265. «Clasico» steigt Sonntag – Geht Schere zwischen Barça und Real noch weiter auseinander?

Selten zuvor war die Favoritenrolle vor einem «Clasico» so klar verteilt. Fast alles spricht für Barça und gegen Real.
Berücksichtigt man bei der Analyse einzig und allein die laufende Woche, so könnte man zum Schluss geraten, dass Real Madrid das Momentum vor dem «Clasico» am Sonntag gegen Barcelona auf seiner Seite weiss.
Während die Madrilenen in der Champions League am Mittwoch relativ locker zu einem 4:1-Sieg über Leipzig kamen, waren die Katalanen tags zuvor Paris St-Germain mit 2:4 unterlegen.
Nur ist dabei die Tatsache nicht zu ignorieren, dass ein Heimspiel gegen den Bundesliga-Siebten die deutlich einfachere Aufgabe darstellt als eine Auswärtspartie beim «Königsklassen»-Champion der vergangenen beiden Spielzeiten. Insofern sollten die Resultate unter der Woche nicht überinterpretiert werden.
Real (noch) auf Identitätssuche
Für Barcelona war es in Paris die erste Pflichtspiel-Niederlage der Saison, zuvor hatten die «Blaugrana» ausschliesslich (hohe) Siege eingefahren und dabei entzückenden Offensiv-Fussball praktiziert. Bei Real Madrid hingegen stehen in der heimischen Liga bereits zwei Niederlagen – gegen Betis Sevilla und Stadtrivale Atletico – zu Buche.
Dazu kommt, dass die Mannschaft von José Mourinho – im Gegensatz zu jener von Hansi Flick – noch immer nach seiner Identität sucht. Eine klare Spielidee ist bei Real oft nicht zu erkennen, zudem standen in der jüngeren Vergangenheit zu oft einzelne Spieler statt das Team als Ganzes im Fokus.
Beispiele dafür gibt es genug: Etwa die handgreifliche Auseinandersetzung von Federico Valverde mit Mitspieler Aurélien Tchouaméni, die Eskapaden von Kylian Mbappé während seiner Verletzungspausen oder die ständigen Unruhen um Vinicius Junior und seinem Status im Klub.
Diomande statt Vinicius
Obschon fast alles im Hinblick auf das Direktduell am Sonntag für Barça spricht, sollte Real Madrid nicht zu früh abgeschrieben werden. Schliesslich ist es immer noch ein «Clasico» – und bei Real ist seit der Länderspielpause tatsächlich eine Aufwärtstendenz erkennbar. Ob diese ausreicht, um im Camp Nou zu gewinnen, wird sich zeigen.
In Sachen Aufstellung wird Mourinho die wohl mühsamste Entscheidung abgenommen. Vinicius ist aufgrund seiner Tätlichkeit im Spiel gegen Villarreal in LaLiga weiterhin gesperrt. Heisst, Neuzugang Yan Diomande, der seinem brasilianischen Teamkollegen auf dem linken Flügel zuletzt ohnehin den Rang abgelaufen hatte, dürfte von Beginn an zum Zug kommen.
«Clasico»-Bilanz: Barça hat einen Lauf
Zum Schluss noch ein Blick in die Statistik. Von den letzten 7 «Clasicos» hat Barcelona 6 für sich entschieden. Total steht es vor dem 265. Duell am Sonntag tatsächlich 106:106, bei 52 Remis.
Der letzte «Clasico» von Mourinho als Real-Trainer liegt 13 Jahre zurück, damals gewannen die Madrilenen in der Meisterschaft mit 2:1. Die Bilanz des portugiesischen Trainers ist dennoch leicht negativ, in insgesamt 17 «Clasicos» holte er 5 Siege, 6 Spiele gingen verloren, weitere 6 endeten unentschieden.
Bedeutend besser liest sich Flicks «Clasico-Bilanz»: 7 Spiele, 6 Siege.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.