Britische Weltraumstrategie: London schützt Satelliten mit neuer Weltraumeinheit

Das Weltall ist zum Kriegsschauplatz geworden, sagt der Chef der Royal Air Force. Britische Satelliten sollen von einer eigenen Militäreinheit geschützt werden.
Foto: Charles Briggs/Zuma/imago
dpa | Die Royal Air Force (RAF) will britische Satelliten im Weltraum künftig mit einer speziellen Militäreinheit besser vor feindlichen Bedrohungen schützen. Die Einheit mit dem Namen „No. III Space Effects Squadron“ ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums die erste britische Einheit, die speziell zur aktiven Abwehr feindlicher Aktivitäten im Weltraum eingerichtet wurde.
Sie soll demnach unter anderem Satelliten schützen, die der Navigation von Schiffen dienen, Kommunikationsverbindungen bereitstellen und vor Raketenangriffen warnen. Auch Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei sind dem Ministerium zufolge bei Einsätzen auf satellitengestützte Navigation angewiesen. Die Einheit soll mit spezialisiertem Personal besetzt werden und sowohl defensive als auch offensive Weltraumoperationen unterstützen.
RAF-Chef: Weltraum ist Kriegsschauplatz
Satellitendienste sind „beispiellosen Bedrohungen ausgesetzt“, wie RAF-Chef Harv Smyth der Nachrichtenagentur PA zufolge in London sagte. Der Weltraum sei „zu einem Bereich der Kriegsführung geworden, ob es uns gefällt oder nicht“. Großbritanniens Gegner im Weltraum handelten immer unverantwortlicher und provokativer, warnte er, und verwies etwa auf russische Aktivitäten im Weltraum.
Das Vereinigte Königreich werde seine militärischen Aktivitäten im All „niemals eskalieren“ lassen, niemand wolle einen Krieg im Weltraum, versicherte Smyth den Angaben zufolge. „Wir stellen uns so auf, dass wir dies abschrecken.“ Eine erhebliche Störung etwa der GPS-Satellitensysteme könnte dem Vereinigten Königreich nach Smyths Angaben mit täglich 1,4 Milliarden Pfund (umgerechnet mehr als 1,6 Mrd. Euro) teuer zu stehen kommen.
Die Ankündigung erfolgte im Rahmen einer bereits zuvor veröffentlichten britischen Weltraumstrategie, mit der unter anderem die Verteidigungs- und Sicherheitsfähigkeiten des Landes im Weltraum ausgebaut werden sollen. Vorgesehen für den Weltraumsektor sind bis 2030 Finanzmittel in Höhe von umgerechnet mehr als 9 Milliarden Euro.
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