Warum steigen die Krankenkassen-Prämien jedes Jahr so hoch?

Darum gehts
- Die Krankenkassen-Prämien steigen im Schnitt um 5 Prozent.
- Experte Jochen Pernegger beantwortete Fragen der Community.
- Er nennt als Ursachen, dass die Menschen älter werden, die Medizin mehr kann und mehr Behandlungen beansprucht werden.
Die Prämien für die obligatorische Grundversicherung steigen auch nächstes Jahr wieder. Im Schnitt verlangen die Krankenkassen 5 Prozent mehr. In diesen Tagen verschicken sie die Policen fürs nächste Jahr per Post an ihre Versicherten. Viele überlegen sich deshalb einen Wechsel.
Der Krankenkassen-Experte Jochen Pernegger von der Swiss Marketplace Group beantwortete am Donnerstag in der Redaktion die Fragen der 20-Minuten-Community. Über 150 Fragen sind auf den Aufruf eingetroffen, 14 hat der Experte im Live-Chat beantwortet. Im Video oben siehst du drei Antworten auf Fragen. Unten kannst du sie noch einmal nachlesen, falls du den Live-Chat verpasst hast:
Ulrich sagt: Hätten die obersten Krankenkassenbosse normale Löhne, wären die Prämien um fast ein Viertel tiefer.
Pernegger: «Diese Rechnung geht nicht auf: Die gesamte Verwaltung der Grundversicherung kostet weniger als fünf Prozent der Prämieneinnahmen. Die Cheflöhne sind nur ein kleiner Teil davon. Über hohe Löhne darf man streiten, aber damit werden die Prämien niemals ein Viertel günstiger.»
Sadije fragt: Warum haben mein Mann und ich einen Aufschlag von mehr als 7 Prozent bei den Prämien 2027? Wir bezahlen 1867 Franken zu fünft an Prämien. Ist das noch normal?
«1867 Franken sind eine enorme Belastung. Der durchschnittliche Prämienanstieg ist leider keine Obergrenze. Mein Rat: Grund- und Zusatzversicherungen getrennt anschauen, für jedes Familienmitglied Kasse und Modell vergleichen und die Prämienverbilligung prüfen. Die ganze Familie muss nicht bei derselben Kasse sein.»
Wie gehst du mit steigenden Krankenkassen-Prämien um?
Simone fragt: Warum sind die Prämien so hoch und steigen jedes Jahr?
«Wir werden älter, die Medizin kann mehr und wir beanspruchen mehr und aufwendigere Behandlungen. Das treibt die Kosten und damit die Prämien. Für Entlastung müssen wir unnötige Untersuchungen vermeiden, Behandlungen besser koordinieren und günstigere gleichwertige Medikamente einsetzen.»
Das ist der Experte
Jochen Pernegger ist Managing Director von Financescout24 und von der Finanzmarktaufsicht zertifizierter Experte. Pernegger hat den Online-Finanzvergleichsdienst der Swiss Marketplace Group (SMG) mit aufgebaut. Die 20-Minuten-Mutterfirma TX Group ist an der SMG beteiligt.
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Fabian Pöschl (fpo) arbeitet seit 2020 für 20 Minuten. Er ist Verantwortlicher Wirtschaftsnews im Ressort Wirtschaft
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