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Friday, October 23, 2026

E-Mails belasten Alice Weidel in Affäre um Schweizer Parteispende

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  • AfD-Co-Chefin Alice Weidel gerät wegen geleakter E-Mails in der Affäre um Schweizer Wahlkampfspenden unter Druck.
  • 2017 flossen rund 132’000 Euro in 17 Tranchen von Schweizer Firmen an den AfD-Kreisverband Bodensee.
  • Weidel erfuhr wohl früher davon als bisher gesagt, sie bestreitet das und will bei ihren Aussagen bleiben.

Bei einem Hackerangriff auf die AfD wurden vor wenigen Wochen offenbar Teile mehrerer E-Mail-Postfächer von Parteimitgliedern unrechtmässig kopiert. Nach Angaben der Angreifer sollen sich darunter insgesamt 421’179 E-Mails befinden. Teile der Daten wurden veröffentlicht.

Jetzt gibt es erste Erkenntnisse aus den E-Mails – und diese setzen AfD-Co-Chefin Alice Weidel in der Affäre um illegale Schweizer Wahlkampfspenden unter Druck. Die Dokumente legen nahe, dass sie früher über die Zahlungen informiert war, als sie bislang erklärte, berichtet der «Spiegel».

132’000 Euro in 17 Tranchen erhalten

2017 flossen insgesamt rund 132’000 Euro in 17 Teilbeträgen an den AfD-Kreisverband Bodensee. Das Geld war für Weidels Bundestagswahlkampf bestimmt, offiziell als Unterstützung für ihren Social-Media-Auftritt. Später wurde die AfD dafür zu einer Strafzahlung von knapp 400’000 Euro verpflichtet, denn sie galt nach deutschem Parteiengesetz als unzulässige Parteispende aus dem Ausland.

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Weidel hatte bislang gesagt, erst im September 2017 von den «ungebetenen» Spenden erfahren zu haben. Die nun veröffentlichten Mails zeichnen ein anderes Bild: Bereits am 6. Juli soll Weidel Mitglieder ihres Kreisverbands angewiesen haben, eingehende Spenden für Facebook-Werbung einzusetzen. «Kannst Du bitte das Konto vielleicht 2x wöchentlich im Blick haben für eventuelle Spendeneingänge?», bat Weidel ihre Schatzmeisterin. Und Weidel nannte auch den Grund: «Es wurden mir Spenden avisiert, mit denen ich meinen Social-Media-Wahlkampf bestreiten muss.»

«Es wurden mir Spenden avisiert, mit denen ich meinen Social-Media-Wahlkampf bestreiten muss»

Alice Weidel in einer E-Mail vom 10. Juli 2017

Unklarer Bezug zu Milliardär Conle

Am 14. Juli ging die erste Überweisung einer Schweizer Firma ein. Weitere 16 Tranchen folgten. Als Verwendungszweck stand jeweils sinngemäss: Wahlkampfspende für Alice Weidel und Social Media. Laut früheren Recherchen soll das Geld vom Immobilienunternehmer und Milliardär Henning Conle stammen, der in der Schweiz lebt. Die Zahlungen liefen über Schweizer Pharma-Firmen.

Weidel hatte bisher stets betont, erst im September 2017 von den «ungebetenen» Spenden erfahren zu haben.

Weidel hatte bisher stets betont, erst im September 2017 von den «ungebetenen» Spenden erfahren zu haben.IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Auch eine Kreditkarte wirft Fragen auf. Laut E-Mails sollte Weidel im selben Zeitraum der verbotenen Spende eine Karte für ihr Wahlkampfkonto erhalten. Ein Rechnungsprüfer hielt später fest, dass ein auf Weidel ausgestelltes Kreditkartenkonto nicht separat erfasst worden sei. Weidels Sprecher sagte, die Karte sei für laufende Wahlkampfausgaben vorgesehen gewesen. Ob die Karte tatsächlich genutzt wurde, könne Weidel nicht mehr sagen.

Social-Media-Manager kaufte tausende Facebook-Fans

Aus den Unterlagen geht zudem hervor, dass mit Teilen des Geldes ein Social-Media-Manager bezahlt wurde. Dieser kaufte laut Rechnung mehr als 25’000 Facebook-Fans für Weidels Auftritt. Weitere Mittel sollen an eine Kanzlei geflossen sein. Einen grossen Restbetrag zahlte die AfD 2018 zurück.

Wie bewertest du Alice Weidels Umgang mit der Schweizer Parteispende?

Weidel weist die Vorwürfe zurück und will an ihren bisherigen Aussagen festhalten. Sie habe mit möglichen Unterstützern gesprochen, aber weder konkrete Summen erwartet noch mit den Zahlungen der Firma gerechnet. Fragen zu möglichen Kontakten mit Conle beantwortete sie erneut nicht.

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Reto Bollmann

Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.

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