Leiche identifiziert: Es handelt sich um Vermissten aus Burundi

- Die zerstückelte Leiche aus dem Rhein bei Stein AG ist der vermisste Mann aus Burundi.
- Dies teilt die Kantonspolizei Aargau am Dienstag mit.
- Details zur Identität nennt die Staatsanwaltschaft aus Gründen der Pietät und der Ermittlungstaktik nicht.
Nach dem Fund von Leichenteilen in Stein AG im Rhein ist das Opfer identifiziert. Es handle sich um einen 33-jährigen Mann aus Burundi, der seit einigen Tagen in einem Asylheim nahe dem Fundort vermisst worden sei, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Aargau zu 20 Minuten.
Nähere Einzelheiten zur Identität würden aus Gründen der Pietät und aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht mitgeteilt.
Landsmann hatte Leiche von J. (33) in Sack im Rhein entdeckt
Am Sonntag hatte Faustin aus Burundi mit zwei Freunden am Ufer des Rheins einen Sack im Wasser bemerkt. Sie hatten nach ihrem vermissten Freund J. (33) gesucht. Der Freund wurde zuletzt am Freitagabend in der Asylunterkunft gesehen, am Samstag suchten dann seine Freunde aktiv nach ihm.
Am Sonntagmorgen konnte ein Mann aus Burundi nicht schlafen und ging um 6 Uhr in der Früh an den Rhein. Faustin (36) und ein weiterer Mann stiessen 30 Minuten später dazu. Bald darauf machten sie den grausigen Fund.
Als sie den Sack an Land zogen, fanden sie darin ein menschliches Bein. Fautsin sagt: «Das Bein war sauber abgetrennt. Weil es etwas ausgeblichen war durch das Wasser, konnte man die Hautfarbe zunächst nicht gut erkennen, aber nahe der Hüfte sah man doch, dass es eine dunkelhäutige Person war.»
Danach entdeckten Ermittler weitere Säcke mit Leichenteilen im Fluss. Die Polizei konnte «praktisch die gesamte Leiche» finden, wie Polizeisprecher Bernhard Graser am Montagabend gegenüber «Tele M1» sagte. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus.
«Er fühlte sich überwacht»
Faustin sagt zu 20 Minuten: «J. fühlte sich unwohl. Eine Woche vor seinem Verschwinden sagte er mir, er fühle sich überwacht.» Sein Freund J. habe sich für Menschenrechte eingesetzt. «Er war Mittelsmann zwischen uns Asylbewerbern und politischen Aktivisten aus der Schweiz, die sich für uns einsetzen.»
Die Art und Weise, wie die Leiche im Rhein entsorgt wurde, erinnerte Faustin an Methoden der Regierung seines Heimatlandes. «Bei uns werden Oppositionelle bei Massakern getötet, zerstückelt und in Flüsse geworfen.» Auch Faustin fürchtete um seine Sicherheit: Er musste am Montagabend eine neue Unterkunft finden.
Céline Trachsel (ct), arbeitet seit 2023 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin im Ressort Zürich.
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