F-Droid 2.0: Alternativer App-Store für Android bekommt großes Update
F-Droid, der Android-App-Store für freie und quelloffene Software (FOSS), ist in Version 2.0 erschienen. Laut den Entwicklern handelt es sich um eine komplette Neugestaltung der App und das größte App-Update seit zehn Jahren. Neben einer modernisierten Bedienoberfläche liefere die App eine optimierte Suchfunktion und eine einfachere Bedienung, so das Team. Uraltgeräte mit Android 6 fallen jedoch aus dem Support.
Neue Codebasis und Suche
Wie das F-Droid-Team in einem Ankündigungsbeitrag weiter schreibt, habe man die App an Googles Material Design angepasst, während man die „gewohnten F-Droid-Interaktionen beibehalten“ habe. Zudem seien wichtige Komponenten mit Kotlin und Jetpack Compose überarbeitet und neu programmiert worden. Das schafft die Grundlage dafür, dass F-Droid in den nächsten Jahren Verbesserungen schneller umsetzen kann.
Überarbeitet hat F-Droid außerdem die Hauptnavigation. Sie konzentriere sich nun auf drei Kernbereiche: „Entdecken“ (Discover), „Suche“ (Search) und „Meine Apps“ (My Apps). Weiter hat das Team die Einstellungen und Funktionen wie „Nearby Swap“ (Umfeld) in die obere Leiste ausgelagert, um das Menü übersichtlicher zu halten.
Ein Blick in F-Droid 2.0.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Im Bereich „Entdecken“ finden Nutzerinnen und Nutzer neu hinzugefügte, kürzlich aktualisierte und beliebte Apps – dabei betont F-Droid, ohne manipulative Algorithmen oder Tracking auszukommen. Zudem hat F-Droid das Kategoriensystem erweitert und umfasse 17 eigene Genres allein für Spiele sowie dedizierte Kategorien für VPNs, Passwortmanager, Firewalls und weitere. Ferner unterstütze die Suche neben App-Namen auch Beschreibungen, Kategorien und übersetzte Inhalte. Auch Suchanfragen auf Chinesisch, Japanisch und Koreanisch liefern jetzt zuverlässigere Treffer. Zudem merkt sich die Suche nun die letzten Anfragen.
Hinzu kommen kombinierbare Filter – etwa nach Gerätekompatibilität, Kategorien oder dem Ausschluss von „Anti-Features“ wie unfreien Netzwerkdiensten. Neu ist auch, dass App-Updates standardmäßig automatisch im Hintergrund gesucht und installiert werden – optional gibt es weiterhin manuelle Einstellungsmöglichkeiten. Anders als bisher dient die „Pull-to-Refresh“-Geste nur noch dem Scrollen, da manuelle Aktualisierungen durch den automatischen Hintergrundabgleich weitgehend überflüssig werden, so das Team. Wer weiterhin manuell nach Updates suchen will, findet die Funktion im Drei-Punkte-Menü unter „Meine Apps“.
Einfachere App-Installation
Überarbeitet hat F-Droid mit Version 2.0 auch die App-Installation. Google hat sie durch immer neue Hürden erschwert, und mit der Entwicklerverifizierung steht die nächste bereits bevor. Vor allem auf Druck des Digital Markets Act (DMA) der EU und weiterer kartellrechtlicher Maßnahmen weltweit biete Android nun App-Stores die Möglichkeit, Installationen und Updates reibungsloser und automatisierter als bisher durchzuführen, führt das Team aus. Mit der neuen F-Droid-Version macht sich das Team diese Neuerungen zunutze.
So könne „F-Droid einen einheitlichen Installer für alle F-Droid-Installationen verwenden, unabhängig davon, ob diese in das Betriebssystem integriert sind oder Nutzer die App selbst auf ihrem Gerät installiert haben“. Das einheitliche Installationsprogramm nutze eine neue Vorabgenehmigungs-API, sodass Nutzerinnen und Nutzer auf unterstützten Geräten die Installation bereits vor dem Herunterladen bestätigen können, anstatt erst danach. Das Team verspricht: „Dadurch nähert sich das F-Droid-Installationserlebnis auf offiziellen Android-Geräten deutlich dem an, was der integrierte App-Store bietet.“
Schrittweise Verteilung
An der neuen App-Version habe das Team mehr als ein Jahr gearbeitet, sie habe 14 Testversionen durchlaufen. F-Droid 2.0 wird in den kommenden Wochen schrittweise an bestehende Nutzer verteilt und steht zudem als direkter Download über die F-Droid-Website bereit. In den kommenden Monaten sollen Performance, Barrierefreiheit und Bedienbarkeit basierend auf dem Community-Feedback weiter verfeinert werden.
F-Droid gibt sich kämpferisch
Durch Googles im vergangenen Jahr angekündigte Auflagen zur Entwicklerverifizierung sieht F-Droid die eigene Existenz in Gefahr, wie das Team im vergangenen Jahr in einem Blogbeitrag schrieb. F-Droid kritisierte damals, dass durch Googles neue Regelung alternative App-Stores keine Apps mehr direkt anbieten könnten, da sie keine Kontrolle über die Schlüssel oder IDs hätten. Weiter hieß es, dass F-Droid nicht im Namen von Open-Source-Entwicklern die Identität von Apps übernehmen oder unabhängige Mitwirkende dazu zwingen könne, sich bei Google zu registrieren. Das Team zog in seinem Blogpost den Schluss: „Die Verordnung zur Entwicklerregistrierung wird das F-Droid-Projekt und andere freie/Open-Source-App-Vertriebsquellen, wie wir sie heute kennen, beenden.“
Google hat inzwischen Zugeständnisse angekündigt: Erfahrene Nutzer sollen nach einmaliger Einrichtung auch Apps unverifizierter Entwickler installieren können, Hobbyentwickler bekommen kostenlose Konten für bis zu 20 Geräte ohne Ausweispflicht. Die Verifizierung greift ab dem 30. September zunächst in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand.
Trotz dieses Bedrohungsszenarios schreibt das Team in seinem aktuellen Blogbeitrag, mit den Änderungen von Version 2.0 „die Grundlage für die Entwicklung von F-Droid“ der nächsten Dekade geschaffen zu haben.
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