Erfolgreich lernen – 6 überraschende Fakten: So lernt das Hirn am besten

Wer Neues lernen will, braucht nicht einfach nur Disziplin und Fleiss. Laut der Neurowissenschaftlerin und Lernforscherin Barbara Studer spielen Motivation, Emotionen, Neugier und der Austausch mit anderen eine entscheidende Rolle.
1. Sinn
Bevor man überhaupt mit dem Lernen beginnt, sollte man wissen, warum man etwas lernen möchte. Ein persönlicher Nutzen oder ein konkretes Ziel helfen, langfristig dranzubleiben.
Emotionen sind Dünger für den Lernprozess.
Barbara Studer sagt, Lernen müsse mit Bedeutung verknüpft sein: «Wer versteht, was ihm neues Wissen bringt, bleibt motivierter und macht schneller Fortschritte.»
2. Positive Gefühle
Viele halten Spass beim Lernen für einen netten Bonus. Laut Barbara Studer ist er viel mehr als das. Positive Emotionen fördern Lernprozesse direkt. «Emotionen sind Dünger für den Lernprozess und sie haben einen messbaren Einfluss.» Freude, Begeisterung und Stolz helfen dem Gehirn, Informationen besser zu verarbeiten und zu speichern.
3. Neugier
Neugier fällt nicht einfach vom Himmel. Sie lässt sich jedoch aktiv fördern, indem man sich selbst Fragen stellt: Was habe ich schon gelernt? Was ist daran spannend? Was passiert dabei im Gehirn? Studer empfiehlt, die eigene Entdeckungslust bewusst zu nähren.
Wer neugierig bleibt, beschäftigt sich intensiver mit einem Thema und lernt nachhaltiger. Zudem stärke Lernen das Gehirn aktiv und wirke präventiv gegen Demenz.
4. Kooperation
Lernen ist ein sozialer Prozess. Besonders zuverlässig funktioniert sogenanntes kooperatives Lernen, also der Austausch mit anderen Menschen.
Barbara Studer betont, dass Gespräche, Diskussionen und gemeinsames Lernen das Gehirn stimulieren und die mentale Gesundheit stärken.
5. Angst ablegen
Beim Sprachenlernen beispielsweise entscheidet oft nicht das Talent, sondern der eigene Umgang mit Hemmungen über den Lernerfolg. Spanischlehrerin Andrea Gatani warnt davor, sich von Versagensängsten blockieren zu lassen.
Gatani erklärt: «Ich glaube, es liegt an der Angst, Fehler zu machen. Aber ohne Fehler können wir gar nicht lernen.» Wer Neues wagt, muss Fehler als notwendige Schritte begreifen. Das schrittweise Überwinden dieser Scheu im Alltag bringe den entscheidenden Durchbruch im Redefluss einer neuen Sprache.
6. KI kritisch einsetzen
Künstliche Intelligenz kann beim Lernen nützlich sein, etwa beim Recherchieren, Übersetzen oder Verfassen von Texten. Das zeigen die Erfahrungen von Teilnehmenden eines KI-Kurses bei Pro Senectute.
Gleichzeitig warnen Teilnehmende und Kursleitende vor einem unkritischen Umgang mit den Antworten der KI. Informationen sollten überprüft werden. Zudem bestehe die Gefahr, dass Menschen echte soziale Kontakte durch den Austausch mit Chatbots ersetzen. Für Kursleiterin Daniela Portmann liegt darin ein Risiko: «Wer bereits einsam ist, könnte sich noch stärker zurückziehen.»
Hirncoach Barbara Studer meint: «Es macht einen Unterschied, ob man mit einer Maschine interagiert oder ob da eine reale Person ist.»
Fazit
Erfolgreiches Lernen beginnt nicht mit dem Lehrbuch, sondern mit Motivation, Emotionen und Neugier. Und obwohl KI dabei unterstützen kann, bleibt der wichtigste Lernpartner oft ein anderer Mensch. Denn das Gehirn lernt besonders gut, wenn Wissen, Gefühle und sozialer Austausch zusammenkommen.
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