Kampf der Lichtverschmutzung – Mehr Dunkelheit: So hilft der Jurapark Igeln und Glühwürmchen

Kampf der Lichtverschmutzung Mehr Dunkelheit: So hilft der Jurapark Igeln und Glühwürmchen
Tiere und Menschen brauchen Dunkelheit. Der Jurapark Aargau zeigt, wie das gelingt – mit einfachen Massnahmen.
Mehr Dunkelheit ist besser für die Tiere, bei weniger Beleuchtung sterben weniger Insekten: Das ist seit Langem bekannt und oft thematisiert. Dass es in der dicht besiedelten Schweiz richtig dunkel ist in der Nacht, ist selten. Zudem fühlen sich viele Leute mit weniger Beleuchtung unsicher.
Weniger Lichtverschmutzung und mehr Dunkelheit sind aber möglich – und die Sicherheit leidet nicht darunter. Wie alles unter einen Hut gebracht werden kann, zeigt der Jurapark Aargau. Der Naturpark nördlich von Aarau liegt in einer ländlichen, dünn besiedelten Region. Dort soll es so dunkel bleiben wie bisher, so der Plan.
Mit «Licht aus – Leben an» gibt er der Park Tipps für mehr Dunkelheit.
Das kann man tun
Nur beleuchten, was beleuchtet werden muss. Dekorative Gartenbeleuchtungen müssen nicht die ganze Nacht brennen. Igel finden Regenwürmer auch bei Dunkelheit, Bäume und Sträucher benötigen nachts kein Licht (Zeitschaltuhr).
Aussenlampen müssen nicht auf die Strasse oder bis zum Nachbarn leuchten. Gezielt gerichtete Bewegungsmelder helfen, dass sie weniger auf Tierbewegungen reagieren. Und geschlossene Storen oder Fensterläden lassen weniger Licht nach draussen.
Dunkelheit und Sicherheit
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Der Jurapark Aargau hat in seinem Gebiet eine Umfrage zum nächtlichen Sicherheitsempfinden durchgeführt. 340 Personen haben mitgemacht. Es zeigte sich «ein überraschend klares Bild»: Nur wenige der Befragten fühlten sich im Dunkeln unwohl.
Und: Obwohl Einbrüche zu den häufigsten Sorgen zählen, befürwortet die Mehrheit Massnahmen zur Reduktion von Lichtverschmutzung. Zustimmung erhielten unter anderem die Reduktion von Leuchtreklamen und die Abschaltung oder Dimmung öffentlicher Beleuchtung.
Je «wärmer» eine Lichtquelle, desto schonender ist sie. Gelbes bis oranges Licht (unter 2700 Kelvin) beeinträchtigt Mensch und Tier weniger als weisses. In einer dunklen Umgebung reicht zudem weniger intensives Licht, um etwas zu sehen. Viele LED-Leuchten lassen sich dimmen.
Diese Lebewesen profitieren
Glühwürmchen brauchen Dunkelheit, damit der leuchtende Hinterkörper der Weibchen sichtbar ist und Männchen anlocken kann. Künstliche Beleuchtung hemmt ihre Fortpflanzung.
Einige Fledermausarten sind lichtscheu und brauchen dunkle Rückzugsorte.
Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie meiden helle Bereiche. Licht stört ihre Futter- und Partnersuche.
Zugvögel, etwa Rauchschwalben, orientieren sich an Mond und Sternen. Diese sind durch die Aufhellung des Nachthimmels immer schwerer zu erkennen.
Künstliches Licht lockt nachtaktive Insekten an. Sie schwirren um die Lampe, bis sie vor Erschöpfung sterben. Dabei leisten Insekten einen wichtigen Beitrag zur Pflanzenbestäubung.
Pflanzen, die bei ungestörter Dunkelheit wachsen, sind gesünder und bleiben frostresistent. Auch können sie ihre Fähigkeit zur Fotosynthese entfalten.
Menschen werden durch Licht im Tag-Nacht-Rhythmus gestört. Weniger Licht fördert besseren Schlaf.
Warum es schwierig sein kann
Wenn Licht nur bei Bedarf leuchtet (Bewegungsmelder), fallen Bewegungen leichter auf als bei Dauerlicht. Je heller ein Bereich beleuchtet ist, desto weniger ist im dunklen Randbereich erkennbar.
Das Sicherheitsempfinden in der Dunkelheit ist sehr individuell. Laut der Polizei wird in Gemeinden mit reduzierter oder ausgeschalteter Nachtbeleuchtung aber nicht mehr eingebrochen.
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