Bericht zu Trump und Epstein – Vergewaltigungsvorwurf: Aussagen einer Schweizerin belasten Trump

Es ist ein brisanter Bericht, den Demokratinnen und Demokraten im Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses am 26. Oktober publiziert haben. Er trägt den Titel «We Have Certain Things in Common, Jeffrey» und beleuchtet die Verbindungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem verstorbenen Multimillionär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.
Darin äussern sich unter anderem Frauen, die Trump sexuellen Missbrauch oder Vergewaltigung vorwerfen. Unter ihnen ist auch die Schweizerin Béatrice Keul. Sie spricht im Bericht erstmals öffentlich und explizit von Vergewaltigung. Auch gegenüber SRF hat Keul von einem sexuellen Übergriff durch Trump erzählt.
Die Podcastserie von SRF erzählt von Frauen, die in den 1990er-Jahren in ein gefährliches Milieu geraten, in dem superreiche Männer wie Jeffrey Epstein und Donald Trump die Fäden ziehen. Die Geschichten zeigen, wie Epstein die Branche nutzte. Wie Epsteins System funktionierte, zeigen auch die Recherchen von SRF Data, die bis in die Schweiz führen.
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Der neue Bericht habe ein Erdbeben ausgelöst, sagt sie heute. «Ich werde von Medienanfragen überschwemmt.» Donald Trump bestreitet die Vorwürfe von Béatrice Keul und auch der anderen Frauen, die im Bericht zu Wort kommen.
Schönheitswettbewerb als «Jagdrevier»?
Der Bericht hält die Aussagen von elf Frauen fest. Einige davon bringen Trump und Epstein in einen engen Zusammenhang. So auch Béatrice Keul: Sie nahm an einem Schönheitswettbewerb in den 1990er-Jahren in New York teil, der von Donald Trump veranstaltet wurde und an dem sie auch auf Jeffrey Epstein getroffen sei. «Das war ihr gemeinsames Jagdrevier», ist die 56‑Jährige überzeugt.
Veröffentlicht wurde der über 50-seitige Bericht von Jamie Raskin, dem ranghöchsten Vertreter der Demokraten im Justizausschuss des Repräsentantenhauses. Anhand von Informationen aus den öffentlich zugänglichen Epstein-Files sowie Aussagen von Betroffenen und Mitgliedern des Ausschusses wird darin die Schlussfolgerung gezogen, dass Donald Trump möglicherweise Mittäter im Missbrauchsnetzwerk von Jeffrey Epstein war. Dass Donald Trump und Jeffrey Epstein in den 1990er-Jahren befreundet waren, ist dokumentiert. Trump hat sich später von Epstein distanziert. Die Demokraten fordern nun lückenlose Aufklärung und eine vollständige, unabhängige Untersuchung. Der Bericht selbst ist kein unabhängiges Untersuchungsergebnis und auch kein Gerichtsurteil.
Klar ist: Die Epstein-Files und Trumps Rolle im Netzwerk des Sexualstraftäters werden als politisches Druckmittel gezielt genutzt, und auch innerhalb der Maga-Bewegung gibt es unterschiedliche Haltungen dazu, wie mit den Epstein-Files umgegangen werden soll.
Keul sagt gegenüber SRF: «Ich bin neutral und habe keinerlei politische Interessen.» In einem früheren Gespräch machte sie deutlich, dass sie für Transparenz und Gerechtigkeit kämpfen wolle, dass sie gemeinsam mit anderen Betroffenen Sammelklagen gegen Trump vorbereiten würde und «dass er damit nicht davonkommen wird».
Keul ist mit anderen Frauen vernetzt, die öffentlich über sexuelle Übergriffe durch den US-Präsidenten oder durch Jeffrey Epstein berichten. Viele von ihnen hätten jahrelang geschwiegen, auch Béatrice Keul selbst – aus Angst davor, sich der Öffentlichkeit auszusetzen und bedroht zu werden.
Ihre Geschichte hat Keul erstmals 2024 der «Daily Mail» in einem Interview öffentlich dargelegt. Schon Jahre zuvor hatte sie sich einem befreundeten Journalisten anvertraut, der ihre Schilderungen gegenüber SRF bestätigt.
Mit dem neuen Untersuchungsbericht wird ihre Geschichte nun auch auf höchster politischer Ebene in den USA zum Thema. Ob und wie stark sie den US-Wahlkampf direkt beeinflussen wird, ist kaum abzuschätzen.
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