Rückblick auf LA-EM – Lautstarke Schweizer, leere Sitze und selbst gezapftes Bier

Es schwante einem Böses, als man sich am vergangenen Montag im Alexander Stadium in Birmingham umsah. Das temporär über 23'000 Zuschauer fassende Stadion war praktisch leer, auch am zweiten Tag war das Fan-Aufkommen überschaubar. Dies, obwohl an den ersten beiden Abenden die Titel über die 100 m vergeben wurden.
Polizeieinsatz am Samstag
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Ein Polizeieinsatz in Birmingham mit einer Festnahme hat bei der Leichtathletik-EM am Samstag für Verzögerungen gesorgt. Wegen eines Mannes mit einer falschen Akkreditierung ist der Transport vom Alexander Stadium in die Innenstadt für Fans, Athleten, Mitarbeiter und Medienvertreter am Samstagabend für längere Zeit eingestellt worden. Die Polizei erklärte zunächst, dass ein Mann wegen des Verdachts auf Betrug festgenommen worden sei. Es seien Bedenken wegen verdächtiger Aktivitäten aufgekommen. Demnach blieb die Person zur Befragung in Gewahrsam. Die Organisatoren teilten inzwischen mit, dass der Transport wieder normal laufe. Am Abend zuvor hatten sich ausserhalb des Stadions lange Menschenschlangen an den Haltestellen für Shuttlebusse gebildet. Mehr als 20'000 Zuschauer hatten die Veranstaltung besucht.
Traurige Kulisse für den Lokalhelden
Das überraschte, ist die Leichtathletik in England doch sehr beliebt. Und von Seiten der Veranstalter hiess es im Vorfeld, dass der Ticketverkauf sehr gut (an)gelaufen sei. Doch man musste schnell feststellen: Birmingham ist nicht gleich Diamond League in London. Die Ticketpreise waren zwar nicht horrend, für eine strukturschwache Stadt aber wohl doch etwas zu teuer. Zudem gestaltete sich die Anreise zum Stadion nicht ganz ohne Hindernisse.
So feierte Lokalmatador Matthew Hudson-Smith, der in Birmingham aufgewachsen ist, seine Goldmedaille am Mittwoch vor halbleeren Rängen.
Immerhin: Ab Freitag waren die Abend-Sessions offiziell ausverkauft – und auch die Stimmung (endlich) einer EM würdig. Nebst den Engländern und den Iren waren es die zahlreich angereisten Schweizer Fans, die sich lautstark bemerkbar machten.
Medaillenparty fast an jedem Tag
Gemeinsam mit Familienmitgliedern und Freunden wurden die Schweizer Erfolge vor Ort gebührend gefeiert, dies erfreulicherweise an 5 von 7 Wettkampftagen.
Das Prozedere war dabei stets dasselbe: Vor dem Stand eines Schweizer Käsesponsors standen die Anhänger jeweils Spalier und liessen die Medaillengewinner hochleben. Dazu ertönten Alphornklänge und es wurde ein Gratisgetränk offeriert.
A propos Getränke: Zum heimlichen Star auf der Anlage avancierte die «Self Serve Bar», wo sich die Zuschauer selbst ihr Bier zapfen oder ihren Drink mixen konnten. Zu EM-Beginn war der Andrang noch überschaubar, es verhielt sich getreu dem Motto: Aller Anfang ist schwer. Eines, das generell perfekt zu dieser EM passt.
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