Ausgeklügelter Tastsinn – Diese Kröte «sieht» ihre Beute mit den Fingerspitzen

Im Gehirn hat jede Stelle der Haut eine feste Adresse. Zusammen ergeben sie eine Körperkarte. Massstabsgetreu ist sie nicht: Wo die Haut dicht mit Sinneszellen besetzt ist, braucht es mehr Nervenzellen und damit mehr Platz.
Sichtbar wird das, wenn man jedes Körperteil so gross zeichnet, wie sein Gebiet auf dieser Karte ist. Heraus kommt eine verzerrte Figur: der Homunkulus (lateinisch für «Menschlein»).
Bei der Wabenkröte liegt die Karte im Mittelhirn. Auf ihren Fingerspitzen sitzen fast viermal so viele Hautnoppen wie am Fingerschaft. Die Spitzen machen acht Prozent der Haut des Vorderbeins aus, belegen aber 34 Prozent der Vorderbein-Karte.
Beim Menschen liegt die Karte in der Grosshirnrinde, und zwar in einem Streifen, der etwa von Ohr zu Ohr verläuft. Unser Homunkulus hat riesige Hände, Lippen, Zunge und Genitalien.
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