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Thursday, October 22, 2026

Umbau von Nestlé – Wie weit wird Nestlé die Preise noch erhöhen, Philipp Navratil?

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Seit rund einem Jahr leitet Philipp Navratil Nestlé. Er treibt den Umbau des Lebensmittelkonzerns mit Sitz in Vevey voran – nach Jahren mit Absatzproblemen, Skandalen an der Spitze und schlechter Aktienleistung. Mit den jüngsten Quartalszahlen konnte Navratil positiv überraschen, manche Analysten sprechen von einer Trendwende.

Philipp Navratil

CEO Nestlé

Philipp Navratil studierte Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen (HSG) und ist seit 2001 bei Nestlé tätig. Er begann als interner Wirtschaftsprüfer und war später für Nestlé in Zentralamerika tätig. Seit September 2025 ist er Geschäftsführer des Nestlé-Konzern.

SRF News: Was hat zu dem guten Ergebnis beigetragen?

Philipp Navratil: Dass wir unsere Strategie in allen Ländern, in allen Geschäftsbereichen umsetzen. Damit meine ich, dass wir Innovation betreiben, dass wir die richtigen Produkte in die richtigen Regale setzen, wo dann auch unsere Konsumenten einkaufen. Wichtig zu unterstreichen: Es ist ein Volumenwachstum von 2.8 Prozent, das sogenannte interne Realwachstum. Mehr Konsumenten essen oder trinken mehr Produkte von Nestlé. Und das ist wichtig für uns.

Man kann nicht einfach sagen, man erhöht die Preise. Es kommt darauf an, wo und wie man das macht.

Ein Teil des Wachstums beruht auch auf Preiserhöhungen. Wie weit wird Nestlé die Preise noch erhöhen?

Preise sind immer relativ. Man kann nicht einfach sagen, man erhöht die Preise. Es kommt darauf an, wo und wie man das macht. Wir erhöhen Preise pro Produkt, nicht für eine ganze Sparte. Und wir achten darauf, dass wir Konsumenten mitnehmen. Wir wollen Preise nicht erhöhen und dann Konsumenten verlieren. Wir betreiben Effizienz- und Sparprogramme und wenn wir dann Preise erhöhen müssen, ist das der letzte Schritt, den wir in Erwägung ziehen.

Nestlé konnte im dritten Quartal deutlich mehr Produkte verkaufen als erwartet. Analysten sprechen von einer Trendwende und auch an der Börse kommen die Zahlen gut an.

Das sogenannte organische Wachstum beschleunigte sich im dritten Quartal 2026 von 3.7 auf 4.0 Prozent. Vor allem die Absatzmengen legten kräftig zu: Das sogenannte interne Realwachstum erreichte 2.8 Prozent. Preiserhöhungen steuerten noch 1.1 Prozentpunkte bei.

Besonders stark entwickelte sich das Wassergeschäft. Dank des heissen Sommers in Europa wuchs es organisch um 12.3 Prozent. Das Tierfuttergeschäft legte um 5.3 Prozent zu. Auch Lebensmittel und Snacks mit Marken wie Maggi und Kitkat liefen gut. In China beschleunigte sich das Wachstum auf 4.2 Prozent, wobei eine niedrige Vergleichsbasis half. Schwach blieb dagegen das Geschäft mit Babynahrung und Nahrungs­ergänzungs­mitteln.

Und wenn natürlich Energiekosten und Input-Preise steigen, dann nehmen wir das auf uns, Preise zu erhöhen. Aber wir machen das sehr gezielt. Das Wachstum im dritten Quartal war volumengetrieben, aber es war auch noch etwas Preis drin. Und wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Wir stellen sicher, dass Volumen und Preis so ausbalanciert sind, dass die Konsumenten mit uns mitkommen.

Die Neuigkeit heute ist, dass wir das russische Geschäft ab Ende September aus der Bilanz ausgliedern.

Anfang des Jahres machte verunreinigtes Babymilchpulver Schlagzeilen – auch von Nestlé. Wo steht das Unternehmen heute?

Wir haben von Anfang an gesagt, was wir tun, und wir sind daran, das Geschäft zurückzubauen. Wir haben die Marke wieder aufgebaut, Innovation betrieben, mit Spezialisten in Spitälern und Konsumenten geredet und klargestellt, dass Qualität für Nestlé oberste Priorität hat. Das Geschäft kommt langsam zurück. Und das bedeutet für uns, dass auch die Marke langfristig keinen Schaden erlitten hat.

Thema Russland: Ziehen Sie sich ganz zurück?

Die Neuigkeit heute ist, dass wir das russische Geschäft ab Ende September aus der Bilanz ausgliedern. Was das weitere Russlandgeschäft angeht, mache ich heute keine weiteren Kommentare dazu.

Produkte, die speziell für Menschen entwickelt wurden, die Abnehmspritzen anwenden, laufen besonders gut. Wie stark forciert Nestlé dieses Geschäft?

Leute, die diese Spritzen anwenden und Gewicht verlieren, wollen natürlich auch die Nährstoffe einnehmen, die sie brauchen. Das sind Proteine, aber auch Vitamine. Wir haben eine ganze Geschäftssparte, die darauf basiert. Wir haben natürlich auch in unserem Ernährungsbereich daran gearbeitet. Unter Marken wie Maggi, aber auch bei unseren gefrorenen Menüs in Amerika haben wir spezielle Produkte entwickelt, die solchen Personen eben diese Nährstoffe zurückbringen. Das sind Sparten, die Wachstum treiben, das ist für uns wichtig. Die ganze Sparte «Nutrition» ist darauf ausgerichtet, dass wir den Leuten die richtigen Nährstoffe in attraktiven, guten Produkten offerieren. Da sind wir unter verschiedenen Marken in allen Ländern der Welt dabei, in die Forschung zu investieren.

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