Lungenpest-Verdacht in Russland - WHO und USA fordern Aufklärung
Stand: 07.10.2026 • 08:51 Uhr
Noch immer ist unklar, woran die Labormitarbeiterin in Russland gestorben ist. Die Weltgesundheitsorganisation ist angesichts des Pest-Verdachts in Sorge. US-Präsident Trump kündigt ein Gespräch mit Putin an.
Nach einem möglichen Lungenpest-Todesfall in Russland hat die Weltgesundheitsorganisation WHO ihre Hilfe bei der Aufklärung angeboten. Man habe außerdem um weitere Auskünfte gebeten, um die Ursache der schweren Lungenentzündung, den Erreger sowie Medienberichte über einen zweiten Mitarbeiter mit einer Lungenentzündung unbekannter Ursache zu klären, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X mit.
Ein zeitnaher, vollständiger und transparenter Informationsaustausch im Rahmen der internationalen Gesundheitsvorschriften sei unerlässlich, um widersprüchliche Berichte aufzuklären und eine genaue Einschätzung möglicher Risiken für die öffentliche Gesundheit zu ermöglichen, so der WHO-Chef.
Trump will mit Putin telefonieren
US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass er wegen des undurchsichtigen Krankheitsfalls der 28-jährigen Wissenschaftlerin mit Russlands Präsident Wladimir Putin telefonieren wolle.
Auf die Frage einer Reporterin, ob er mit Putin über den Fall gesprochen habe, sagte Trump: "Ich habe einen Termin für ein Telefonat." Es werde sehr bald stattfinden. Das US-Außenministerium hatte die russischen Behörden bereits zuvor aufgefordert, Informationen schnell und transparent mitzuteilen. Auch die US-Botschaft in Moskau schrieb auf ihrer Website, dass sie die Lage aufmerksam im Blick behalte.
Das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf US-Regierungsbeamte, dass die USA Moskau gewarnt hätten, dass es internationalen Gesundheitsverpflichtungen zuwiderlaufe, wenn Einzelheiten zum Tod der Labormitarbeiterin nicht offengelegt würden.
Wissenschaftlerin in Sibirien verstorben
Am Freitag war in Sibirien die Mitarbeiterin eines Pest-Forschungsinstituts gestorben, nach offiziellen Angaben an einer Lungenentzündung unbekannter Herkunft. Medienberichten zufolge könnte sie sich im Labor mit der Lungenpest infiziert haben. Russland hatte die Pestinfektion ebenso wie Quarantänemaßnahmen dementiert. Es gibt auch unbestätigte Berichte über einen zweiten Mitarbeiter des Labors mit einer Lungenentzündung unbekannter Ursache.
Lungenpest ist eine schwere Form der durch das Bakterium Yersinia pestis verursachten Pest. Sie kann entstehen, wenn sich die Infektion auf die Lunge ausbreitet. Die Erkrankung ist mit Antibiotika behandelbar, wenn die Therapie früh beginnt. Die Pest kommt laut Robert Koch-Institut (RKI) noch in Ländern Afrikas, Amerikas und Asiens vor, in Europa und Australien nicht.
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