20 Jahre «Taylor Swift» – Diese 5 Textzeilen würde Taylor Swift heute nicht mehr schreiben

«Swifties», die das selbstbetitelte Debütalbum als ihr Lieblingsalbum von Taylor Swift bezeichnen, dürfte es nicht allzu viele geben.
Trotzdem ist das erste Album, das die heute 36-jährige Popikone im Alter von 16 veröffentlicht, mehr als eine Fussnote der Popgeschichte.
Und auch Taylor Swift selbst zeigt keine Anzeichen, ihr Country-Frühwerk hinter sich lassen zu wollen. Und das, obwohl «Taylor Swift» auf der rekordbrechenden «Eras Tour» keinen eigenen Block bekam.
Denn: Nach einem jahrelangen Disput um die Masteraufnahmen ihrer ersten sechs Alben begann Swift, diese neu aufzunehmen. In einem offenen Brief erwähnte sie jüngst, dass auch eine Neuaufnahme ihres Debütalbums bereits vollständig im Kasten sei.
Lyrics, über die man streiten darf
Und so darf man gespannt sein, welche Momente auf der neuen «Taylor Swift»-Version keinen Platz mehr haben werden. Denn wer sich durch das 20 Jahre alte Werk mit heutigen Ohren hört, findet doch so einige Momente, die aus heutiger Perspektive eher fremd wirken. Hier sind fünf davon:
So go and tell your friends that I'm obsessive and crazy, that's fine / I'll tell mine you're gay.
Die vielleicht umstrittenste Zeile ihrer Karriere streicht Swift gleich selbst aus ihrem Repertoire. Schon auf der Deluxe-Edition des Albums, die rund ein Jahr später erscheint, wird sie durch «That’s fine / You won't mind if I say» ersetzt.
I hate that stupid old pickup truck you never let me drive.
Der Pickup-Truck ist ein klassisches Country-Klischee und ein spezifisches Stück amerikanischer Alltagskultur. Swift hat solche Americana-Motive seither zwar nicht ganz aus ihrem Songwriting verbannt – in «no body, no crime» (2020) taucht der Truck erneut auf –, ist dieser Kleinstadtwelt aber mittlerweile spürbar entwachsen.
Ihre neueren Songs spielen mit amerikanischen Symbolen meist bewusster, ironischer oder losgelöst vom klassischen Country-Kosmos.
And I'll be eighty-seven, you'll be eighty-nine / I'll still look at you like the stars that shine.
«Mary’s Song» soll von einem älteren Nachbarpaar inspiriert sein, das sich seit dem Kindesalter kennt. Swift macht daraus die denkbar romantischste Version der Geschichte: Wahre Liebe hält für immer, weil wahre Liebe eben für immer hält.
Das ist eine ziemlich naive Vorstellung von ewiger Liebe – aber auch eine sehr nachvollziehbare aus den Augen einer Teenagerin.
Our song is a slammin' screen door / Sneakin' out late, tappin' on your window.
Ein kleines Zeitdokument: Als Swift ihr Debütalbum veröffentlicht, existieren iPhones, Whatsapp, Snapchat und all die anderen digitalen Begleiter noch nicht.
An der Zeile selbst ist natürlich nichts falsch – im Gegenteil, sie ist ein schönes Bild für jugendliche Heimlichtuerei. Nur beginnt eine Teenager-Romanze heute vermutlich nicht mehr mit einem nächtlichen Klopfen ans Fenster, sondern einem dauernden Smartphone-Ping.
And I just wanna show you / She don't even know you / She's never gonna love you like I want to / And you just see right through me / But if you only knew me / We could be a beautiful miracle.
Die Erzählerin des Songs begehrt jemanden, der bereits vergeben ist, und kann nur hoffen, dass er eines Tages erkennt, was er an ihr haben könnte. Diese passive Vorstellung von Verliebtheit ist eine Form romantischer Sehnsucht, die Swift mittlerweile abgelegt hat.
Ihre romantischen Protagonistinnen sind mittlerweile aktive Teilnehmerinnen ihrer Beziehungen – und auch wenn sie leiden oder jemanden begehren, gibt es mehr Selbstbewusstsein, Wut oder die Erkenntnis, dass sie ihr eigenes Leben selbst in der Hand haben.
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