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Tuesday, October 6, 2026

Wikkelhäuser gegen Wohnungsnot – Investor ärgert sich über Stadt Baden und baut keine Tiny Houses

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Im April dieses Jahres wurden sie noch als Rezept gegen die Wohnungsnot angepriesen. Nun ist das Projekt der acht modularen Kleinwohnhäuser, sogenannte Wikkelhouses, in Baden AG abgesagt.

Die Fertighäuser hätten auf dem flachen Dach eines Industriegebäudes stehen sollen. Eine Holzhaussiedlung – geplant vom bekannten Investor Christoph Schoop. Während er seine ersten Wikkelhäuser in der Zentralschweiz bereits verkauft hat, geht es ihm in Baden zu langsam vorwärts.

Moderne Holzhäuser in hügeliger, bewaldeter Landschaft mit Bauarbeiten im Hintergrund.
Legende: Auf der Rigi stehen sie schon, die Wikkelhouses von Christoph Schoop. In Baden bleiben sie vorerst eine Vision, die nicht realisiert wird. Wikkelhouse Schweiz AG / Projekt Rigi des Alpes

Der Grund für die Absage des Projekts: Investor Christoph Schoop bemängelt, dass das Vorentscheidungsgesuch bei der Stadt Baden zu lange liegen geblieben sei.

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  • Bild 1 von 2. Die Architekten Andreas Zehnder (l.) und Christoph Schoop waren vom Erfolg der Wikkelhäuser überzeugt. Hier präsentieren sie ihr Projekt im März 2026. Bildquelle: SRF.

  • Bild 2 von 2. So hätten die Holzhäuser auf dem Industriedach ausgesehen. Bildquelle: SRF.

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Geplant waren die modularen Kleinwohnhäuser auf dem Dach der ehemaligen Fabrikationshalle Demuth in Dättwil bei Baden. Investor Christoph Schoop hätte für das Projekt 1.7 Millionen Franken investiert.

Mit dem Projekt sollte zusätzlicher Wohnraum entstehen, ohne neues Land zu beanspruchen.

Aktuell sind in der ehemaligen Fabrikhalle ein Einkaufsladen, eine Bäckerei, ein Schuhgeschäft und ein Fast-Food-Restaurant einquartiert. «Mit dem Projekt sollte zusätzlicher Wohnraum entstehen, ohne neues Land zu beanspruchen», begründet Investor Christoph Schoop.

Das Vorentscheidungsgesuch hätte klären sollen, ob eine solche Aufstockung des Industriedachs baurechtlich möglich ist. Im Juni dann hiess es, das sei möglich, und auch der Kanton habe nichts einzuwenden. Nun liege das Gesuch aber seit acht Monaten bei der Stadt.

Zeit abgelaufen?

Die Stadt Baden plant seit vier Jahren eine neue Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Sie könnte das Aufstocken von Dächern anders regeln als heute. Die Stadt habe ihren Entscheid hinausgezögert, findet Schoop: «Sie wollten jetzt nichts bewilligen, das sie nach der neuen BNO abbrechen müssten, hiess es. Aber wir glauben, dass einzig und allein die jetzige BNO gilt.»

Christoph Schoop leitet eine Immobilienfirma, die mit Investitionen in der ganzen Schweiz für Schlagzeilen sorgte.

Ein paar Beispiele:

  • Auf Rigi Klösterli SZ will er das über 100-jährige Gasthaus «Des Alpes» renovieren und aufwerten. Er hat das Hotel gekauft und baut es für 3.7 Millionen Franken um.
  • Christoph Schoop hat im Jahr 2025 das denkmalgeschützte Hotel Furkablick UR auf dem Furkapass erworben. Dort plant er ein Artist-in-Residence-Programm.
  • Das Schwimmbad in Villnachern AG ist sanierungsbedürftig. Auch dort hat Investor Christoph Schoop 2024 übernommen und plant Glamping-Häuser an der Aare.

Um die Wikkelhäuser auf das Dach zu stellen, hätte man gemäss Investor die Statik der Halle ausbauen müssen. Auch der Brandschutz hätte angepasst werden müssen. Das Gebäude wird aktuell saniert. Deshalb hätte Christoph Schoop die Statikarbeiten während der laufenden Sanierungsarbeiten anpassen wollen.

«Dafür reicht die verbleibende Zeit nicht mehr», so Schoop. Würde er seine geplanten Sanierungsarbeiten zu einem späteren Zeitpunkt durchführen, müsste das Gewerbe im Haus erneut Einbussen in Kauf nehmen. Deshalb zieht der Investor das Vorentscheidungsgesuch für die Wikkelhäuser zurück.

«Dass wir dieses Projekt ausgerechnet in meiner Heimatstadt aufgeben müssen, enttäuscht mich sehr», sagt Christoph Schoop.

Stadt Baden bedauert Absage

Man habe nicht einfach neun Monate zugewartet, entgegnet der zuständige Badener Stadtrat Benjamin Steiner. Man habe Sitzungen abgehalten, um herauszufinden, was möglich sei. Nur habe man keine gemeinsame Lösung gefunden.

Und er hält fest: «Es gilt die aktuelle Bau- und Nutzungsordnung.» Aber diese schreibt eine Sondernutzungsplanungspflicht vor. Das bedeutet, dass bei wesentlichen Veränderungen mit der Stadt ein Sondernutzungsplan erstellt werden muss.

Wir bedauern es, dass das Projekt abgebrochen wurde.

Dieser Plan ging zwischen Investor und Stadt hin und her – man habe sich bei mehreren Punkten nicht einigen können, sagt Benjamin Steiner weiter. Es ging um baurechtliche, aber auch um finanzielle Aspekte wie die Mehrwertabgabe. «Wir bedauern es, dass das Projekt abgebrochen wurde. Wir haben versucht, Hand zu bieten.»

Kleines Holzhäuschen in einer grasbewachsenen Dünenlandschaft.
Legende: Ein Wikkelhouse auf der deutschen Insel Helgoland. imago images

Das «Wikkelhouse» ist ein Konzept, das in Amsterdam entwickelt wurde: eine kleine, kompakte Wohneinheit, die fixfertig per Lastwagen geliefert und mit wenig Aufwand aufgestellt werden kann. Man kann es direkt an die Energie- und Wasserversorgung anschliessen.

Gemäss Christoph Schoops Firma Wikkelhouse Schweiz gibt es weltweit 150 Wikkelhäuser, die für Glamping, als Ferienhäuser oder Unterkunft in der Stadt verwendet werden.

Aktuell gibt es Wikkelhouse-Projekte auf der Klewenalp NW und in Intragna TI, die auch am Laufen sind, heisst es auf Schoops Webseite.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 5.10.2026, 6:31 Uhr ;  buec;fise;wilh

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