Wahlen in MV und Berlin: AfD und Linke liegen jeweils vorn
In der Prognose für Mecklenburg-Vorpommern liegt die SPD mit ihrer Spitzenkandidatin, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, mit 35,5 Prozent der Stimmen hinter der Alternative für Deutschland (AfD), die mit ihrem Spitzendkandidaten Leif-Eric Holm auf 37 Prozent kommt. Die CDU landet mit starken Verlusten auf 5,5 Prozent und muss nach dieser Prognose um den Einzug in den Landtag bangen. Die Linke erhält 7,5 Prozent, Grüne kommen auf 5,5 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht BSW verzeichnet 5,0 Prozent.
Prognosen werden um 18 Uhr MESZ herausgegeben und basieren auf Befragungen von Wählern, die das Wahllokal gerade verlassen haben. Die ersten Hochrechnungen folgen gegen 19 Uhr.
In der Prognose für Berlin erhält die Linke mit ihrer Spitzendkandidatin Elif Eralp 24,5 Prozent der Stimmen und ist damit stärkste Kraft. Die CDU kommt demnach auf 20,0 Prozent der Stimmen. Auf dem dritten Platz landet die AfD mit 16 Prozent, Grüne 15 Prozent und die SPD 12 Prozent. Auch in Berlin erhält das BSW laut Prognose 5,0 Prozent. In beiden Bundesländern zeichnete sich bereits am Nachmittag eine höhere Beteiligung als bei den letzten Wahlen ab.
In der Hauptstadt dürfte besonders viele Wähler per Brief abgestimmt haben. Die Bezirkswahlämter stellten mehr als 800.000 Wahlscheine aus. Das entspricht rund einem Drittel der Wahlberechtigten. Insgesamt dürfen etwa 55.500 Menschen mehr abstimmen als bei der Wahl 2023.
Die Abstimmungen werden auch in der Bundespolitik aufmerksam verfolgt. Besonders das Abschneiden der CDU steht im Fokus. Nach dem AfD-Sieg im ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt zwei Wochen zuvor hatte es erneut Diskussionen über die Stellung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz gegeben – diese Diskussion dürfte weitergehen.
SPD regiert Mecklenburg-Vorpommern seit 1998
In Mecklenburg-Vorpommern stand der Wahlkampf vor allem im Zeichen des Duells zwischen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm.
Die SPD stellt seit 1998 ohne Unterbrechung den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin des Landes. Seit 2021 regierte Schwesig gemeinsam mit der Linken. Zuvor führte die SPD Koalitionen mit unterschiedlichen Partnern.
Nach dem AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt rückte Schwesig die direkte Auseinandersetzung mit der AfD noch stärker in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfs. Die SPD präsentierte sie dabei unter anderem mit dem Slogan "Die Frau gegen Blau", die offizielle Parteifarbe der AfD.

Die bislang im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern vertretenen Parteien hatten vor der Wahl eine Koalition mit der AfD ausgeschlossen.
In Berlin endet Wegners Amtszeit
Unabhängig vom Wahlergebnis steht in Berlin ein Wechsel an der Spitze der Stadtregierung an. Der bisherige Regierende Bürgermeister Kai Wegner trat nicht erneut an. Die CDU hatte ihn im Juli als Spitzenkandidaten abgelöst und Finanzsenator Stefan Evers ins Rennen geschickt.
Hintergrund waren neue Enthüllungen über Wegners Angaben zu seinem Krisenmanagement während eines tagelangen Stromausfalls im Januar. Seit 2023 führte Wegner eine Koalition aus CDU und SPD.

Für die Linke trat die 45-jährige Juristin Elif Eralp als Spitzenkandidatin an. Sie warb im Wahlkampf vor allem mit einer schärferen Wohnungspolitik. Eralp kündigte an, "Miet-Abzocke" stoppen und rund 220.000 Wohnungen großer Immobilienkonzerne vergesellschaften zu wollen.
Wohnen prägte den Berliner Wahlkampf
Die Wohnungspolitik gehörte zu den wichtigsten Themen des Wahlkampfs. Linke und Grüne verwiesen auf den Berliner Volksentscheid zur Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen und forderten dessen Umsetzung. CDU und SPD setzten stärker auf den Neubau von Wohnungen.
Auch der Umgang mit Antisemitismus sorgte für Auseinandersetzungen. Teilen des Berliner Linken-Landesverbands wurde vorgeworfen, antisemitische Positionen zu dulden. Eralp musste sich im Wahlkampf mit Kritik am Einfluss palästinasolidarischer Aktivisten innerhalb ihrer Partei auseinandersetzen.
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