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Tuesday, September 22, 2026

Noch nie Geld investiert?: Die 7 Schritte zur richtigen Anlage – nicht nur für Anfänger

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  • 60 % der Schweizer sparen, 43 % setzen auf Sicherheit statt Wachstum
  • Studie: Bargeld verliert langfristig real an Wert, Aktien rentabler
  • 200 Jahre Daten: Bargeld als schlechteste Anlage, Aktien besser

Schweizerinnen und Schweizern ist Sicherheit beim Sparen wichtiger als der Vermögensaufbau. Laut der jüngsten Umfrage der Migros Bank «Monitor Finanzkompetenz» legen knapp 60 Prozent der Befragten regelmässig Geld auf die Seite. Bei 43 Prozent dieser Gruppe steht Sicherheit an erster Stelle. Kurz: Viele halten Cash.

Aus Angst vor Verlusten verzichten sie auf langfristigen Vermögensaufbau mit Investitionen. Doch genau das dürfte auf lange Sicht teuer werden - und ist damit paradoxerweise auf lange Sicht deutlich «riskanter».

Artikel von Cash.ch

Dieser Artikel wurde erstmals auf Cash.ch publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.cash.ch.

Dieser Artikel wurde erstmals auf Cash.ch publiziert. Weitere spannende Artikel findest du auf www.cash.ch.

Gemäss einer Studie der Deutschen Bank ist nämlich Bargeld die mieseste Anlageklasse überhaupt. Zwar schwankt es am wenigsten im Wert und fühlt sich deshalb sicher an. Doch in den letzten 200 Jahren hat nur Bargeld im Durchschnitt real an Wert verloren. Alle anderen Anlageklassen – Aktien, Anleihen, Sparkonto oder Gold – haben in absteigender Reihenfolge inflationsbereinigt zugelegt. Im aktuellen Zinsumfeld verliert indes auch das Geld auf dem Sparkonto an Kaufkraft, weil der Sparzins unter der Teuerung liegt.

Wer über einen Vermögenserhalt oder -aufbau nachdenkt, der kommt deshalb nicht an den Finanzmärkten vorbei. Wer aber noch nie investiert hat, dem können sie überwältigend und abschreckend wirken. cash.ch hat deshalb einen einfachen Sieben-Punkte-Ratgeber fürs erste Investment ausgearbeitet, der auch für Fortgeschrittene lesenswert ist.

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Wofür ist das Geld gedacht?

Bevor du investierst, beantworte eine Frage: Wofür ist das Geld gedacht? Vorsorge, Haus- oder Autokauf? Es dürfen ruhig auch kleinere Ziele sein.

Hast du erst ein klares Ziel vor Augen, leitet sich daraus die Anlagedauer ab. Du kannst auch mehrere Ziele definieren und mit unterschiedlichen Strategien angehen. Grundsätzlich gilt: Je länger du investierst, desto grösser ist die Chance auf Wertzuwachs.

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Wie viel Verlust erträgst du?

Welche Verluste kannst du finanziell und psychologisch tragen? Zum ersten Punkt finden sich verschiedenste Schnelltests im Internet. Diese geben eine erste Auskunft darüber, welcher Anlegertyp du bist.

Frage dich zusätzlich, wie viel Zeit du fürs Thema aufbringen willst. Beides – Risikobereitschaft und Zeit – hat Einfluss auf die Anlageinstrumente. Aber mehr dazu später.

Verlässlich beantworten lässt sich der zweite, der psychologische Aspekt der obigen Frage allerdings erst nach einigen Monaten oder Jahren. Die Antwort hängt von der Erfahrung ab – und vom Selbstvertrauen, das mit der Zeit wächst. Starte deshalb mit kleinen Beträgen – am besten mit 50 bis 100 Franken.

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Monatliches Budget festlegen

Wie viel kannst du monatlich entbehren? Lege den Betrag zu Beginn so fest, dass ein Verlust dich nicht von weiteren Käufen abhält. Verluste sind normal und gehören zum Vermögensaufbau. Entscheidend ist zu Beginn der Erfahrungsgewinn. 

Nach einigen Monaten oder wenigen Jahren kennst du dein Anlegerverhalten und hast Selbstvertrauen gewonnen. Dann richte die Beträge nach Zielen und Anlagedauer aus. Benötigst du 1 Million Franken in 30 Jahren für die Rente, fallen die monatlichen Raten fundamental anders aus als bei 150’000 Franken in fünf Jahren für eine Renovation.

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Depot eröffnen oder Broker finden

Fast alle Menschen in der Schweiz verfügen über ein Bankkonto. Dieses ermöglicht dir aber nicht automatisch den Handel mit Aktien. Dafür brauchst du ein Depot. Es lässt sich meist problemlos bei der Hausbank eröffnen, online oder telefonisch.

Allerdings ist hier auf einen wichtigen Punkt hinzuweisen: Je kleiner die monatlichen Beträge, desto wichtiger die Transaktionsgebühren. Für Summen von mehreren Tausend Franken sind 0,1 bis 0,5 Prozent des Handelsvolumens ein vernünftiger Richtwert. Bei rund 100 Franken liegen die Gebühren prozentual höher, sollten aber 2 bis 3 Franken nicht übersteigen. 

In der Schweiz und in Europa gibt es viele seriöse Online-Broker und Online-Banken mit tiefen Handelsgebühren. Diese Broker eignen sich besonders für Anlegerinnen und Anleger mit kleineren Vermögen. Vergleiche Kosten (Depotkosten, Transaktionsgebühren), handelbare Produkte, Sicherheit (in welchem Land sitzt der Anbieter? Einlagensicherheit?) und Kundenservice. Und lege deine Prioritäten fest. Verschiedenste Vergleichsplattformen nehmen dir hier einen Grossteil der Arbeit ab und sind einen Blick wert. Der cash-Banking-Partner bank zweiplus operiert zum Beispiel mit einer Einheitsgebühr.

Wer ausserdem von Steuerabzügen profitieren möchte, eröffnet ein Säule-3a-Konto bei einem Anbieter mit verschiedensten Anlagefonds im Angebot. Zwar bist du hier weniger frei in der Auswahl, als wenn du dein eigenes Portfolio aufbaust. Es können nur in diversifizierte Fonds und in keine Einzelinstrumente wie Einzelaktien oder -anleihen investiert werden. Doch die Einzahlungen kannst du vom steuerbaren Einkommen abziehen. Dieses Geld kann jedoch bis auf einige wenige Fälle erst bis kurz vor der Pensionierung abgezogen werden. Eine dieser Ausnahmen: der Hauskauf. Berücksichtige hier deshalb zwingend deine festgelegten Ziele.

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Geld überweisen

Nachdem du das Depot oder das Konto beim Broker eröffnet hast, bist du bereit fürs erste Investment. Überweise den festgelegten Betrag. Je nach Finanzinstitut dauert das bis zu zwei Tage.

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Investieren: Aktie oder ETF?

Kenne zuerst die Basis-Anlageklassen: Aktien, Obligationen, Rohstoffe, Devisen und Kryptowährungen. Sie folgen unterschiedlichen Gesetzmässigkeiten und bei Devisen kommt oft ein Hebel dazu.

Zum Start eignet sich eine einzelne Aktie, zu der du etwa einen Bezug hast – oder ein Aktien-ETF. Bei der Einzelaktie gilt: Eine längere Haltedauer führt nicht automatisch zu Gewinn. Hier geht es anfangs aber auch nur um den Erfahrungsgewinn.

Ein ETF ist ein Anlagevehikel, das aus verschiedenen Aktien oder Obligationen, oder aus beidem, besteht. Halte dich anfangs an breit abgestützte Markt-ETF, etwa auf den Swiss Performance Index (SPI) oder den MSCI World. Das Halten von ETF kostet etwas (TER für «Total Expense Ratio», die laufende Gebühr), bei Aktien fallen keine laufenden Gebühren an.

Themen-ETF (etwa Rüstung, Wasser oder KI) lässt du besser links liegen – sie eignen sich weniger für Anfänger. Meide zu Beginn auch Obligationen, Rohstoffe, Krypto und Devisen: Entweder unterscheiden sich ihre Bewertungsmechanismen fundamental von jenen von Aktien, Detailinformationen sind für Privatkunden schwerer zugänglich oder die Hebelwirkung ist für Anfänger schlicht zu riskant.

Bringe die Punkte 5 und 6 in einen monatlichen Rhythmus: per Dauerauftrag, und bei einigen Banken und Brokern lässt sich das Investieren sogar automatisieren. Spätestens nach zwei Jahren stelle dir die Kontrollfragen: Passt die Strategie noch? Haben sich die Ziele verändert? Hat sich deine Risikobereitschaft gewandelt, etwa weil du heute mehr weisst?

Je mehr Zeit du dann für die Thematik aufbringen möchtest, umso mehr eignen sich dann Einzelanlagen in Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Kryptowährungen. Für Personen, die am Investieren wenig Interesse haben und den Aufwand klein halten wollen, bleiben breit gestreute ETF weiterhin die beste Wahl.

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Füsse stillhalten

Das Wichtigste zuletzt: Ruhe bewahren. Passe dein Depot nur langsam an. Kontrolliere dein Vermögen nicht täglich – Kursschwankungen sind normal.

Und denke an die zwei Grundprinzipien: Dein Geld arbeitet im Hintergrund weiter, auch wenn du nichts tust. Und der «Zinseszins-Effekt» sorgt dafür, dass aus kleinen Beträgen über die Jahre Vermögen wird. Streng genommen entsteht der Effekt bei Aktien durch reinvestierte Gewinne und Dividenden – es ist also kein Zins, sondern die Wiederanlage von Erträgen.

Wer dann noch diese zehn Fehler zu vermeiden vermag, dem steht dem langfristigen Vermögensaufbau nichts im Weg.

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