RTP DesportoBenfica e Torreense em busca da segunda vitória na Liga EuropaPunch‘Dad would have been proud,’ Sister celebrates Kwara Attorney-General’s elevation to SANThe Jerusalem PostSome 10 toddlers develop mild allergic symptoms at Betar Illit daycare center, MDA respondsDaily MaverickWHAT’S COOKING: Tuna salad with asparagus, pear, green olives, gherkins and feta ballsInquirerPCG: 60 of 77 victims in MV June Aster ferry fire identifiedUOLFMI reduz projeções de crescimento para América Latina devido ao choque energético e fraco impulso da IAZDF heuteEntdecken Sie das ZDF-NachrichtenstudioWirtualna PolskaEfekt będzie odwrotny? Były oficer CIA po słowach gen. GrynkewichaEgyptian StreetsEgypt Facilitates Safe Passage of 15 Stranded Sailors from Ukraine to MoldovaХабрИзнанка гемблинг-контента: как нанимать копирайтера в High-Risk и почему 90% кандидатов срезаются на базовых вопросахDigital SpyEastEnders airs shocking new Ryder Hawkins twist in early iPlayer releaseIl Fatto QuotidianoScandalo Pegasus in Polonia, il premier Tusk: “Consegnati a Israele i dati di centinaia di cittadini spiati. Un crimine contro lo Stato”
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, October 13, 2026

Insolvenzgeld für Mitarbeiter: Hat Deutschlands letzter Warenhauskonzern eine Zukunft?

Translate

Insolvenzgeld für MitarbeiterHat Deutschlands letzter Warenhauskonzern eine Zukunft?

13.10.2026, 10:53 Uhr

622799890
Am 2. Oktober hat Galeria beim Amtsgericht Düsseldorf wegen Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt - zum vierten Mal innerhalb von sechs Jahren. (Foto: picture alliance/dpa)

Nach der erneuten Insolvenz der Kaufhauskette Galeria war tagelang unklar, ob die Beschäftigten weiter bezahlt werden können. Jetzt steht fest: Sie bekommen Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Es soll über eine Bank vorfinanziert werden, damit es schnell ausgezahlt werden kann. Damit kann der Geschäftsbetrieb vorerst weiterlaufen. Ein Überblick.

Warum erhalten die Beschäftigten Insolvenzgeld?

Die Bundesagentur muss den Anspruch feststellen, wenn alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Eine Zustimmung zur Vorfinanzierung wird in der Regel nur erteilt, wenn ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze erhalten bleibt, etwa durch ein tragfähiges Fortführungskonzept oder ernsthafte Kaufinteressenten.

Insolvenzexperten hatten die Chancen auf Insolvenzgeld zunächst skeptisch beurteilt. Demnach dürfte es eigentlich nicht gezahlt werden, weil die Zahlungsprobleme der Warenhauskette aus der Insolvenz 2024 noch nicht beendet sind, wie es hieß.

Maßgeblich für die Zahlung ist wohl diese Argumentation: Für Galeria ist es zwar der vierte Insolvenzantrag seit 2020, formaljuristisch jedoch der erste des neuen Rechtsträgers. Der Geschäftsbetrieb wurde vor zwei Jahren auf eine neue Gesellschaft übertragen. Die Galeria S.à r.l. & Co. KG beantragte am 2. Oktober ein Insolvenzverfahren - nicht die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH, die 2024 Insolvenz anmeldete und sich noch in der Planüberwachung befindet. Deshalb kann Insolvenzgeld gezahlt werden.

Die Handelskette beschäftigt nach jüngsten Angaben 11.250 Menschen, davon rund 1600 in Lebensmittelabteilungen und in den Restaurants der Warenhäuser. Die Tochtergesellschaften des Unternehmens beantragten ebenfalls Insolvenzverfahren. Ohne Insolvenzgeld hätte Galeria Experten zufolge womöglich das vorzeitige Aus gedroht.

Wann haben die Beschäftigten zuletzt Geld bekommen?

Ende September. Insgesamt zahlt Galeria dem Vernehmen nach monatlich knapp 25 Millionen Euro. Das Geld wird über eine Umlage der Arbeitgeber finanziert.

Was sagen Experten dazu?

Handelsexperte Boris Hedde vom IFH Köln sieht die Bewilligung des Insolvenzgelds als gute Nachricht für die Mitarbeitenden, nicht aber für die Zukunft der Innenstädte. "Gerade vor dem Hintergrund des ursprünglichen Ziels, den Warenkonzern zum Erhalt innerstädtischer Standorte zu stützen, stellt sich die Frage: Sind wiederholte und kostenintensive Stützungsaktionen tatsächlich eine nachhaltige Therapie oder letztlich nur ein weiteres Pflaster?"

Auch Jörg Funder von der Hochschule Worms äußert sich skeptisch zu einer möglichen Fortführung. "Was genau soll die Zukunft sein? Gleiches Geschäftsmodell, nur kleiner?" Zukunftsfähige Warenhausmodelle erforderten neue Lösungen. Vielleicht nur an Standorten, an denen das Warenhaus auch eine Nahversorgerrolle wahrnehmen könne, sagte Funder.

Wie geht es jetzt weiter?

Das Gericht hatte ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Der vorläufige Insolvenzverwalter Frank Kebekus prüft nun, ob Gründe für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorliegen und ob die Verfahrenskosten durch das Vermögen der Schuldnerin gedeckt sind. Bis zur Entscheidung des Gerichts dauert es in der Regel bis zu drei Monate.

Offen ist, ob und welche Standorte schließen. Entscheidend für die Zukunft von Galeria wird sein, ob es Kebekus gelingt, einen neuen Investor zu finden. Im Juli kündigte das Unternehmen an, 33 Warenhäuser auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls zu schließen. Die Entscheidung stand zuletzt noch aus. Mit der Situation vertraute Personen können sich vorstellen, dass noch wesentlich mehr Standorte geschlossen werden könnten.

Können Kunden weiter bei Galeria einkaufen?

Ja, mit Einschränkungen. Der Betrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter. Gutscheine werden derzeit nicht mehr angenommen. Kunden können auch nicht alles kaufen, was in den Regalen liegt. Einige Bereiche, etwa bei Bekleidung, sind mit Flatterband abgesperrt. "Diese Marke steht vorübergehend nicht zum Verkauf", ist auf Schildern zu lesen. Die betroffene Ware gehört noch den Lieferanten, Galeria bezahlt sie erst nach dem Verkauf. Wegen der Insolvenz wollen die Lieferanten jedoch verhindern, dass ihre Artikel verkauft werden, ohne dass sie dafür Geld erhalten.

Wie kam es zum Insolvenzantrag?

Schon im Frühjahr war das Geld knapp geworden bei Galeria. Vermieter klagten über ausbleibende Mietzahlungen. Die Geschäftsführung verwies auf Liquiditätsschwankungen. Erst im Juni erhielt die Warenhauskette eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Die von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereitgestellte Kreditlinie war an einen Sanierungsplan geknüpft, der bereits weitere Schließungen vorsah.

Quelle: ntv.de, Christian Rothenberg und Michael Donhauser, dpa

View the original on n-tv →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.