«Traurig»: Zürcher Tirggel-Stand fliegt aus HB-Weihnachtsmarkt

- Suter Tirggel ist nach über 30 Jahren nicht mehr am Weihnachtsmarkt im Zürcher Hauptbahnhof dabei.
- Geschäftsleiterin Dragana Antic sagt, der Betrieb habe keine Begründung für die Absage erhalten.
- Der Veranstalter Polarzauber verweist auf das reguläre Auswahlverfahren mit hunderten Bewerbungen für rund 100 Standplätze.
Nach über 30 Jahren ist Schluss: Der Zürcher Traditionsbetrieb Suter Tirggel wird dieses Jahr nicht mehr beim Weihnachtsmarkt am Zürcher Hauptbahnhof vertreten sein. «Nicht weil wir nicht mehr wollen, sondern weil wir nicht mehr dürfen», sagt Geschäftsleiterin Dragana Antic. Der Entscheid treffe den Betrieb und die Mitarbeiterin sehr. «Wir sind alle sehr traurig, die Folgen sind einschneidend – emotional, wirtschaftlich, auf allen Ebenen.»
Der Weihnachtsmarkt ohne Suter Tirggel sei kein richtiger Weihnachtsmarkt, ist Antic überzeugt. «Wir waren seit Beginn dabei, haben den Markt mitgeprägt, durften jahrelang einen Tirggel-Weihnachtsbaum verzieren – wir gehörten praktisch zum Inventar.» Die Absage sei aus dem Nichts gekommen: «Eine Begründung haben wir nicht erhalten», sagt Antic. «Letztes Jahr gab es einen neuen Veranstalter, der uns nur sagte, dass man sich für einen anderen Bewerber entschieden hätte.»
«Einige wollen den Weihnachtsmarkt boykottieren»
Es handle sich dabei nicht um einen anderen Tirggel-Anbieter, weiss Antic. «Wir sind in Zürich die einzigen mit einer echten Tradition – und bei den Besucherinnen und Besuchern daher auch beliebt.» Zahlreiche Personen hätten ihr Bedauern ausgedrückt. «Einige wollen den Weihnachtsmarkt am HB gar boykottieren.»
Wie Antic sagt, freuten sich die Mitarbeitenden indes, Kundinnen und Kunden weiterhin beim Weihnachtsmarkt beim Bellevue und in Rapperswil begrüssen zu dürfen. «Und wir hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder beim HB dabei sein dürfen.»
Hunderte Bewerbungen für 100 Standplätze
«Suter Tirggel gehört zur Zürcher Weihnachtstradition. Wir verstehen deshalb, dass einige Besucherinnen und Besucher den Stand vermissen werden», teilt ein Sprecher des Zürcher Polarzaubers mit. Der Entscheid sei jedoch im regulären Auswahlverfahren gefallen – für rund 100 Standplätze seien hunderte Bewerbungen eingegangen.
Alle seien nach denselben Kriterien beurteilt worden: Angebot, Qualität, Professionalität, Infrastruktur und ein ausgewogener Angebotsmix. «Ausschlaggebend ist stets die Gesamtbeurteilung», so der Sprecher. Zu einzelnen Bewerbungen äussere man sich aus Respekt gegenüber den Betroffenen nicht im Detail.
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«Weihnachtsmarkt mit Schweizer Wurzeln»
Der Polarzauber sei und bleibe eine Weihnachtsplattform mit Schweizer Wurzeln. «Regionale Betriebe wie die Milchmanufaktur Einsiedeln, Flückiger Emmentaler Spezialitäten und SOGLIO aus dem Bergell prägen den Markt ebenso wie Partner wie Lindt, Swiss-Ski, Davos Klosters und die Zürcher Stadtkäserei», betont der Sprecher. Ergänzt werde das Angebot durch internationale Handwerks- und Kulinarikstände.
«Biscuit-Suter haben wir unseren Entscheid bereits im Juni schriftlich erläutert und ein persönliches Gespräch über eine Teilnahme 2027 angeboten.»
Daniel Krähenbühl (dk) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Er leitet das Regionennetzwerk mit Fokus auf Stadtpolitik, Kriminalität, Gesellschaft und Recherche.
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