner Flucht an einer Kreuzung mit einem anderen Auto zusammengestoßen sei. Er sei daraufhin aus seinem Fahrzeug gesprungen und habe auf die Einsatzkräfte geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert und den Mann letztlich festgenommen und in ein Krankenhaus bringen lassen.
Was ist über den Täter bekannt?
Der Nachrichtensender TVN24 berichtet, dass es sich bei dem Festgenommenen laut Staatsanwaltschaft um einen 24-jährigen polnischen Staatsbürger handelt.
Laut der Polizei besaß der Mann eine Waffenerlaubnis und benutzte eine zivile Version des AR-15-Gewehres. Er habe militärähnliche Kleidung getragen. Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz betonte jedoch auf X, der Mann sei kein Soldat der polnischen Armee "und hatte nie etwas mit der Armee zu tun".
Was ist das Motiv?
Die Staatsanwaltschaft hat laut TVN24 noch nicht darüber entschieden, wie sie die Tat einstuft. Im Auto des Festgenommenen hat die Polizei nach eigenen Angaben zahlreiche Teile weiterer Waffen sowie Munition entdeckt. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen die Behörden von einem Einzeltäter aus, es werde aber untersucht, ob der mutmaßliche Täter mit anderen zusammengearbeitet hat. Der Mann sei zuvor nicht straffällig geworden.
Wie sind die Reaktionen auf die Tat?
Regierungschef Donald Tusk ist auf dem Weg nach Krakau. Für 21:45 Uhr ist eine Pressekonferenz angesetzt. Auf X sprach er den Familien und Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und appellierte "an Politiker aller Couleur: Spielen Sie nicht mit dieser Tragödie. Wir werden alle Umstände dieses Verbrechens aufklären."
Staatspräsident Karol Nawrocki reagierte auf X mit "großer Sorge". Er stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden "und erwarte eine umfassende Aufklärung der Umstände dieser dramatischen Ereignisse".
Krakaus Erzbischof, Kardinal Grzegorz Rys, erklärte, zum Tatzeitpunkt habe "jeder von uns auf dem Marktplatz sein können, genau dort, wo die Kugeln zufällige, nichts ahnende Menschen trafen". Er mahnte gesellschaftlichen Zusammenhalt an. Man könne in einem solchen Moment nicht gleichgültig bleiben. "Wir wollen und müssen zusammen sein", betonte Rys.
Aus dem Ausland kamen viele Beileidsbekundungen. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) zeigte sich zutiefst betrübt über die tragischen Geschehnisse in Krakau. Er sprach den Hinterbliebenen der Opfer bei X auf Polnisch sein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl aus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte das "schockierende Verbrechen".
Der Bürgermeister von Krakau rief eine Staatstrauer bis zum 11. November aus. Viele Krakauer Kulturinstitutionen sagten geplante Aufführungen und Konzerte ab.
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