Vaduz-Coach Schneider rückt nicht von seiner Strategie ab

Erstmals ohne Torerfolg
Vaduz-Coach Schneider rückt nicht von seiner Strategie ab
Marc Schneider hat mit Aufsteiger Vaduz erstmals Schiffbruch erlitten. Dennoch rückt er kein Stück von seiner Vorwärtsstrategie ab. «So haben wir wenigstens Fussball gespielt.»
Publiziert: vor 22 Minuten
- Erstmals schiesst Aufsteiger Vaduz in dieser Saison kein Tor
- Das 0:4 gegen Sion ist die erste klare Niederlage des Teams aus Liechtenstein
- Trainer Marc Schneider will kein bisschen von seiner Offensivstrategie abweichen
Alain KunzReporter Fussball
Sie wollten wie immer den Ball in ihren Füssen haben. Auf dem topfebenen, perfekten Rasen im Rheinpark das Spielgerät laufen lassen. Kreativ sein. Offensiv. Mutig. «Und wir wussten auch, dass Sion sich eher zurückziehen und lauern würde», sagt Vaduz-Coach Marc Schneider nach dem 0:4. «Es geschah also, wie wir es gedacht haben. Wir hatten Lösungen dafür parat. Aber haben diese nicht so umgesetzt wie vorgestellt.»
Zuvor verlor Vaduz acht Mal denkbar knapp
Zuerst pennt man bei Rrudhanis genialem Querpass. Dann lässt man Nivokazi 70 Meter vor dem eigenen Tor entfernt entwischen – und holt ihn nicht mehr ein. Nach zwei weiteren Walliser Toren ist die Messe schon nach weniger als einer Stunde gelesen. «Erstmals haben wir einen Qualitätsunterschied gesehen», so Schneider. «Zumindest in den ersten 35 Minuten. Da waren wir nicht gut.»
Vaduz hatte ja bislang sieben seiner acht Niederlagen jeweils mit nur einem einzigen Törchen DIfferenz kassiert. Und beim 2:4 gegen YB fiel der vierte Treffer auch erst in der 87. Minute. Dazu hatte man in ausnahmslos jedem Spiel getroffen. Das spricht für eine positive Attitüde der Liechtensteiner Spieler. Doch nun, gegen Sion? Gerade mal drei Fouls haben die Gastgeber begangen. Das bezeigt dann halt schon mangelnde Aggressivität. Und die klare Mehrheit der Zweikämpfe ging verloren. Vaduz hat nur 30 gewonnen, Sion 47.
Die erste grosse Enttäuschung der Saison
Steht also am Ende die erste richtige Enttäuschung der Saison? Schneider: «Ja. Denn die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war nicht gut. Man kann gegen Sion, das ein richtig gutes Team ist, verlieren. Auch hoch. Aber nicht so. Wir haben viel zu viel angeboten, und Sion hat das gnadenlos ausgenutzt. Das hat mir nicht gepasst.» Oder lags vielleicht doch an der zu optimistischen Herangehensweise? Würde Schneider in Zukunft etwas anders machen? «Nein, kein bisschen. Wir wollen spielen. Wir haben im Rheinpark auch die perfekte Unterlage, um den Ball laufenzulassen. Natürlich könnten wir einfach hintenreinstehen – und beten und warten. Doch meistens kassiert man am Ende doch ein Tor. Und was bleibt dann zurück? Nichts. Weil man sich dem Spiel verweigert hat. Wir versuchen, zu spielen und nehmen in Kauf, dass wir dann mal dreinlaufen.»
Aber viel Marge gibts im Discount-Kader des Ländle-Teams nicht. Für keinen einzigen Spieler hat man eine Ablöse bezahlt. Schneider: «Und wenn dann zwei Stützen im Mittelfeld fehlen wie gegen Sion, dann wirds halt dünn.»
Was wäre gewesen, wenn ...
Und doch: Weil Vaduz trotz des frühen 0:4-Rückstands weitergespielt hat, kam das Team zu Torchancen. Und zu was für welchen! Alkhaia trifft mit seinem Knaller die Lattenunterkante. Djokic verpasst aus fünf Metern ein sicheres Tor. Und Sion-Goalie Racioppi wehrt sensationell gegen Cocic und vor allem Alkhaia. Schneider: «Wir hätten das 1:4 machen müssen. Dann auch das 2:4 und das 3:4. Wenn ein Team plötzlich um den sicher geglaubten Sieg bangen muss, das alles schon erledigt glaubte, bin ich nicht sicher, ob es den Schalter nochmals umlegen kann.»
Aber eben. Dann muss bei 20 zu 11 Schüssen mehr herausschauen. So ist es halt doch, was es war: ein Klassenunterschied.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano 0 : 2 | 13 | 24 | 34 | |
2 | BSC Young Boys | 13 | 16 | 28 | |
3 | FC Sion | 13 | 11 | 26 | |
4 | FC St. Gallen 2 : 0 | 13 | -1 | 22 | |
5 | FC Zürich | 12 | -1 | 20 | |
6 | Servette FC | 12 | 1 | 16 | |
7 | FC Basel | 12 | -4 | 14 | |
8 | FC Luzern | 13 | -7 | 13 | |
9 | FC Thun | 12 | -10 | 13 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 13 | -13 | 11 | |
11 | FC Vaduz | 13 | -5 | 10 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 13 | -11 | 7 |
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