Kuh-Virus Shamonda zum ersten Mal bei einem Menschen festgestellt

- Erstmals ist das Shamonda-Virus in Frankreich bei einem Menschen nachgewiesen worden.
- Der Patient mit schwerer Immunschwäche starb Anfang Oktober in einer Klinik in Lyon.
- Für die allgemeine Bevölkerung besteht laut dem Agrarministerium nach aktuellem Wissensstand kein Gesundheitsrisiko.
In Frankreich ist das bislang nur bei Tieren festgestellte Shamonda-Virus erstmals bei einem Menschen nachgewiesen worden, der Anfang Oktober gestorben ist. Die Infektion wurde nach Angaben des Agrarministeriums bei einem Patienten mit schwerer Immunschwäche festgestellt, der wegen einer gravierenden Erkrankung in einer Klinik in Lyon behandelt wurde.
Die vor dem Tod des Patienten beobachteten Gehirnkomplikationen hingen nach den bisherigen Untersuchungen sehr wahrscheinlich mit der Shamonda-Infektion zusammen, hiess es weiter. Nach derzeitigem Wissensstand bestehe kein Gesundheitsrisiko für die allgemeine Bevölkerung, betonte das Ministerium.
Shamonda-Virus in der Schweiz
Die Infektion des französischen Patienten mit dem Erreger stelle den ersten dokumentierten Nachweis des Virus beim Menschen dar, teilte das Ministerium mit. In der Schweiz wurde das Shamonda-Virus in Proben von Rindern mit Fieber, Durchfall und Milchrückgang zum ersten Mal im Juli 2026 nachgewiesen.
Es handelt sich um das erstmalige Auftreten eines weiteren Virus der Simbu-Serogruppe in der Schweiz seit dem ersten Ausbruch des Schmallenberg-Virus im Jahr 2012. Seither wurde das Virus auch in abortierten Rinderföten und in Pferden mit zentralnervösen Störungen nachgewiesen.
Unklar, ob Virus Tod verursacht hat
Derzeit werde davon ausgegangen, dass die Infektion durch den Stich einer Mücke der Gattung Culicoides im Osten Frankreichs verursacht wurde. In dem Gebiet seien im Frühjahr und Sommer Infektionen von Tieren mit dem Shamonda-Virus gemeldet worden.
Die europäische Gesundheitsbehörde ECDC erklärte, derzeit werde untersucht, ob das Virus den Tod des Menschen verursacht oder dazu beigetragen habe. Man beobachte die Situation aufmerksam, teilte die Behörde weiter mit.
Virus seit Jahrzehnten in Afrika
Erstmals registriert wurde das Virus 1965 in Nigeria. Übertragen wird es durch Gnitzen – also sehr kleine Stechmücken. Obwohl der Erreger bereits seit mehreren Jahrzehnten in Afrika und Asien zirkuliere, sei bislang noch kein Fall beim Menschen dokumentiert worden, erklärte das französische Agrarministerium. Es handele sich also um einen Ausnahmefall.
In Deutschland wurde das Shamonda-Virus erstmals in diesem Sommer bei Rindern nachgewiesen. Nachweise bei Nutztieren gab es laut ECDC inzwischen auch in Österreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien, Portugal, Italien und Irland.
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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