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Sunday, September 20, 2026

Wahl Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Wer kann da regieren?

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Am Sonntag wird in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern gewählt. In beiden Länder ist völlig offen, wie danach Mehrheiten gefunden werden.

Gereon Asmuth

8.00 Uhr: Die Wahllokale sind geöffnet

Es geht los: Seit 8 Uhr morgens sind die Wahllokale in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern geöffnet. Bis 18 Uhr können die Bür­ge­r:in­nen ihr Stimme abgeben. In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 1,3 Millionen Menschen wahlberechtigt. In Berlin sogar 1,6 Millionen. In beiden Bundesländern dürfen erstmal auch schon 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben.

7.55 Uhr: Was die Umfragen in Mecklenburg-Vorpommern sagen

taz | Es könnte knapp werden. Denn die SPD hat laut Umfragen in letzte Monaten enorm aufgeholt. Sie lag zuletzt nur noch 2 bis 3 Prozentpunkte hinter der AfD. Das ZDF-Politbaromenter sah am Donnerstag die SPD sogar ganz knapp vor der AfD. Vor einem Jahr sah das noch komplett anders aus. Da waren die Rechtsextremen mit 38 Prozent zwar ähnlich stark heute, aber sie lagen weit vor der SPD, die nur bei 19 Prozent gesehen wurde.

Die Aufholjagd hat die SPD wohl ihrer prominenten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu verdanken. Unter dem Höhenflug leidet umgekehrt aber vor allem die CDU, die stark abgefallen ist. Mit 6 bis 7 Prozent lag sie nur noch knapp über der 5-Prozent-Hürde. Genau da werden die Grünen gesehen. Das BSW knapp darunter.

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Bei keiner der drei kleinen Parteien ist somit sicher, dass sie am Ende im Parlament sind. Bei kleiner der beiden großen, wer am Ende die Nase vorn hat. Denn Umfragen sind bekanntlich noch lange keine Wahlergebnisse. Die Abweichungen können enorm sein, wie zuletzt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gezeigt hat. Es könnte knapp werden.

7.50 Uhr: Was die Umfragen in Berlin sagen

taz | Es könnte knapp werden, auch in Berlin. Zwar musste sich die SPD in den letzten Wochen laut Umfragen aus dem Rennen um Platz 1 verabschieden. Aber bei immer noch vier Parteien ist denkbar, dass sie am Ende die stärkste sind. Die größten Hoffnungen können sich Linke und CDU machen. Die rechtsextreme AfD hat in Berlin zwar keine Chance auf einer Regierungsbeteiligung, liegt aber nur knapp hinter CDU und Linken. Auf Platz 4 stehen die Grünen.

Die Abstände sind so knapp, dass sich am Wahlabend noch alles verschieben kann. Zudem ist offen, ob nicht noch das BSW als sechste Partei ins Abgeordnetenhaus einzieht. Es wurde in den Umfragen bei 3 bis 5 Prozent gesehen. Wie gesagt: Es könnte knapp werden.

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7.45 Uhr: Was in Mecklenburg-Vorpommern zur Wahl steht

Im Landtag in Schwerin sind ohne Überhangs- und Ausgleichsmandate 71 Sitze zu vergeben. Jede Wäh­le­r:in hat zwei Stimmen. Die Erststimme für die Kan­di­da­t:in­nen des jeweiligen Wahlkreises, die Zweitstimmen für die Landeslisten der Parteien, die entscheidend ist für die Größe der Fraktionen im neuen Landtag.

Für eine Mehrheit wären mindestens 36 Sitze notwendig. Schaffen es die Grünen ins Parlament, könnte es für eine rot-rot-grüne Koalition reichen – wenn das BSW draußen bleibt. Sonst wird es auch hier eng.

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Die SPD will ihre Ministerpräsidentin Manuela Schwesig im Amt halten. Die AfD will sie durch ihren Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm ersetzen.

7.40 Uhr: Was in Berlin zur Wahl steht

In Berlin werden neben dem Abgeordnetenhaus auch die Bezirksverordnetenversammlungen der 13 Bezirke gewählt. Daher haben die Wäh­le­r:in­nen dort drei Stimmen. Eine für das Bezirksparlament, die Erststimme für die Wahl­kreis­kan­di­da­t:in­nen und die Zweitstimme für die Landeslisten der Parteien.

Laut Umfragen braucht es im neuen Abgeordnetenhaus auf jeden Fall ein Dreierbündnis für eine Koalition. Denkbar wäre ein rot-grün-rotes Bündnis mit Elif Eralp (Linke) als Regierender Bürgermeisterin. Oder ein schwarz-grün-rotes Bündnis mit Stefan Evers (CDU) an der Spitze. Unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist, dass sich Werner Graf (Grüne) als Überraschung durchsetzt, wenn seine Partei vor der CDU oder vor den Linken landet. Entscheidend wird, welche Partei in einem Dreierbündnis die stärkste wird. Das muss nicht unbedingt die stärkste im Abgeordnetenhaus sein. Denn das könnte im Extremfall sogar die AfD werden.

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Der Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) tritt nicht mehr an. Er hat sich bekanntlich beim Tennis verspielt.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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