Neuseelands Vogel des Jahres: Winzig, niedlich und sehr rund

Weltweit stimmen Menschen über Neuseelands Vogel des Jahres ab. Gewonnen hat dieses Jahr der Chathamschnäpper. Er ist vor allem: kugelförmig.
Foto: Dave Boyle/Forest and Bird/dpa
dpa/afp | Rekord-Wahlbeteiligung in Neuseeland: Rund 105.000 Menschen haben nach Angaben der Umweltschutzorganisation Forest and Bird an der Wahl zum Vogel des Jahres teilgenommen, die der gefährdete Chathamschnäpper gewonnen hat.
Wie die Organisatorin Rebecca Hatch am Montag mitteilte, bekam der kleine schwarze Vogel mehr als 26.000 Stimmen – und sicherte sich damit den Spitzenplatz vor dem beliebten Kakapo, der als dickster Papagei der Welt bekannt ist, und dem auch als Maorifalken bekannten Karearea.
Der Sieg des Karure ist dabei mehr als eine unterhaltsame Internetwahl: Die Art verkörpert eine der großen Erfolgsgeschichten des Tierschutzes. 1980 gab es weltweit nur noch fünf Exemplare, darunter lediglich ein fruchtbares Weibchen. Von einem einzigen Zuchtpaar, Old Blue und Old Yellow, ausgehend gelang es Naturschützern, die Population wieder aufzubauen. Heute leben rund 350 erwachsene Karure auf zwei vor eingeschleppten Fressfeinden geschützten Eilanden, die zu den Chathaminseln vor der Küste Neuseelands gehören.
Die Online-Abstimmung zum neuseeländischen Vogel des Jahres erfreut sich seit Jahren auch international großer Beliebtheit. 2019 gab es Proteste gegen mutmaßliche russische Einflussnahme, weil hunderte Stimmen auf russische IP-Adressen zurückgingen. Die Organisatoren stuften die meisten Stimmen aber als zulässig ein, am Sieg des Gelbaugenpinguins änderte sich nichts.
2019 Angst vor russischer Einflussnahme
Die Abstimmung verbindet Vogelschutz mit einer augenzwinkernden „Wahlkampagne“: Der Einsatz für bestimmte Vögel während des zweiwöchigen Votums ist längst zu einem Kulturphänomen geworden – mit Memes, Kostümen und viel Online-Trubel.
2023 gewann der in Neuseeland Puteketeke genannte Haubentaucher, nachdem der Moderator der US-Late-Night-Show „Last Week Tonight“, John Oliver, für den Wasservogel geworben hatte.
„Aber dahinter steckt eine ernste Botschaft“, sagte die Sprecherin von Forest and Bird, Rebecca Hatch. „80 Prozent unserer Vogelarten sind gefährdet oder sogar stark bedroht.“ Das zeige sich auch an der Spitze des Wettbewerbs: Acht der zehn bestplatzierten Arten seien in großer Gefahr.
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
Wieder unterwegs im Park Babelsberg Drinnen und draußen
Kolumne Parkmöglichkeiten von Heike Holdinghausen
Warum es die Feldlerche so schwer hat, lässt sich beim Flanieren in Fürst Pücklers Park erahnen. Eine Rolle spielen Hundehalter und Landbevölkerung.
Mehr Störche in Deutschland Der Storch lebt nicht vom Frosch allein
Mehr als 15.000 Paare brüten in diesem Jahr laut Nabu in Deutschland. Sie finden mehr Nahrung und profitieren von kürzeren Reiserouten.
Von Heike Holdinghausen
Experte über illegalen Vogelfang „12 kleine Vögel bringen 100 Euro“
Zugvögel fliegen im Herbst gen Süden, zum Beispiel nach Zypern. Doch dort werden viele illegal gefangen. Vogelschützer Shialis erklärt, was helfen würde.
Interview von Ferry Batzoglou
10 Ausgaben für 10 Euro Die Wochenzeitung mit taz-Blick
Unsere wochentaz bietet jeden Samstag Journalismus, der es nicht allen recht macht und Stimmen, die woanders nicht gehört werden. Jetzt zehn Wochen lang kennenlernen.
- Jeden Samstag als gedruckte Zeitung frei Haus
- Zusätzlich digitale Ausgabe inkl. Vorlesefunktion
Jetzt bestellen
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.